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Weißwasser

Flinke Konter bremsen Lausitzer Füchse aus

In Bad Nauheim kippt die Partie mehrmals. Am Ende finden die Gastgeber eine Lücke zuviel.

Auch für den DEL-erfahrenen Füchse-Verteidiger Jens Baxmann gingen die Gegenstöße der Bad Nauheimer Roten Teufel einige Male zu schnell.
Auch für den DEL-erfahrenen Füchse-Verteidiger Jens Baxmann gingen die Gegenstöße der Bad Nauheimer Roten Teufel einige Male zu schnell. © Thomas Heide (Archiv)

Bad Nauheim/Weißwasser. Dem 3:2-Auftaktsieg in der Verlängerung am Freitag gegen Dresden ließen die Lausitzer Füchse am Sonntag in Bad Nauheim erneut ein engagiertes, sehenswertes Spiel folgen. Allerdings kehrten sie nach der 5:4-Niederlage ohne Punkte aus der hessischen Wetterau zurück.

Die Füchse starteten mit der Hypothek in das Spiel, gerade erst aus dem Bus ausgestiegen zu sein. Die Anreise nach Hessen hatte sich staubedingt verzögert, auch der Anpfiff wurde nach hinten verlegt. Und so gehörte Bad Nauheim auch der erste gefährliche Abschluss schon nach wenigen Sekunden, dann war auch Weißwasser drin im Spiel.

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Das war erst einmal eine nebelige Angelegenheit, die feuchtwarme Witterung in der Wetterau sorgte in dem halboffenen Stadion dafür, dass Schwaden über die Eisfläche waberten. Dennoch behielt die zweite, die „finnische“ Reihe der Füchse die Übersicht, Arttu Rämö kam zu einer super Gelegenheit, aber er brachte den Abpraller nicht an Goalie Felix Bick vorbei.

Gleich darauf setzte sich auch die erste Reihe der Lausitzer in Szene – und wie. Kapitän Clarke Breitkreuz ging physisch jeder Scheibe nach, Bad Nauheim konnte sich nicht befreien. Hunter Garlend zog von der blauen Linie ab, Breitkreuz setzte sich, körperlich und gedanklich stärker, gegen Kevin Schmidt durch und sorgte aus kurzer Distanz für die Gästeführung.

Bad Nauheim war vom Freitagspiel aber Rückstände gewohnt, viermal hatten die Roten Teufel gegen Landshut hinten gelegen, jedes Mal waren sie zum Ausgleich gekommen – um am Ende 4:5 in der Verlängerung zu verlieren. Das sollte dieses Mal anders kommen.
Und einer deutete die Marschroute an: Immer wieder sprintete Tristan Keck, Doppeltorschütze vom Freitag über das Eis auf Tobias Ancicka zu, etwas in der ersten Überzahlchance der Füchse, in der sie so fast den Ausgleich kassiert hätten. Der fiel im Anschluss an eine lange Unterzahlphase der Weißwasseraner, die sie gut und einsatzstark abwehrten, im Spiel Fünf gegen Fünf aber den Gegnern zu viel Platz ließen. Jerry Pollastrone durfte aus spitzem Winkel schießen und nachsetzen und traf.
Weißwasser fand die passende Antwort in Form eins tollen Angriffs über rechts, Toni Ritters Querpass fand Roope Mäkitalo, der genau neben den Pfosten auf 1:2 stellte.

Immer wieder fährt Keck davon

Auch im zweiten Spielabschnitt war es immer wieder Tristan Keck, der den Füchse-Verteidigern scheinbar mühelos enteilte. Aber bei Ancicka im Weißwasseraner Tor war dann Schluss – zunächst.

Auch die Füchse kamen in einer munteren Begegnung zu ihren Möglichkeiten, Tim Detig und gleich darauf Korbinian Geibel blieben mit ihren Abschlüssen am starken Bick hängen. Dann war von Peter Quenneville, dem bis dahin weitgehend abgetauchten Siegtorschützen vom Freitag, mal etwas zu sehen, sein Abschluss aus ungünstigem Winkel wurde Bicks Beute. Schwer wäre es für Bick geworden, hätte Luis Müllers Pass Moritz Raab gefunden, aber der war zu ungenau und die Chance dahin. Gänzlich machtlos war der Bad Nauheimer Schlussmann nach 28 Minuten: Ränö, direkt vom Wechsel gekommen, nahm die Scheibe auf, tanzte ins gegnerische Drittel und dann auch an Bick vorbei – aber traf vor dem leeren Tor nur den Pfosten. Von dort prallte er gegen Tomas Schmidts Schlittschuh, wieder gegen den Pfosten – und vorbei war die Chance. Immerhin war der Arm der Schiedsrichter oben, die Füchse kamen zum Powerplay, dabei aber nur zu einem echten Abschluss. Dafür konnte Keck wieder ein Break fahren, scheiterte aber erneut an Ancicka.

Drei Gegentore in schneller Folge

Bad Nauheim legte jetzt aber eine deutliche Schippe drauf und attackierte die Füchse deutlich früher. Es folgten dreieinhalb Minuten, in denen die Gastgeber das Ergebnis zu ihren Gunsten wendeten.

Eine schnelle Umschaltaktion sorgte für das 2:2, blitzschnell waren die Teufel im Füchsedrittel in Überzahl, und schon lag die Scheibe im Tor. Vor dem 3:2 ging Rämö, der in der gegnerischen Zone auf sich gestellt war, zu Boden. Er monierte zaghaft, während sich wieder Keck auf den Weg machte. Weißwassers Abwehr war überrascht, dabei konnte man inzwischen um Kecks Qualitäten wissen. Und dieses Mal fand er die Lücke vorbei an Ancicka zur Führung. Die Riesenchance zum 4:2 ließ Bad Nauheim dann zunächst liegen. Kurz darauf setze es aber einen weiteren Überfallgegenstoß der Gastgeber, wieder waren sie vor Ancicka in Überzahl, legten raus auf Stefan Reiter, der aus spitzem Winkel perfekt ins kurze Eck zielte.

Waren es jetzt doch die müden Bus-Beine, die den Füchsen zu schaffen machten? Auffallend oft waren sie läuferisch und in den Zweikämpfen hinten dran. Erst gegen Ende des Drittels bauten sie wieder mehr Druck auf, Korbinian Geibel ragte dabei kämpferisch heraus. Sie erarbeiteten sich eine Überzahl, die schon verpufft schien, als Quenneville seinen Hammer auspackte und per sattem Direktschuss den Anschluss herstellte.

Mut beim Attackieren nicht belohnt

Der letzte Abschnitt lebte von der Spannung. Weißwasser kam zunächst nicht wirklich durch, schaffte es aber immerhin, die Gegenstöße besser zu unterbinden. Nach vielen Versuchen war es Hunter Garlend, der mit einem Drehschuss im Nachsetzen Bick überwand, Breitkreuz war wohl noch dran – 4:4.

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Zum Ende hin gab es kaum echte Chancen, bis 80 Sekunden vor Schluss Weißwasser im Pressing viel riskierte. Der Mut wurde nicht belohnt, gegen die aufgerückte Abwehr fand ein tiefer Pass Jordan Hickmott, der mit einem trockenen Abschluss Ancicka überwand. Noch einmal schafften es die Füchse, geschlaucht von der Anreise, nicht, die aufmerksame Deckung der Bad Nauheimer zu überwinden.

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