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Broschüre dokumentiert Rakotz-Sanierung

Noch bis Juni laufen Bauarbeiten im Kromlauer Park. Was bis dahin und künftig dort alles passiert, hält eine Broschüre fest.

Beim Start für den Wiederaufbau der Grotte war im Juni 2019 Sachsens Ministerpräsident Kretschmer (li.) in Kromlau, ließ sich von Planer Thomas Bauer das Projekt erklären.
Beim Start für den Wiederaufbau der Grotte war im Juni 2019 Sachsens Ministerpräsident Kretschmer (li.) in Kromlau, ließ sich von Planer Thomas Bauer das Projekt erklären. © Archivfoto: Sabine Larbig

Gablenz. Als Friedrich Hermann Rötschke 1842 das einstige Rittergut Kromlau erwarb, begann zwei Jahre später erstmals auch die umfassende Landschaftsgestaltung des Areals. Auf etwa 200 Hektar Fläche wurden Teiche gegraben, Hügel aufgeschüttet, Eichen und seltene Gehölze aus aller Welt gepflanzt und Plätze mit Standbildern aus der griechischen Mythologie und gemäß dem Geschmack der Rokoko-Zeit geschmückt.

Im Zentrum des bis heute erhaltenen Landschaftsparks, der heute als größter deutscher Rhododendron- und Azaleenpark gilt, wurde ein Gebäudekomplex mit Herrenhaus (Schloss) und Kavalierhaus errichtet. Das auffälligste Bauwerk im Park ist jedoch die Rakotzbrücke, die sich im hohen Bogen über den gleichnamigen See spannt und im Wasser einen Kreis widerspiegelt. Die Brücke datiert vermutlich aus den 1860er Jahren. In ihrem Umfeld, mitten im See oder am Ufer, finden sich seither Treppen, Basaltstelengruppen und eine figurengeschmückte Grotte. Letztere lag seit ihrem Einsturz 1956 als Trümmerhaufen unterm Wasserspiegel.

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Über vier Millionen Euro Fördermittel

Inzwischen sind Brücke, Säulen- und Stelengruppen – selbst bislang als verschollen gehaltene – sowie Grotte nach historischen Vorbild saniert beziehungsweise wieder aufgebaut, erfolgen Restarbeiten, wird der See noch abgedichtet. Das Geld für das Projekt „Sanierung des Rakotz-Ensembles“ stellen Bund und Land zur Verfügung, die 2018 „grünes Licht“ für die insgesamt 4,2 Millionen Euro gaben. Erst danach begannen mit den Denkmalbehörden die Planungen für Bestandsaufnahmen, Baugrunduntersuchungen, Rekonstruktionen, bevor im Mai 2019 der Startschuss dafür fiel und zu Pfingsten 2021 die offizielle Wiedereinweihung des Ensembles erfolgt.

All diese Prozesse, ein kurzer geschichtlicher Exkurs, Höhepunkte wie die Grundsteinlegung für die Grotte, bei Bauarbeiten entdeckte Sensationsfunde, die Beschreibung von Einzelmaßnahmen sowie Beiträge beteiligter Planer, Architekten, Handwerker und andere Experten für historische Rekonstruktionen werden nun in einer Broschüre vereint. Ebenso Informationen zu weiteren erfolgten und noch bis 2022 laufenden Erneuerungsmaßnahmen im Park, zu denen die Sanierung von Gebäuden, Skulpturen, Wegen und der Bau eines neuen Parkplatzes mit touristischem Informationspunkt zählen. All dies soll Fachleute und Parkbesucher gleichermaßen über die Bedeutung der in den letzten und künftigen 100 Jahren einmalig erfolgten Arbeiten im Kromlauer Park aufklären.

Pfingsten soll alles fertig sein

Voraussichtlich zu Pfingsten, anlässlich der Wiedereinweihung des Rakotz-Ensembles, in jedem Fall aber noch dieses Jahr, kommt die reich bebilderte und informative Broschüre im A5-Hochformat heraus. Geplant wird seitens der Gemeinde Gablenz vorerst eine Auflage von 1.500 Stück. Kostenpunkt: rund 5.000 Euro.

„Wir wollen die Broschüre, weil die Grotte und vieles mehr neu entstanden, die Broschüre alle Ereignisse während der Baumaßnahmen in Wort und Bild enthält und die Nachwelt über den Stellenwert der Sanierungen aufklärt“, begründet Bürgermeister Dietmar Noack die Herausgabe. Wie hoch Kosten und Auflage sowie Verkaufspreis letztlich werden, hängt allerdings vom wirtschaftlichsten Bieter unter drei einzuholenden Angeboten ab. Noch legte der Gemeinderat lediglich den Kostenrahmen in Höhe von 5.000 Euro fest.

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