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Arbeitseinsatz am Gletscherwelt-Spielplatz

Bis Herbst soll der Abenteuerplatz im Krauschwitzer Stadion fertig sein. Noch viel harte Arbeit für den Betreiberverein.

Vereinsvorsitzender Stefan Hofmann (l.) und Mitglied Rüdiger Mönch beim Betonmischen für Borte und Sockel für neu angelieferte und noch aufzubauende Spielgeräte.
Vereinsvorsitzender Stefan Hofmann (l.) und Mitglied Rüdiger Mönch beim Betonmischen für Borte und Sockel für neu angelieferte und noch aufzubauende Spielgeräte. © Sabine Larbig

Während Leonie ausgelassen auf dem Trampolin springt, wird auf dem Abenteuer-Gletscherwelt-Gelände, dem Krauschwitzer Spielplatz im Ex-Stadion „Helmut Just“, fleißig gearbeitet.

Rund 15 Mitglieder vom Verein Krauschwitzer Neißeland und der Arbeitsgruppe Eiszeitdorf trafen sich dort vor Pfingsten zum Arbeitseinsatz. Auf dem Plan standen Grünflächen-Pflege, Anlegen einer Wildhecke für Vögel und Insekten, der Bau eines Schutzzaunes an der Seilbahn und das Verteilen unzähliger Schubkarren voll Hackschnitzel, die als Fallschutz für Spielgeräte wie die neue Eiszapfen-Reckanlage dienen. Selbst Betonborte und -sockel fertigten die Vereinsmitglieder, damit angelieferte und neue Geräte wie die Mammut-Rutsche und die Rutsche am Kriechtunnel-Berg aufgebaut werden können. Zudem hatten die Mitglieder, von denen einige seit knapp zwei Jahren fast täglich ehrenamtlich auf dem Spielplatz arbeiten, vor dem Arbeitseinsatz 20 Tonnen Findlinge sowie Unmengen Erde am Tunnel-Berg verbaut und Grassamen gesät. Ein Kraftakt, wie Rüdiger Mönch und Ferenc Toth bekennen. Doch die Zeit drängt. „Ende Juni sollen die Rutschen samt Aufgängen, Podesten und Brüstungen, für die wir noch auf Material warten, möglichst stehen“, erklärt Vereinschef Stefan Hofmann.

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Im Sommer stehen alle Spielgeräte

Der Verein ist Pächter des Stadions, baut den Abenteuerspielplatz mit Unterstützung der Gemeinde und betreibt die Anlage, in der es bald auch einen Sandkasten und einen Fitness-Parcousr für Erwachsene gibt. Der Parcours entsteht auf dem Rundweg über dem Stadion und ist voraussichtlich ab August nutzbar. „Weil der Weg völlig verwachsen war, musste er erst entkrautet und ausgebessert werden, damit die Fitnessgeräte aufgestellt werden können. Aber die Treppen sind in Schuss, so dass wir den Zeitplan halten“, so Hofmann. Für den Mehrgenerationen-Parcours gab es 5.000 Euro vom Sächsischen Mitmachfonds. Überhaupt entsteht der Spielplatz dank Fördermitteln. Die müssen, weil sich wegen Corona vieles zeitlich verschob, nun erst im Herbst 2021 statt im Juni abgerechnet werden. Dem Verein bleibt somit mehr Zeit zur Platzfertigstellung sowie für Einsätze der Mitglieder und Helfer.

Vereinsmitglieder und Helfer sind auch Birgit Trepzik und Ingelore Göhler, die vor Pfingsten ihren dritten Arbeitseinsatz auf dem Spielplatz absolvierten. „Klar machen wir mit. Der Platz ist doch eine tolle Sache für die Gemeinde“, begründet Birgit Trepzik. Ähnlich sieht es Ingelore Göhler. Als Mitstreiter der Arbeitsgruppe Eiszeitdorf habe man zudem viel in Krauschwitz mit auf die Beine gestellt. Beispielsweise den Geopfad, die Vermarktungsstrategie als Eiszeitdorf oder das jährliche Schneetreiben-Fest. „Da der Spielplatz sich an das Thema Eiszeit anlehnt, ist es Ehrensache mitzuhelfen. Obwohl ich zugeben muss, dass es in unserem Alter schon schwere Arbeit ist.“

Birgit Trepzik (l.) und Ingelore Göhler haben schon an drei Arbeitseinsätzen ihres Vereins Krauschwitzer Neißeland im einstigen Helmut-Just-Stadion mitgemacht.
Birgit Trepzik (l.) und Ingelore Göhler haben schon an drei Arbeitseinsätzen ihres Vereins Krauschwitzer Neißeland im einstigen Helmut-Just-Stadion mitgemacht. © Sabine Larbig

Stollen als Attraktion in Planung

Mehr junge Leute im Verein oder als Helfer beim Spielplatz-Aufbau würde sich auch Stefan Hofmann wünschen. Bislang finden sich Familien mit Kindern aber leider nur als Besucher auf dem Gelände ein. „Aber auch das ist positiv zu sehen und letztlich unser Anliegen. Schließlich wollen wir mit dem Platz und seinen Angeboten Leute aus nah und fern anziehen.“

Vom Abenteuerparadies bereits magisch angelockt, obwohl es noch nicht ganz fertig ist, ist die vierjährige Leonie aus Cottbus. Immer, wenn sie zu Besuch bei Oma und Opa in Gablenz ist, will sie auf den Spielplatz. „Ich mag besonders die Seilbahn und das Trampolin“, erzählt die Kleine, während Opa Steffen zustimmend nickt. „Es gibt in der Region keinen vergleichbaren Spielplatz mit so tollen Angeboten. Deshalb fahren wir regelmäßig her“, meint er anerkennend.

Opa Steffen und Enkelin Leonie sind längst nicht die einzigen „Stammkunden“ in Krauschwitz. Zum einen, weil es im einstigen Stadion auch eine Kletterfelsen-Landschaft für Groß und Klein gibt, die von der Ortsgruppe Krauschwitz des Alpenvereins in Zittau betreut und betrieben wird. Zum anderen zieht der Spielplatz im Eiszeit-Look schon regelmäßig Besucher aus dem Spreewald und Oberland an. Laut Ferenc Toth, der über den Verein eine Bundesfreiwilligen-Stelle als Platzwart hat, auf Ordnung und Sauberkeit beim Spielplatz achtet und das Areal täglich auf- und zuschließt, kommen pro Tag etwa 50 Leute. Davon seien rund die Hälfte Kinder. Selbst Kitas seien regelmäßig vor Ort. „Die steigenden Besucherzahlen motivieren uns“, bekennt Vereinschef Stefan Hofmann, der nach der Pandemie und mit der Fertigstellung vom Mehrfachen an Tagesbesuchern ausgeht. Immerhin bekommt der Abenteuerspielplatz noch einen begehbaren Stollen als weitere Attraktion, in der von oben bis unten ein Kletternetz hängen wird. Rund 50.000 Euro kostet dieses Vorhaben, welches gemeinsam mit der Geschäftsstelle des Geoparks Muskauer Faltenbogen als Fördermaßnahme beantragt, in Planung und Umsetzung gegeben wird.

Bank-Paten und Spender gesucht

Bis dieser letzte eiszeitliche Spielplatz-Baustein genutzt werden kann, vergeht noch einige Zeit. Ungenutzt wird sie nicht bleiben. So soll, sobald die Gemeinde die abflusslose Sammelgrube gebaut hat, eine Toilettenanlage die WC-Container ersetzen. Zehn zusätzliche Parkflächen sowie Sitzbänke und – perspektivisch – die Gestaltung des Sprecherturms sollen ebenso realisiert werden wie ein großes Spielplatz-Einweihungsfest. Denn die Bewirtschaftung des Platzes kostet viel Geld. Das muss irgendwie reinkommen: durch Verkaufs- und Mieteinnahmen bei Spielplatz- und saisonalen Festen, privaten Veranstaltungen, durch Spenden und Patenschaften. So plant der Krauschwitzer Neißeland e.V. auf dem Stadiongelände eine Spendenbox im Eiszeit-Look, Bank-Patenschaften und – nach Corona – viele Veranstaltungen. „Wir freuen uns aber auch über jede Hilfe bei Arbeitseinsätzen, über Geld- oder Sachspenden wie Tankgutscheine. Selbst die helfen uns sehr, um Rasenmäher und Freischneider einsetzen zu können“, begründet Vereinschef Stefan Hofmann.

Von all dem weiß Leonie aus Cottbus nichts. Sie ist nur glücklich, dass es bei Opa Steffen so einen tollen Spielplatz gibt.

Infos Spenden, Patenschaften, Vereinsaktionen: Platzwart vor Ort oder hier.

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