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Baugebiet in Weißkeißel erwacht aus dem Dornröschenschlaf

Trotz steter Bewerbung durch einen Immobilienmakler blieb das Areal am Floßgraben mehr als 20 Jahre leer. Nun entstehen dort erste Eigenheime.

Das Baugebiet am Floßgraben in Weißkeißel lag rund 20 Jahre brach. Jetzt stehen erste Häuser, sind Flächen für weitere Eigenheim-Neubauten vorbereitet.
Das Baugebiet am Floßgraben in Weißkeißel lag rund 20 Jahre brach. Jetzt stehen erste Häuser, sind Flächen für weitere Eigenheim-Neubauten vorbereitet. © Sabine Larbig

Weißkeißel. Noch vor der Sommerpause stimmte der Gemeinderat einem Bauantrag einer Familie zu, die eine Doppelgarage bauen will. Ein normaler und gewöhnlicher Vorgang. Zumindest fast. Denn die Garage soll im Baugebiet „Am Floßgraben“ nachträglich und außerhalb des im Bebauungsplan (B-Plan) festgesetzten Baufeldes eines bereits errichteten Eigenheim-Bungalows entstehen. Denn dort reicht der Platz für die Garage nicht aus.

Die Gemeinderäte stimmten dem Antrag und einer damit verbundenen Befreiung von den Festsetzungen des B-Planes zu. Immerhin ist man in Weißkeißel froh, dass im Wohngebiet endlich gebaut wird, der Ort wächst und sich vor allem junge Familie mit Kindern ansiedeln. Laut Bürgermeister Andreas Lysk stehen bereits vier Häuser und schon bald werde ein Fünftes dazukommen. „Wir reagieren deshalb als Gemeinde positiv auf Anträge, weil wir froh sind, dass in dem Baugebiet endlich Leben einzieht“, so der Bürgermeister nach dem jüngsten Ratsbeschluss.

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Die Freude des Ortschefs und der Räte über das Werden und Wachsen des Baugebiets ist umso verständlicher, da das mit Strom, Wasser und Straßen teilerschlossene Areal seit mehr als 20 Jahren brach liegt. Eine Tatsache, die man nicht für möglich gehalten hätte. Denn seit der Wende gehört das ländliche Weißkeißel zu den gefragtesten Eigenheimstandorten in der Region Weißwasser, was der Bau von über 150 Häusern und die stetig steigende Einwohnerzahl – aktuell sind es rund 1.500 Einwohner, 1947 waren es mit der bis dato höchsten Zahl 1.410, belegen. Auf eine schnelle Vollbelegung des Baugebietes gehofft hatte man auch, weil sich Weißkeißel zu DDR-Zeiten wegen drohender Umsiedlung durch geplanten Kohleabbau auf Gemeindegebiet lange Zeit kaum entwickeln konnte. Erst als die Abbaupläne verworfen und die Wende gekommen war, keimte neue Hoffnung auf Wachstum und Zuzug.

Und so schmiedete Anfang der 1990er Jahre ein Investoren-Paar erste Pläne für das Eigenheim-Baugebiet im Bereich Am Floßgraben, Teichstraße und Lindenweg. Aufstellung und Genehmigung des dafür nötigen Bebauungsplanes durch den Gemeinderat dauerten jedoch bis 1998. Erst da war eine „reduzierte“ Variante genehmigungsfähig, weil das Landratsamt keinen Bedarf für eine Reihenhaus-Siedlung in Weißkeißel sah und Widerspruch einlegte. Zugestimmt wurde letztlich einem Wohnpark mit 21 Wohnhöfen.

Doch trotz intensiver Bewerbung des Baugebietes durch einstige Investoren und zuständige Immobilienmakler verfiel das Baugebiet rund 20 Jahre in einen Dornröschenschlaf, der nun beendet ist. Immer mehr Bauwillige finden sich für das Areal in ruhiger Lage, wo es Grundstücke ab 800 Quadratmeter Fläche gibt. Dass endlich Bewegung in das Projekt kommt, ist nicht nur von Vorteil für Eigentümer beziehungsweise Makler. Von einem belegten Baugebiet profitiert auch die Gemeinde. Die Zuzügler lassen nämlich nicht nur den Altersdurchschnitt sinken und die Zahl der Einwohner steigen, sondern bringen Weißkeißel letztlich Einnahmen durch Gebühren und Steuern, eine belegte Kita sowie mögliche neue Mitglieder bei Feuerwehr oder Vereinen.

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