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Bereit für die Sommerfrische am See

Die Strandbar Markise hat in ihrer zweiten Saison am Boxberger Ufer viel vor. Noch aber sind dem Grenzen gesetzt.

Die neuen Sonnenschirme vor der Strandbar Markise am Bärwalder See lassen das Sommerfeeling erahnen. Sobald es erlaubt ist, werden Liegen und Strandkörbe aufgestellt.
Die neuen Sonnenschirme vor der Strandbar Markise am Bärwalder See lassen das Sommerfeeling erahnen. Sobald es erlaubt ist, werden Liegen und Strandkörbe aufgestellt. © Constanze Knappe

Boxberg. Die Sonnenschirme sind für den Start in die neue Saison bereit. Die gleichfalls ganz neuen Sonnenliegen darf André Markwitz am Boxberger Strand des Bärwalder Sees während des Lockdowns noch nicht aufstellen. Ab wann er so richtig loslegen kann, da zuckt der Betreiber der Strandbar Markise mit den Schultern. Dabei steht sein Team in den Startlöchern.

„Holter die Polter“ übernahm er im Juli vorigen Jahres den Imbiss. Dieser wurde bis dato unter dem Namen Kombüse geführt und gehörte der Hotel und Erlebnispark Oberlausitz GmbH. Das 2016 gegründete Unternehmen hatte große Pläne, wollte ein Hotel samt Ferienanlage bauen und vor allem ein Fahrgastschiff auf dem Bärwalder See betreiben. Weil diverse Genehmigungen des Freistaats bis heute auf sich warten lassen, zog sich der Investor zurück. Damit blieb die Strandbar Kombüse nach dem Lockdown im Frühjahr 2020 gleich ganz geschlossen. Interessenten gab es einige. Doch die hätten zumeist das Objekt mieten wollen, hieß es. André Markwitz bot an, es zu kaufen – und bekam den Zuschlag.

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Ein langgehegter Traum am See

Zum Ende des Jahres hob der Gemeinderat Boxberg den Nutzungsvertrag mit dem vorherigen Eigentümer auf. Der neue Vertrag für die Strandversorgung läuft seit Beginn 2021 bis Ende 2040. Er und seine Frau hätten sich damit einen langgehegten Traum erfüllt, sagt André Markwitz. Mehrere Jahre verbrachte die Familie ihren Urlaub in Spanien. „Dort gab es einen Imbiss am Strand. Den fanden wir richtig toll“, erzählt Yvonne Markwitz. So festigte sich der Wunsch, zu Hause am Bärwalder See selber einen Imbiss zu führen. Vor Jahren nahmen sie schon einmal Anlauf. Es kam jedoch nicht dazu. Als sich im vorigen Jahr die Chance bot, griff André Markwitz zu. Dem Gemeinderat gefiel‘s, handelt es sich doch um ein Boxberger Urgestein, noch dazu aus gastroerfahrener Familie. Die führt seit 1930 den traditionellen „Lindenhof“.

Der Name Markise und die Optik am Strand mit den 15 Sonnenschirmen und den (noch nicht aufgestellten 30 Liegen) sind ein bisschen den Gegebenheiten in Spanien angelehnt, verrät Markwitz.

Im vergangenen Jahr wurde die Strandbar Markise richtig gut angenommen. Wegen des kurzfristigen Neustarts blieb das Angebot überschaubar. Die Gäste störte das nicht. Für die Saison 2021 wurde die Karte erweitert. Tagesangebote und Cocktails wird es geben. André Markwitz hat ordentlich aufgerüstet und investiert. Beispielsweise in eine Getränkestrecke, damit die Gäste schneller bedient werden können.

Um deren Wünsche kümmerten sich in der vorigen Saison vier festangestellte und mehrere geringfügig Beschäftigte, darunter Studenten aus Polen. Und auch jetzt bekommt der Imbiss-Chef beinahe täglich Anfragen polnischer Interessenten. Sie können es kaum erwarten, dass Strandbar und Gaststätte komplett öffnen dürfen.

Als Koch in die Heimat zurück

Ewig aber wird er sie nicht hinhalten und vertrösten können. Wie andere Betreiber von touristischen Saisonbetrieben befürchtet auch der Boxberger, „dass die Leute weg sind, ehe es wieder losgeht“. Das wäre ärgerlich, denn Mitarbeiter in der Gastronomie sind immer schwerer zu kriegen.

Dass der Chef der Strandbar auch eine Gaststätte und noch dazu im Ort führt, erleichtere die Sache sehr. Er verweist auf Erfahrungen, Lagermöglichkeiten und nicht zuletzt darauf, dass die Angestellten hier wie da eingesetzt werden könnten. Mit seinem Personal ist André Markwitz „sehr zufrieden“, wie er ausdrücklich betont.

Ihm selber wurde die Gastronomie sozusagen in die Wiege gelegt. Daher war es für ihn nur logisch, sich für den Beruf eines Kochs zu entscheiden. Doch um die Wendezeit war das leichter gesagt als getan. Ein halbes Jahr lernte er im „Stadt Weißwasser“, dann war es vorbei damit. Um einen Abschluss zu kriegen, wurde den Azubis damals eine Lehre im Westen nahegelegt. Für André Markwitz stand von Beginn an fest, dass er zurückkommen und zu Hause mitarbeiten würde. Im Jahr 2000 übernahm er Gaststätte und Pension von seinem Großvater. Vor fünf Jahren baute er die Bowlingbahn aus. Mit Leib und Seele Gastronom zu sein, bedeute allerdings, dass sich die Familie unterordnen müsse.

Als André Markwitz 2020 im Gemeinderat sein Konzept vorstellte, hatte er von einem möglichen Winterbetrieb gesprochen: von Wochenenden mit Musik und Glühwein für junge Leute, von Kaffeenachmittagen für Familien. Einige bauliche Voraussetzungen dafür sind bereits gegeben. Front und Seitenwände lassen sich elektrisch zuschieben, so dass man auch bei Wind und Wetter draußen sitzen kann.

Dass das Vorhaben bisher nicht realisierbar war, ist nicht allein der Corona-Pandemie geschuldet. Noch fehlt ein separater Wasseranschluss für den Imbiss. Die dafür notwendige Leitung ist noch immer nicht verlegt. Bisher bekommt die Strandbar das Trinkwasser vom Campingplatz Sternencamp in Boxberg, was gut funktioniert. Eine Dauerlösung aber ist das nicht, da mit dem Saisonende am 31. Oktober dort definitiv das Wasser abgestellt wird.

Wie André Markwitz stehen auch die Imbissbetreiber im Hafen Klitten und am Strand in Uhyst in den Startlöchern. Sie alle warten, dass es endlich losgehen kann.

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