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Weißwasser

Derbysieg statt lockerem Auslaufen

Das Osterwochenende ist für die Eishockeyfans gerettet: Die Lausitzer Füchse gewinnen 4:3 beim ETC Crimmitschau.

Viel Blau vor dem Füchsetor: Korbinian Geibel (rechts) bereinigt die Situation und befördert die Scheibe aus der bedrohten Zone. Weißwasser zeigte in Crimmitschau einen starken Kampf.
Viel Blau vor dem Füchsetor: Korbinian Geibel (rechts) bereinigt die Situation und befördert die Scheibe aus der bedrohten Zone. Weißwasser zeigte in Crimmitschau einen starken Kampf. © Archivfoto: Gunnar Schulze

Crimmtischau/Weißwasser. Die Füchse haben mit einem Derbysieg das Osterwochenende gerettet. Mit 4:3 besiegten sie am Montagabend die gastgebenden Eispiraten im Crimmitschauer Sahnpark. Es waren verdiente drei Punkte, die eine oft sehenswerte und immer hochspannende Partie krönten.

Für die Füchse ging es darum, nach dem Abrutschen auf Platz 13 noch etwas Boden gutzumachen und die Saison nicht ganz so trostlos abzuschließen – zumal die Dresdner Eislöwen vor der Partie mit nur einem Zähler mehr auf Platz zwölf standen. Zu dem Abrutschen hatte auch das 5:9-Heimdebakel am Sonnabend gegen Kaufbeuren beigetragen. Dort lief nach einem schnellen Rückstand nicht viel zusammen. Eric Steffen hatte den angeschlagenen Mac Carruth im Tor vertreten, an Steffen lag die Vielzahl der Gegentore aber keineswegs allein. Trotzdem kehrte Carruth für das Sachsenderby am Montagabend ins Tor zurück. Für die Lichtblicke im Angriff hatten am Sonnabend vor allem die jungen Spieler gesorgt. Neben dem routinierten Andrew Clark trugen sich Bennet Roßmy, Luis Rentsch und gleich zweifach Thomas Reichel in die Torschützenliste ein. Reichel wurde für seine Leistung, nicht nur in der Partie, am Montag mit einem Platz in der ersten Reihe neben Clark und Rylan Schwartz belohnt.

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Und der 21-jährige, der bisher auf zwölf Saisontore kam, war gleich wieder präsent. In Unterzahl – wieder gelang es Weißwasser anfangs nicht, unnötige Strafen zu vermeiden – lief er einen Konter über links und kam frei zum Abschluss, Ilya Andryukhov war auf dem Posten. Der Eispiraten-Goalie sollte im ersten Drittel oft im Fokus stehen und seinen Vorderleuten mehrfach die Haut retten.

Die Füchse zeigten, von den überflüssigen Strafen abgesehen, eine starke und entschlossene Partie. Tim Detig gleich zweimal, Rylan Schwartz und noch einmal Reichel hatten die besten Gelegenheiten, aber immer war Andryukhov gerade noch zur Stelle. Auf der anderen Seite hatte die Füchse-Abwehr die gefährlichen Crimmitschauer Angreifer gut im Griff. Nicht aber Verteidiger Carl Hudson, der nach einer Augenverletzung nach längerer Pause wieder in den Kader gerutscht war. Nach 16 Minuten hatte er zu viel Platz und zielte genau ins rechte Dreiangel. Carruth war ohne Chance und Weißwasser lief einem nach dem Spielverlauf doch überraschenden Rückstand hinterher.

Beide Mannschaften hatten einen Rucksack von vier Niederlagen in Folge auf den Schultern. Bei Weißwasser kam nun der Spielstand dazu. Und so hatten die Hausherren erst einmal Oberwasser, während den Füchsen zahlreiche Fehler im Aufbau unterliefen. Die beste Gelegenheit machte Carruth bei einem Zwei-gegen-Eins der Eispiraten zunichte. Die erste richtige Chance in dem Durchgang hatte Jonathon Martin nach sieben gespielten Minuten. Von Tomas Andres eingesetzt, zog er über rechts an und netzte aus spitzem Winkel hoch zum Ausgleich ein. „Na also!“, mögen sich die Füchse gedacht haben, die jetzt das Heft in die Hand nahmen. Zunächst muss die sehr engagierte Abwehrarbeit unterstrichen werden, keine Reihe fiel da in dieser Phase ab, sodass die Eispiraten kaum Platz im gegnerischen Drittel hatten.

Und vor Andryukhov waren die Lausitzer jetzt eiskalt. Korbinian Geibel setzte Bennet Roßmy stark ein, der scheiterte erst am gut haltenden Andryukhov, bekam die Scheibe aber zurück und lupfte sie herrlich über den liegenden Keeper zum 1:2 ins Tor. Eine Minute später legte Nick Ross nach, der von einer tollen Vorarbeit Stephane Dörings profitierte. Auch das vierte Tor für Weißwasser lag in der Luft. Clark und Reuß waren am nächsten dran, aber Andryukhov war jetzt wieder mit dem Glück im Bunde, und hielt den Rückstand bei zwei Toren. Wie wenig das ist, zeigte die Schlussminute des Drittels. Die Füchse-Abwehr war auf einmal nicht mehr im Bilde. Erst verkürzte Kelly Summers, der ins kurze Eck unter die Fanghand von Carruth traf – normal hält er den. Und dann konnte Dominic Walsh hinter dem Tor unbedrängt kurven und sorgte mit einem trockenen Schuss durch alle hindurch zum 3:3.

Crimmitschau wirkte im Schlussdrittel nicht wie einTeam, das diesen Sieg unbedringt brauchte, um die Playoffs zu erreichen. Vielleicht fehlte das Feuer der Fans. So kam es, dass sie Roßmy nach 41 Minuten völlig übersahen, aber er brachte den Puck nicht an Andryukhov vorbei. Danach bauten die Gastgeber Druck auf, Timo Gams hatte nach einen Fehler von Schwartz eine sehr gute Gelegenheit. Folgenschwerer war aber kurz darauf ein Patzer der Crimmitschauer Abwehr. Jakub Kania passt von hinter dem Tor, ein Verteidiger will klären, legt dabei aber die Scheibe genau für Rentsch zurecht. Der lässt sich nicht bitten und trifft trocken zum 3:4.

Die Eispiraten liefen jetzt natürlich an, besonders oft sollte die Scheibe mit Einzelaktionen vor das Füchse-Tor getragen werden. Aber Weißwasser hielt stark dagegen, es war ein echter Derbyfight mit Chancen auf beiden Seiten. Doch ein Tor fiel nicht mehr. Der Sieg war noch einmal ein Höhepunkt in der Endphase einer schwierigen Saison. Und Weißwasser hat damit alle Chancen, die Eislöwen am Ende hinter sich zu lassen.

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