merken
Weißwasser

Countdown für das 18. Parkseminar

Am Wochenende findet im Kromlauer Park wieder der freiwillige Arbeitseinsatz statt. Es gibt viel zu tun. Helfer sind gefragt.

Das Totholz an Wegen und Plätzen zu beseitigen, war bereits im Vorjahr ein Arbeitsschwerpunkt beim Parkseminar und das wird es am kommenden Wochenende erneut sein. Denn auch dieses Jahr war wieder sehr trocken, was der Natur zusetzte.
Das Totholz an Wegen und Plätzen zu beseitigen, war bereits im Vorjahr ein Arbeitsschwerpunkt beim Parkseminar und das wird es am kommenden Wochenende erneut sein. Denn auch dieses Jahr war wieder sehr trocken, was der Natur zusetzte. © Rolf Ullmann

Überall im Kromlauer Park werfen große, alte Bäume seit Monaten ihre Äste ab, ist Laub seit dem Sommer herbstlich verfärbt, liegen Unmengen von Totholz herum. All dies sind Folgen der Trockenheit, die auch dieses Jahr erneut der Natur zusetzte.

Dieses Jahr weniger Helfer?

Für die Gemeinde Gablenz bedeutet dies alles viel Arbeit. Doch Pflege und Sicherungspflichten können die Bauhofmitarbeiter allein im öffentlichen und etwa 200 Hektar großen Rhododendron- und Azaleenpark im Ortsteil Kromlau nicht alleine stemmen. Seit 2003 wird daher jeden Herbst ein großer freiwilliger Arbeitseinsatz im Park durchgeführt. Unterstützung erhalten Gemeinde und Helfer aus der Region dabei vom Landesverein Sächsischer Heimatschutz, so dass meist rund 150 Leute an zwei Tagen im Park arbeiten. In diesem Jahr werden es sicher nicht so viele, schätzt Frank Hoffmann, Gemeinderat in Gablenz und Vorsitzender des Umweltausschusses. „Viele Mitglieder des Landesvereins sind längst im Seniorenalter. Die Arbeit im Park und der lange Anfahrtsweg fallen so manchem immer schwerer. In diesem Jahr kommt Corona erschwerend hinzu, weshalb wir mit wesentlich weniger Helfern als in den Vorjahren rechnen.“

Familien aufgepasst
Familien aufgepasst

Hier finden Sie alle Ergebnisse des Familienkompass 2020.

Dennoch ist nicht nur Frank Hoffmann froh, dass das Seminar überhaupt stattfinden kann. Lange Zeit war dies wegen Corona nicht ganz klar, weshalb die Vorbereitungen erst im Spätsommer begannen. Doch das Seminar ist wichtig für Pflege, Ordnung, Landschaftsgestaltung und Sicherheit im Park – Arbeit ist genug da. Gehofft wird in Kromlau daher auf die Mithilfe vieler Kurzentschlossener aus dem Ort und aus Umlandgemeinden. Angst vor Ansteckung mit Corona müssen sie nicht haben. „Alle arbeiten ja im Freien und erhalten eine Arbeitsschutzbelehrung, müssen sich danach in eine Liste einschreiben. Somit sind alle Helfer nachvollziehbar und gleichermaßen informiert. Abgesehen davon ist unser nach den geltenden Corona-Richtlinien gestricktes Konzept sehr risikoarm“, erklärt Hoffmann. Dies gelte vom Arbeitseinsatz über die Verpflegung bis hin zu Vorträgen und Beisammensein.

Begehung erbibt: Es ist viel zu tun

Was die Schwerpunkte des Arbeitseinsatzes betrifft, so werden die freiwilligen Helfer an unterschiedlichen Stellen im Park benötigt. „Nach einer Begehung mit Vertretern des Landesvereins und der Gemeinde wurden die Schwerpunkte festgelegt“, erzählt der Vorsitzende vom Umweltausschuss. Einer sei erneut der Inselteich, wo drei Arbeitsgruppen im Pflegeeinsatz sind. Rhododendren zurückschneiden, Gräser vereinzeln, Unkraut und Wildwuchs wie Adlerfarn, Winde, Himbeeren und Rohrkolben entfernen sowie Gießränder am Richterstuhl wieder herstellen sind ihre Aufgaben. „Hier werden auch ausgesamte Hemlocks-Tannen, die typisch für den Park und teilweise noch historisch sind, versetzt“, verrät Frank Hoffmann.

Gearbeitet wird auch am Rakotzsee. Hier fanden durch die laufenden Bauarbeiten seit zwei Jahren kaum Pflegemaßnahmen statt, weshalb dringend etwas getan werden muss. Laut Hoffmann gehe es hier vor allem Wildwüchsen der amerikanischen Traubenkirsche, Roteichen und anderen Baumarten an den Kragen. „Auch den Zugang zu einer Basaltgruppe stellen wir wieder her und vielleicht, wenn die Leute reichen, können sogar die begonnenen Arbeiten in der Rhododendron- und Azaleenschlucht fortgeführt werden.“

Hilfe bekommen die Parkenthusiasten übrigens auch von örtlichen Anglern, die sich um die Ostseite des Rakotzsees kümmern, sowie vom Baumdienst Knorre aus Bautzen. Der wird wegen des vielen Totholzes diesmal beide Tage mit Hubsteiger und Mitarbeitern im Park sein.

Das alles passiert im Kromlauer Park

Freiwillige Helfer können am kommenden Freitag, ab 13 Uhr sowie am Sonnabend, ab 8 Uhr beim Parkseminar mitmachen. Treffpunkt ist jeweils am Kavaliershaus, wo die Einweisungen, Arbeitsschutzbelehrungen und Einteilungen in Arbeitsgruppen erfolgen. Helfer werden gebeten, wetterfeste Schuhe und Arbeitskleidung zu tragen und nach Möglichkeit auch Arbeitsgeräte wie Heckenscheren, Handsägen, Schaufeln mitzubringen. Motorsägen-Führer müssen zwingend komplette Schutzkleidung tragen.

Die Versorgung während des Arbeitseinsatzes mit Mittagessen (Gulaschkanone) sowie Getränken ist abgesichert. An beiden Tagen wird bis gegen 17.30 Uhr im Park gearbeitet. 

Am Freitag findet ab 19 Uhr im Wintergarten im Kromlauer Schloss ein Fachvortrag zum Thema „Bedeutung des Rhododendronpark Kromlau im Unesco Global Geopark Muskauer Faltenbogen“ mit Nancy Sauer, Geschäftsführerin Klein-Kölzig statt. Anmeldungen hierfür sind erforderlich. Sonnabend ist eine Führung durch den Park mit Begehung der Baustelle am Rakotz mit Rudolf Schröder vom Landesverein Sächsischer Heimatschutz, der die Pflegearbeiten seit Beginn der Parkseminare fachlich betreut, angesetzt. Auch hier ist eine Voranmeldung nötig. Für die Teilnehmer am Arbeitseinsatz ist ab 19 Uhr als Dankeschön ein gemütliches Beisammensein mit Wildschwein am Spieß vorgesehen.

Interessenten für das Parkseminar und die Rahmenangebote können sich noch bei der Tourist-Information Kromlau anmelden. Dort gibt es auch nähere Auskünfte rund um das diesjährige Parkseminar.

Weitere Informationen sowie Anmeldungen unter Telefon: 03576 222828

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser