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Ein Kita-Neubau ist die bessere Variante

Eigentlich sollte die Kita „Pfiffikus“ in Schleife komplett saniert werden. Jetzt gibt es einen ganz anderen Plan. Gebaut wird im alten Objekt trotzdem.

Noch in diesem Jahr wird in der Kita „Pfiffikus“ in Schleife gebaut. Die ursprünglich geplante Komplettsanierung scheint vom Tisch.
Noch in diesem Jahr wird in der Kita „Pfiffikus“ in Schleife gebaut. Die ursprünglich geplante Komplettsanierung scheint vom Tisch. © Joachim Rehle

Sie hat noch immer etwas von DDR-Charme, die Kita „Pfiffikus“ in Schleife. In den vergangenen Jahren wurden in der einstigen Schule ein Aufzug eingebaut, ein Sportraum eingerichtet und manch anderes getan. Und dennoch blieb es DDR-Standard. „Höchste Zeit also, das Gebäude auf Vordermann zu bringen“, so hatte es Bauamtsleiter Steffen Seidlich vor einem reichlichen halben Jahr den Gemeinderäten ans Herz gelegt. Jetzt wird die Kita in Schleife tatsächlich zur Baustelle – aber ganz anders, als es eigentlich gedacht war.

Im Laufe des Jahres müssen 300.000 Euro verbaut werden. Das Geld stammt aus dem Förderprogramm „Brücken für die Zukunft“. Damit sollen in der Kita größtenteils Arbeiten an der elektrischen wie auch der sicherheitstechnischen Anlage ausgeführt und der Brandschutz angepasst werden. Wie Bürgermeister Jörg Funda (CDU) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats erklärte, arbeite das Planungsbüro auf Hochtouren. Die Planungen seien „im Großen und Ganzen fertig“, sagte er. Da für die Elektroarbeiten diverse Durchbrüche nötig sind, müssen auch Gewerke wie Bau, Trockenbau, Maler und Fliesenleger ran. Mit einer Enthaltung hat der Gemeinderat den Bürgermeister ermächtigt, nach erfolgter Ausschreibung und Prüfung der fachlichen Eignung der Bau- und Handwerksfirmen die Aufträge zu vergeben. Man hoffe, Firmen zu finden, hieß es aus der Verwaltung. Erst recht, weil von vielen Seiten bekannt sei, dass sich immer weniger Betriebe an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen, da sie auch so genug zu tun haben.

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Umstellung auf Gasbetrieb

Vorgesehen ist ebenso, die Ölheizung auf Gasbetrieb umzustellen. Was nach den Worten von Bauamtsleiter Steffen Seidlich bei laufendem Betrieb nicht so einfach ist. „Entweder wir bringen die Kinder für mindestens eine Woche woanders unter oder wir müssen uns was einfallen lassen“, erklärte er den Räten. Notwendig ist dies, weil in der Zeit der Heizungsumstellung kein warmes Wasser zur Verfügung steht. Für den Wechsel von Öl auf Gas müssen die Tanks aus dem Keller entfernt werden – für die beteiligten Handwerker aufgrund der Enge eine besondere Herausforderung.

Für Marco Jainsch (CDU) erhob sich bei diesen Erläuterungen die Frage, was denn sei, wenn die Kosten explodieren? „Dann müssen wir schauen, was wir mit dem zur Verfügung stehenden Geld machen können“, entgegnete Seidlich. Oder aber Schleife gibt die Fördermittel zurück.

Mit dem jetzt gefassten Beschluss ist der Weg frei für „eine kleine Sanierung“. Eigentlich sollte die Kita „Pfiffikus“ komplett saniert werden. Einen Grundsatzbeschluss dazu hatte der Gemeinderat im November 2020 einstimmig gefasst.

Als Provisorien genehmigt

Wegen des DDR-Standards müsse man die Kita nicht von heute auf morgen schließen, aber vieles sei als Provisorium genehmigt und nicht als dauerhafte Lösung anzusehen, hieß es in der Begründung zu jenem Beschluss. Da war neben den jetzt anvisierten Arbeiten auch die Rede von der Erneuerung der Sanitäranlagen, der Fußböden und anderem mehr. Eine Bauzeit von mindestens einem Jahr war für die Komplettsanierung veranschlagt. In dieser Zeit hätten die etwa 80 Kinder wohl in einer Containerlösung untergebracht werden müssen.

Die Planungen ergaben alles in allem Kosten von über zwei Millionen Euro. Dafür hatte sich die Gemeinde Schleife als eine Kommune im Kerngebiet des Lausitzer Reviers Kohleausstiegsgelder erhofft.

Mittlerweile ist bekannt, dass Kitas und Feuerwehren wenig Chancen auf eine Förderung nach dem Strukturstärkungsgesetz haben. Doch das ist nicht der einzige Grund, der zu einem Umdenken führte. Während der Planungen stand die Frage im Raum, ob eine Komplettsanierung überhaupt Sinn macht, weil man an der Geschossigkeit und dem Zuschnitt der Räume nichts ändern könne. Oder wie es Bauamtsleiter Steffen Seidlich jetzt im Gemeinderat formulierte: „Aus dem bestehenden Gebäude kann man nur schwer einen modernen Kindergarten zaubern.“ Trotz des zunächst beabsichtigten großen Umfangs an Bauarbeiten, der nicht bei laufendem Betrieb der Kita zu bewerkstelligen sei.

Für Neubau noch keinen Zeitplan

Inzwischen wurden die Pläne für die Komplettsanierung der Kita „Pfiffikus“ gestoppt. In der Vorbereitung auf den Haushaltsbeschluss des Gemeinderats hatte Bürgermeister Jörg Funda in der Mai-Sitzung zu bedenken gegeben, dass man in der Planung an einem Punkt angelangt sei, „dass infrastrukturelle Probleme mit der Sanierung nicht zu lösen sind“. Als Beispiel benannte er die vorgeschriebenen Rettungswege. Mit der Sanierung im Bestand würde man gewisse bauliche Zustände in dem Objekt für die nächsten 20 Jahre festschreiben, damit müsse man verantwortungsbewusst umgehen, hatte er angemahnt. Ergänzend dazu hieß es nun in der Juni-Sitzung des Gemeinderats, dass der geplante Umbau auch aus Sicht der Nutzer „keine grundlegende Verbesserung der Kinderbetreuung im vorhandenen Gebäude“ bedeuten würde. Wie zu erfahren war, werden Mitarbeiterinnen der Kita seit etwa einem halben Jahr direkt in die Planungsrunden einbezogen.

Bereits im Technischen Ausschuss ergab sich daraus die Frage, ob nicht eine neue Kita die bessere Variante sei. Im Gemeinderat fasste Steffen Seidlich die Überlegungen mit den Worten zusammen: „Es soll über einen Neubau nachgedacht und dafür eine geeignete Stelle und ein Finanzierungskonzept erarbeitet werden.“ Zugleich bremste der Bauamtsleiter die Erwartungen. Denn wann eine neue Kita gebaut wird, „das steht noch in den Sternen“. Deshalb sprach sich Matthias Jainsch (CDU) ausdrücklich für die Teilsanierung aus. „Es ist wichtig, in der Kita Pfiffikus zu investieren. Denn es sind noch drei, vier oder fünf Jahre hin, dass wir neu bauen können. In der Zwischenzeit brauchen wir dort vernünftige Bedingungen“, erklärte er.

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