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Chefsuche mitten in der Corona-Krise

Erneut ist die Erlebniswelt Krauschwitz zu, fehlen Einnahmen, wird ums Überleben gekämpft. Und es gibt offene Fragen.

Im Frühjahr musste die Erlebniswelt drei Monate schließen, nun ist sie wieder dicht. Noch wird auf schnelle Öffnung gehofft, weshalb Becken nicht abgelassen sind.
Im Frühjahr musste die Erlebniswelt drei Monate schließen, nun ist sie wieder dicht. Noch wird auf schnelle Öffnung gehofft, weshalb Becken nicht abgelassen sind. © Sabine Larbig

Geschlossen ist das Krauschwitzer Freizeitbad wegen der Allgemeinverfügung des Freistaates. Wieder. Anders als beim ersten Lockdown wird derzeit gehofft, ab Dezember jedoch öffnen zu können. Daher arbeiten die Anlagen auf Minimum, sind die Wasserbecken noch nicht abgelassen.

Die Situation ist mehr als ärgerlich, da die Sommermonate und der Oktober trotz Corona-Bedingungen sehr gut liefen. Erhofft wurde dies wegen Feiertagen, Ferien und Wetter ebenfalls für den Rest des Jahres. „Bis Oktober hatte die Erlebniswelt eine positive Entwicklung und keinerlei Liquiditätsprobleme“, weiß der Krauschwitzer Bürgermeister Tristan Mühl. Die Gemeinde ist einziger Gesellschafter. Auf Grund der eigenen schlechten Finanzlage freut es Mühl umso mehr, dass das Bad trotz Corona-Jahr bisher keine Mehrausgaben brachte. „Allerdings weiß niemand, wohin die Covid-19-Entwicklung noch geht und welche Auswirkungen es auf Bad und Gemeinde haben wird“, sagt Tristan Mühl.

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Mitarbeiter bauen Zeitkonten ab

Mit Blick auf Wirtschaftlichkeit und Überleben der Einrichtung haben Bad-Mitarbeiter nun Urlaub oder bauen Zeitkonten ab, was in den letzten Monaten kaum möglich war. Genutzt wird die Schließzeit erneut für Wartungs- - und Instandsetzungsarbeiten und den Einbau des neuen Kassensystems. „Dennoch ist und bleibt die erneute Zwangsschließung bitter. Wir kämpfen nun, dass die Mitarbeiter nicht darunter leiden“, so Bad-Geschäftsführer Jörg Funda. Vor allem gehe es darum, Kurzarbeit so weit als möglich zu vermeiden. „Kurzarbeit bedeutet weniger Geld. Ausgerechnet vor Weihnachten wäre das nicht schön“, begründet der Noch-Chef, der kürzlich zum hauptamtlichen Bürgermeister von Schleife gewählt wurde. Die Folge: Mitten in der Corona-Krise muss Krauschwitz auch noch einen Nachfolger finden, per Stellenausschreibung auf die Suche gehen.

„Fairerweise hat der Aufsichtsrat mit der Ausschreibung bis Ausgang der Bürgermeisterwahl gewartet“, bekennt Jörg Funda, weshalb er ebenfalls Entgegenkommen zeigte. Bis zur Neubesetzung des Chefpostens in der Erlebniswelt hat er Kernarbeitszeiten im Bürgermeisteramt und Bad vereinbart. Während der Schließzeit, sagt er, lasse sich das gut und flexibel handhaben. Außerdem könne die Zeit genutzt werden, dass sich alle Beteiligten damit auseinandersetzen, was bei Nachfolge und Badzukunft zu beachten sei.

Das ist viel, weiß Bad-Aufsichtsratvorsitzender René Marko. Am 26. November ist die nächste Sitzung des Aufsichtsrates. Dann hoffe man schon erste Bewerbungen vorliegen zu haben. Marko: „Die Stellenausschreibung ist zur Lesung im Aufsichtsrat. Sobald er zugestimmt hat, wird sie veröffentlicht.“ Bürgermeister Mühl geht von einer Ausschreibung von Mitte November bis Mitte Dezember aus. Nach Bewerbergesprächen könne im Januar oder Anfang Februar 2021 ein/e neue/r Geschäftsführer/in im Amt sein. Solange werde es auch dauern, bis Jörg Funda offiziell als Bürgermeister von Schleife bestätigt und vereidigt ist.

Es geht um über 20 Arbeitsplätze

Neben der Chefsuche fürs Krauschwitzer Bad gilt es kurz- und langfristig auch das wirtschaftliche Überleben und der damit über 20 Arbeitsplätze zu sichern. „Wir werden beim Freistaat einen Zuschuss beantragen“, erklärt René Marko. Konkret sollen für November 2020 die 75 Prozent Umsatzerlös fließen, die 2019 in dem Monat erwirtschaftet wurden. Da nicht klar ist, ob und wann das Geld kommt und ob es eine Verlängerung des Teil-Lockdowns gibt, setzen Aufsichtsrat und Gemeinde auch auf mögliche andere Hilfen. „Wenn sich wirtschaftliche Probleme ergeben, muss ja gehandelt werden“, bekennt Bürgermeister Mühl. Wie das aussehen soll und kann, weiß er aktuell nicht. Doch er will und braucht Lösungen zur Badbetreibung – kurz- und langfristig. Ein Gespräch in Dresden soll Wege zeigen. „Kreis und Freistaat betonen stets die touristische Bedeutung der Erlebniswelt für den Norden des Kreises. Doch bei Unterhalt und Betreibung ist Krauschwitz auf sich gestellt.“ Das will der Bürgermeister nicht länger hinnehmen und so auch erreichen, dass die Gemeinde wieder aus ihrem Schuldenloch kommt.

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