merken
Weißwasser

Domowina widmet sich Strukturwandel

Bei der Hauptversammlung am heutigen 12. Juni in Schleife werden der Vorsitzende und ein neuer Bundesvorstand gewählt. Ihn erwarten große Aufgaben.

Sorbische Kulturpflege: Angelika Balzke erklärt hier den Kindern aus dem Dorf, welche Rolle einst der letzte Dudelsackspieler Hans Schuster im sorbischen Leben von Trebendorf spielte.
Sorbische Kulturpflege: Angelika Balzke erklärt hier den Kindern aus dem Dorf, welche Rolle einst der letzte Dudelsackspieler Hans Schuster im sorbischen Leben von Trebendorf spielte. © Jost Schmidtchen

Bautzen/Schleife. Die Domowina als Dachverband Lausitzer Sorben sieht weiter viel Arbeit beim Thema Sprach-Erhalt. Die Zahl der Sorbisch-Lehrer ist aus ihrer Sicht nicht ausreichend. „Da müssen wir neue Wege finden, auch mit der Politik“, sagte Vorsitzender Dawid Statnik am Freitag in Vorbereitung der Domowina-Hauptversammlung, die am heutigen 12. Juni stattfindet. 120 Delegierte wollen in der Sporthalle des neuen Deutsch-Sorbischen Schulkomplexes in Schleife den Vorsitzenden des Dachverbands für die Jahre 2021 bis 2025, seine beiden Stellvertreter sowie einen neuen Bundesvorstand wählen.

Vor-Ort-Formate geplant

Aktuell hat die größte Organisation und Interessenvertretung der Sorben und Wenden 7.300 Mitglieder in der Ober- und Niederlausitz. Diese sind in fünf Regionalverbänden – wie dem Domowina-Regionalverband „Jakub Lorenc-Zaleski“, Landkreis Görlitz – und 13 überregionalen Mitgliedsvereinen, darunter dem Verein Sorbischer Kulturtourismus in Schleife, organisiert.

Gesundheit und Wellness
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Wellness haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Für den Bundesvorstand gibt es 30 Bewerber, davon sind die Hälfte neue und auch junge Kandidaten. Das Gremium legt die Schwerpunkte der Arbeit fest. Dabei geht es künftig neben dem Erhalt der sorbischen Sprache und Kultur besonders um Projekte des Strukturwandels im Lausitzer Revier. Um die Menschen vor Ort mitzunehmen, plant die Domowina zum Beispiel Vor-Ort-Formate, um die mit dem Kohleausstieg verbundenen Sorgen und Hoffnungen direkt zu hören. Dawid Statnik sieht den Strukturwandel als Chance für die Lausitz.

Politik-Spitzen als Gäste

Für die Domowina-Hauptversammlung haben sich auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) angekündigt. Nach offiziellen Angaben gibt es etwa 60.000 Sorben und Wenden, von denen zwei Drittel in Sachsen leben. Das Siedlungsgebiet der Sorben liegt in Ostsachsen; die niedersorbisch sprechenden Wenden sind im Süden Brandenburgs beheimatet. (mis/cok)

Mehr zum Thema Weißwasser