merken
PLUS Weißwasser

Eine ungewöhnliche Regentschaft

Das Daubitzer Prinzenpaar regiert ein weiteres Jahr. Und hofft, dass nicht noch eine Saison verloren geht.

Das Daubitzer Prinzenpaar, Prinz Martin der I. und seine liebreizende Prinzessin Franziska, nahm gemeinsam mit seinem Hofstaat im Februar 2020 am großen Umzug in Bad Muskau zum 65-jährigen Bestehens des Elferrates teil.
Das Daubitzer Prinzenpaar, Prinz Martin der I. und seine liebreizende Prinzessin Franziska, nahm gemeinsam mit seinem Hofstaat im Februar 2020 am großen Umzug in Bad Muskau zum 65-jährigen Bestehens des Elferrates teil. © Rolf Ullmann

So etwas gab es in der fast 45-jährigen Geschichte des Daubitzer Karnevalsvereins noch nie. Denn diesmal blieb die Tür des Lokals „Zur Krone“ am 6. Februar verschlossen. Kein Jubel, wie sonst, wenn das ausgelassene, närrische Völkchen gemeinsam mit dem Daubitzer Karnevalsverein den traditionellen Hofball feiert, brandete durch den Saal. Eine Veranstaltung, die Jahr für Jahr fest im Terminplan der Daubitzer Karnevalistinnen und Karnevalisten verankert ist.

Das amtierende Prinzenpaar – Prinz Martin der I. und seine liebreizende Prinzessin Franziska – hätten an diesem Tag ihr Amt an ein neues Paar, dessen Namen bis zuletzt geheim gehalten werden, übergeben. Leider mussten die Närrinnen und Narren in Daubitz wegen der Corona-Pandemie auf die Veranstaltung und die Amtsübergabe verzichten. Doch die Daubitzer sind erfinderisch und lassen die Narrenkappe nicht hängen. Ganz getreu dem Motto „Unglaublich aber wahr – das Prinzenpaar regiert ein weiteres Jahr!“ traten Prinz und Prinzessin kurzerhand ihre zweite Amtszeit an. Ein weiteres Jahr der Regentschaft in Daubitz steht den beiden nun bevor. Übrigens feierten einige Karnevalisten an diesem Abend doch – und zwar zu Hause, zum Teil kostümiert und mit anderen virtuell verbunden. Sie lassen dabei die vergangenen Monate noch einmal gedanklich Revue passieren.

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Nach der Amtsübernahme des neuen Prinzenpaares am 8. Februar 2020 war ein aufregender Monat gefolgt – mit der Teilnahme an den Faschingsumzügen zum jeweils 65-jährigen Jubiläum in Rietschen und Bad Muskau, mit Kinderfasching und Rosenmontagsfete in Daubitz.

Letztes großes Treffen ist ein Jahr her

Am 8. März 2020 kam der gesamte Verein dann zu einem Vereinsfototermin zusammen. Seit nunmehr knapp einem Jahr stellte dies die letzte große Zusammenkunft der Vereinsmitglieder, Helfer und Unterstützer dar. Es folgte eine Zeit der Ungewissheit, des Abstandes und der Veranstaltungsabsagen. So konnten zwar der allwöchentliche Sonntagsausschank geöffnet und der Ausschank zu Himmelfahrt durchgeführt werden – der Kindercountrytag, das 25. Jubiläums-Countryfest und letztlich auch der Saisonabschluss mit Bikertreffen mussten jedoch schweren Herzens abgesagt werden. Eine Jubiläumsveranstaltung blieb den Vereinsmitgliedern glücklicherweise erhalten: Am 6. September 2020 beging der Männerchor „Die Schlesischen Schwälbchen“ sein 30-jähriges Bestehen – mit Blasmusik von den Oberlausitzer Blasmusikanten, bei strahlendem Sonnenschein und mit zahlreichen Gästen.

Die 44. Karnevalssaison, in der sich der Daubitzer Karnevalsverein e. V. momentan befindet, wird wohl als „Pausensaison“ in die Vereinsgeschichte eingehen. Neben dem abgesagten Hofball musste bereits auf den Novemberauftakt und den Seniorenfasching verzichtet werden. Auch Kinderfasching und Rosenmontagsfete werden dieses Jahr wohl nur in den Köpfen und Herzen der Faschingsbegeisterten stattfinden. So langsam wirkt das Vereinsdomizil der Daubitzer, der Gasthof „Zur Krone“, wie ein Dornröschenschloss. „Es fällt allen schwer, sich mit dieser Situation abzufinden. Denn es sind ja nicht nur die Proben und Auftritte, die wegfallen, sondern es fehlen die Begegnungen, die Gespräche, einfach das Zusammensein der Vereinsmitglieder untereinander,“ sagt Hagen Werner.

So manche feste Freundschaft ist in den letzten Jahren durch das gemeinsame Engagement im und mit dem Verein entstanden. „Wir blicken nun voraus auf die nächsten Monate und hoffen sehr, dass wir das ebenso traditionelle Countryfest auf der Forest Village Ranch Ende Juni feiern können“, sagt Anna Anders. Sie wurde unlängst mit der Aufgabe betraut, die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins zu übernehmen. Hagen Werner pflichtet ihr voll und ganz bei, denn es geht darum, eines der großen Feste in der Region erneut zu feiern. „Fabian Adler , einer der langjährigen Organisatoren, steht im ständigen Kontakt mit mehreren Bands und Gruppen. Sie alle hoffen wie wir auch, dass sie bald wieder vor einem großen Publikum auftreten können“, sagt der Vorsitzende. Im gegenseitigen Einvernehmen wurde eine solche Regelung zwischen dem Veranstalter und den Gruppen und Bands vereinbart, die keiner Seite finanziell schadet, wenn das Countryfest doch nicht stattfinden kann.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es ungewiss, wie es mit Veranstaltungen auf der Forest-Village-Ranch weitergehen wird. Doch die Daubitzer Karnevalisten sind zuversichtlich, das sie im Herbst in ihre 45. Jubiläumssaison starten können und spätestens im Februar 2022 mit Festsitzung, Umzug, Hofball und Frühschoppen den Karneval in Daubitz wieder hochleben lassen. Und dann soll es auch wirklich wieder ein neues Prinzenpaar geben.

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser