merken
PLUS Weißwasser

„Frauen schauen anders auf die Dinge als Männer!“

Ein Porträt zum Frauentag: Monika Prinz aus Krauschwitz engagiert sich, bringt Familie, Job und Ehrenamt unter einen Hut – und hat Spaß daran.

Die Krauschwitzerin Monika Prinz ist Mutter, Unternehmerin, Gemeinderätin, aktives Vereinsmitglied bei „Pro Kind“. Nicht immer fällt es leicht, alle Aufgaben zu vereinen. Doch ihr macht es Spaß, sich zu engagieren. Und sie würde sich mehr gesellsc
Die Krauschwitzerin Monika Prinz ist Mutter, Unternehmerin, Gemeinderätin, aktives Vereinsmitglied bei „Pro Kind“. Nicht immer fällt es leicht, alle Aufgaben zu vereinen. Doch ihr macht es Spaß, sich zu engagieren. Und sie würde sich mehr gesellsc © Sabine Larbig

Eine 40-Stunden-Arbeitswoche kennt sie nicht, seit sie ihren Getränkemarkt hat. Der war früher eine Verkaufsstelle, in der Monika Prinz 1996 bis 1999 sogar Einzelhandelskauffrau lernte. Zu dem Zeitpunkt hatte die Familie bereits die Immobilie erworben, betrieb darin einen Dorfladen.

„Wir hatten Brot, Wurst, Tiefkühlwaren, Tierfutter, Haushaltwaren. Alles, was man täglich braucht. Eben ein richtiger Tante-Emma-Laden“, erzählt Monika Prinz. Dass sie kurz nach Ende der Lehre das Geschäft selbst übernehmen würde, hatte sie nicht geplant. Auch nicht, dass im Anbau dahinter wenig später, mit vereinten Kräften, noch eine Gaststube entstehen und aus dem Laden ein Getränkemarkt werden sollte. Doch als ein Discounter in Krauschwitz eine Filiale eröffnete, habe man sich „was einfallen lassen müssen, um zu überleben“, so die 41-Jährige.

Anzeige
Vielfältige Hauskonzepte von Elbe-Haus
Vielfältige Hauskonzepte von Elbe-Haus

Verwirklichen Sie Ihren Traum vom Haus mit Elbe-Haus. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung ist Elbe-Haus Ihr zuverlässiger Partner im Massivhausbau.

Inzwischen ist sie froh, die Schritte getan zu haben. Besonders seit Corona. Während die Gaststube schließen musste, konnte der Getränkemarkt mit Kommissions- und Lieferservice weiter laufen. Selbst da brach viel Umsatz weg, weil seit einem Jahr die Bestellungen regionaler Vereine oder für Feierlichkeiten fehlen. Doch Laufkundschaft im Markt mit Paketdienst und Lieferservice für Privathaushalte in Krauschwitz, Gablenz, Bad Muskau, Weißwasser blieben als Einnahmequelle. Und so war und ist Monika Prinz weiter wochentags für ein paar Stunden mit vollem Kleintransporter in der Region unterwegs. Ihre Lieferkunden sind derzeit vorrangig Senioren. „Für sie gehe ich auch mal an den Briefkasten, erledige kleine Handgriffe oder nehme mir kurz Zeit für einen Plausch.“ Manchmal werde sie sogar gebeten, jemanden mit dem Auto zum Arzt mitzunehmen. „Ich mache es, kann nur schwer Nein sagen.“

Überhaupt sprechen sie überall Leute an; wird sie um Rat gefragt; erzählt man ihr Sorgen, Nöte, Familienereignisse. Das liegt daran, dass die Geschäftsfrau sehr bekannt und seit 2014 als Gemeinderätin für „Pro Kind“ e.V. aktiv ist. Der Verein entstand aus einer Gruppe engagierter Eltern von Kita-Kindern, zu denen Monika Prinz gehörte. Obwohl der Sohn mittlerweile 13 Jahre alt, die Tochter 17 und Auszubildende ist, setzt sich ihre Mutter weiter für die Belange von Kindern und für ein familienfreundliches Krauschwitz ein. „Mir geht es darum, mehr für Kinder und Jugendliche zu bieten. Egal, ob es Verbesserungen bei Kita, Schule oder Freizeitangebote betrifft.“ Dies sind ebenfalls Anliegen des Vereins und Grund, weshalb dieser jährlich zum Kindertag ein großes öffentliches Fest veranstaltet. 2020 fiel es wegen Corona aus. „Als Art Ausgleich überraschten wir Weihnachten Kinder der Kitas Sagar und Krauschwitz mit Wunschzettel-Geschenken“, verrät Monika Prinz.

Es freut sie, wenn sie Gutes tun oder etwas mit voranbringen kann. Ob in Familie, Unternehmen, Verein, Gemeinde. Glücklich macht sie beispielsweise, dass nach über 20-jährigem Kampf die Oberschule fertig saniert wird. „Wenn es klappt, erhält es die Schule im Ort und Krauschwitz bleibt als Wohnort für Familien attraktiv. Denn hier gibt es schon Kitas, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, Schwimmbad und bald einen fertigen Abenteuerspielplatz.“

Als eine von zwei Gemeinderätinnen würde sich Monika Prinz noch mehr Frauen im Rat oder mit aktivem gesellschaftlichen Engagement im Ort wünschen. „Wir Frauen und Mütter schauen anders auf die Dinge als Männer.“ Aber sie weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, Job, Familie, Ehrenamt zu vereinen. Oft gehe es nur mithilfe der ganzen Familie und der Eltern. „Aber es macht auch Spaß, sich zu engagieren. Besonders, wenn man im eigenen Ort, selbst in kleinen Schritten, was bewirken und für die Bürger tun kann.“

Viel bewirkt und zum Nachdenken geführt habe bei ihr allerdings auch Corona. „Was mein Unternehmen, besonders die Gaststube, betrifft, so muss ich bei einigem umdenken“, bekennt die Krauschwitzerin. „Und ehrlich gesagt wünsche ich mir endlich eine Zeit ohne Homeschooling. Das belastet die Familie sehr.“ Und sie hofft auf baldige Öffnung von Einzelhandel, Freizeiteinrichtungen, Gastronomie und mehr. Nicht nur mit Sicht aufs eigene Unternehmen oder die Finanzlage der Kommune. „Ich weiß aus zig Gesprächen, dass Corona viele sehr hart getroffen hat und wir die Folgen noch nicht abschätzen können.“

Trotz allem könne sie sich ein Leben ohne Laden und Selbstständigkeit nicht mehr vorstellen. Und so hat Monika Prinz selbst am heutigen Internationaler Frauentag einen langen Arbeitstag. Einen Höhepunkt gibt es allerdings: Kaffeerunde mit Mutti bei Opa. „Er ist 91, lädt uns jedes Jahr zum Frauentag ein und alle freuen sich darauf.“

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser