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Feriengelände am Halbendorfer See soll schöner werden

Seit 2013 sind die Kosten explodiert. Jetzt wollen LMBV und Gemeinde Schleife dennoch Nägel mit Köpfen machen – und streichen etwas.

Der Halbendorfer See ist aus einem bis 1968 betriebenen Braunkohlentagebau entstanden. Heute ist es ein beliebtes Erholungsgebiet – bei Urlaubern und Tagesausflüglern gleichermaßen.
Der Halbendorfer See ist aus einem bis 1968 betriebenen Braunkohlentagebau entstanden. Heute ist es ein beliebtes Erholungsgebiet – bei Urlaubern und Tagesausflüglern gleichermaßen. © Archiv: Joachim Rehle

Halbendorf. Das Feriengelände am Halbendorfer See soll aufgehübscht werden. Mit einer Enthaltung hat der Gemeinderat Schleife jetzt die Vorplanung für das Vorhaben „Verbesserung der Infrastruktur am Halbendorfer See“ beschlossen.

Die Idee, dort etwas zu verbessern, stammt aus dem Jahr 2013. Im Gespräch war seinerzeit beispielsweise, die Quelle erlebbar zu machen und eine Radwegeverbindung von Mühlrose zu schaffen. Ein Dresdner Planungsbüro hatte dafür eine Kostenschätzung erarbeitet. Das Vorhaben war „Teil der Schwungmasse bei Vattenfall“, wie es Bauamtsleiter Steffen Seidlich bezeichnete. Im Rahmen des bergbaubedingten Ausgleichs in der kommunalen Infrastruktur sollten auch die Erholungsmöglichkeiten am Halbendorfer See angepackt werden. Das ist mittlerweile Geschichte.

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Kostensteigerung um über 40 Prozent

Mit der Chance auf Bergbauförderung wurden die Unterlagen 2017 eingereicht. Für die Kosten von schätzungsweise 700.000 Euro stand eine 90-prozentige Förderung in Aussicht. Dazu mussten die Planungsleistungen ausgeschrieben werden. Bauherr ist der Bergbausanierer LMBV. Oder anders gesagt: „Es ist unser Glück, dass wir als Gemeinde Schleife nur mittelbar beteiligt sind“, so Steffen Seidlich.

Als Sieger der Ausschreibung ging im Dezember 2019 das Planungsbüro Basler und Hofmann aus Dippoldiswalde als Sieger der Ausschreibung hervor. Bei der ersten Vorstellung der Vorplanungen bei der LMBV in Senftenberg waren auch der Schleifer Bauamtsleiter Steffen Seidlich und Lothar Ahr, Geschäftsführer des Zweckverbands Erholungsgebiet Halbendorfer See, dabei. Mittlerweile beläuft sich die Kostenschätzung auf über eine Million Euro, das sind 300.000 Euro mehr als 2017. Daraufhin habe man sich die einzelnen Teile des Vorhabens noch einmal angeschaut. Allein die Querung der Staatsstraße für den Radweg würde mit 260.000 Euro zu Buche schlagen. Dabei, wie auch bei der Gestaltung der Quelle, gebe es kaum Einsparmöglichkeiten. Die Gestaltung des Parkplatzes macht einen größeren Posten aus. „Wie sind übereingekommen, die Idee einer öffentlichen WC-Anlage nicht weiter zu verfolgen. Allein das Heranführen einer Trinkwasserleitung würde 68.000 Euro kosten, der WC-Container weitere 35.000 Euro. Das wollen wir nicht“, erklärte Steffen Seidlich.

Schleifes Bürgermeister hat einen Wunsch

Nach Bestätigung der Vorplanung durch den Gemeinderat müsste im nächsten Schritt die Entwurfsplanung entstehen und mit deren Abschluss eine aussagekräftige Kostenberechnung vorliegen. Doch schon jetzt sei erkennbar, wie Bauen in Deutschland immer teurer wird. Verfeinert werden sollen die Planungen etwa hinsichtlich der Stellplätze für Pkw und Busse sowie von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. „Während der Entwurfsplanung könnten noch Änderungswünsche einfließen“, wandte sich Steffen Seidlich an die Gemeinderäte. Ohnehin sei man, was die Querung der Staatsstraße S 126 für den Radweg angeht, von den Planungen der LMBV abhängig.

Auch habe der Bergbausanierer den größten Brocken der Finanzierung zu schlucken. Ob mit der weiteren Planung noch in diesem Jahr begonnen wird, wollte der Bauamtsleiter nicht versprechen. Er gehe aber davon aus, „dass Ende nächsten Jahres alles fertig ist“. Amtsverweser Jörg Funda hätte gar zu gerne die Gemeinde Trebendorf mit im Boot, die dem kommunalen Zweckverband Erholungsgebiet Halbendorfer See bisher nicht angehört. „Wir hätten mehr Schlagkraft“, begründete er.

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