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Bad Muskau erteilt Casino-Erweiterung eine Absage

Seit über einem Jahr darf wegen Corona auch in Bad Muskau das Casino nicht öffnen. Trotzdem war eine Vergrößerung geplant.

Das Casino nahe dem Grenzübergang in Bad Muskau soll erweitert werden. Einen entsprechenden Antrag lehnte der Technische Ausschuss jetzt ab.
Das Casino nahe dem Grenzübergang in Bad Muskau soll erweitert werden. Einen entsprechenden Antrag lehnte der Technische Ausschuss jetzt ab. © Sabine Larbig

Bad Muskau. Die Spielhalle in der Görlitzer Straße gibt es seit 2011. Seither beschäftigt sie immer wieder Stadtverwaltung und Stadträte. Mal wegen der Festlegung der Öffnungszeiten der Einrichtung, die einst als „Las Vegas“ firmierte und seit der Übernahme durch eine neue Betreibergesellschaft „Fürst-Pückler-Casino“ heißt. Andere Male wegen Beschwerden von Anwohnern, die sich durch die Spielhalle mit Automatenbetrieb in ihrer Ruhe gestört fühlen. Denn der Parkplatz neben der Spielhalle, die insbesondere männliche Glücksritter aus Bulgarien, Polen, anderen osteuropäischen und südlichen Ländern anzieht und in der Alkoholverbot herrscht, wurde Treffpunkt, wo getrunken, geraucht, lautstark diskutiert, laute Musik über Autoradios gespielt wurde.

Dadurch kam es immer wieder zu Anzeigen, diversen Verfahren, der Verhängung von Bußgeldern gegen die Betreiber. Unter anderem wegen Nichteinhaltung der Sperrzeit. Somit beschäftigte das Casino nicht nur die Stadt und ihre Einwohner, sondern auch die Polizei, die Einsätze oder Streifenfahrten hatte.

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Betreiber wollen mehr Automaten

Seit Corona und der damit verbundenen Zwangsschließung herrscht Ruhe und Ordnung rund um das Casino. Dennoch musste sich der Technische Ausschuss in seiner jüngsten Sitzung mit der Einrichtung befassen. Konkret ging es um ein Vorhaben der Betreibergesellschaft Flamingo Casion2 GmbH, die deshalb bei der Stadt einen Antrag auf Erweiterung gestellt hatte. Der zielt darauf ab, die bestehende Spielhalle ins Erdgeschoss umzuziehen. Durch die so erweiterte Grundfläche und eine Grundrissänderung inklusive Verkleinerung des Raucherbereiches soll Platz zur Aufstellung weiterer Spielgeräte entstehen.

„Es ist ein wiederkehrendes Prozedere. Wir haben über die Vorhaben der Betreiber und ihre Pläne schon in mehreren Sitzungen intensiv gesprochen. Meine Frage ist nun: Bleiben wir bei unserer Stellungnahme, dass wir einer Erweiterung nicht zustimmen, oder nicht?“, fragte Bürgermeister Thomas Krahl in die Runde der Ausschussmitglieder. Die erteilten den Plänen einstimmig eine Absage, lehnten damit die Beschlussvorlage erneut ab.

Stadt weist Widerspruch ab

Da die Betreiber wegen der schon zuvor erfolgten Ablehnung Widerspruch eingelegt hatten, was sie in ihrer erneuten Antragstellung erwähnten und weshalb sie um Rücknahme beziehungsweise Zustimmung für den neuen Antrag baten, enthielt die Vorlage auch dazu einen Passus im Beschlusstext. Darin weist Bad Muskau den Widerspruch gegen die Ablehnung ab.

Ob die Betreiber weiter an ihren Plänen zur Erweiterung festhalten, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass sie sich bislang stets gegen die durch das Casino verursachten Probleme vehement verwahrten. Noch im Sommer 2019 äußerte Casino-Prokurist Stefan Menzel gegenüber TAGEBLATT, dass man „selbst mehrfach im Monat mit Sachbeschädigungen durch Gäste zu kämpfen“ habe, öfters die Polizei holte, mehrfach Strafanzeigen unterschrieb und in nur wenigen Monaten „Schäden von etwa 15 000 Euro“ gehabt habe. Menzel selbst hatte daher stärkere Polizeipräsenz und ein von der Stadt ausgesprochenes Alkoholverbot auf dem Parkplatz gefordert, stellte zuletzt sogar Sicherheitsmitarbeiter mit Kampfsport-Hintergrund ein.

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