merken
PLUS Weißwasser

Krummes Tor entscheidet Füchse-Spiel

Weißwasser fehlt in Bietigheim am Ende das Glück, um nach einem guten Auftritt auch Punkte mitzunehmen.

Andrew Clark behauptet sich und leitet einen Angriff für die Füchse ein.
Andrew Clark behauptet sich und leitet einen Angriff für die Füchse ein. © Archivfoto: Gunnar Schulze

Bietigheim/Weißwasser. Es war wieder knapp gegen eine Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel. Aber anders als am Donnerstag, als die Lausitzer Füchse gegen die Tölzer Löwen einen Zwei-Tore-Rückstand in den Schlussminuten samt Verlängerung noch in einen Sieg drehten, reichte es am Sonnabend in Bietigheim nicht. Mit 3:2 (0:0, 2:2, 1:0) setzten sich die Gastgeber durch - und das am Ende durchaus glücklich.

Bietigheim, das war im Vorfeld klar, war fest entschlossen, ihre Serie von drei Niederlagen in Folge zu beenden. Schließlich wollten sie als Viertplatzierte ihre gute Ausgangsposition für die Playoffs nicht noch verspielen.

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Aber die erste richtig gute Chance hatten die Füchse nach 30 Sekunden: Jakub Kania kam nach einem Gegenstoß zum Abschluss, doch der Schuss des Abwehrmannes ging zentral auf Goalie Jimmy Hertel.

Das war es aber zunächst mit der Füchse-Herrlichkeit, denn nun setzten sich die Gastgeber in Weißwassers Drittel fest, drei Minuten lang kamen die Ostsachsen zu gar keiner Befreiung. C.J. Stretchs abgefälschter Schuss und das Gestocher von Matt McKnight hätten beinahe zum 1:0 geführt, aber das gelb-blaue Bollwerk hielt. Auch Robin Just, noch einmal Stretch und wiederum McKnight kamen an Carruth nicht vorbei. Schließlich sorgte Ludwig Nirschl, indem er engagiert eine Bietigheimer Strafe gegen Max Renner herausholte, für eine Lausitzer Verschnaufpause.

Jetzt durfte auch Jimmy Hertel im Bietigheimer Tor wieder etwas zeigen, Weißwasser spielte eines seiner besseren Power Plays, es gab zahlreiche Abschlüsse, der Druck war hoch. Und so kam Tomas Andres zur bisher besten Chance des Spiels, als er nach Andrew Clarks Versuch zum Nachschuss auf das leere Tor ansetzte, aber zu hektisch danabenzielte. Noch zwei Lausitzer Schüsse flogen knapp vorbei, es blieb beim 0:0.

Nach der Überzahl zunächst das gleiche Bild: Bietigheim spielte sich in Weißwassers Zone fest, Carruth hatte viel Arbeit. Dann aber setzte sich Jonathon Martin in Szene, scheiterte am gut reagierenden Goalie, und auch Tomas Andres hatte das 0:1 auf der Kelle. Wenn die Füchse durchkamen, brannte es richtig vor Jimmy Hertels Kasten. Wie in der 13. Mintue, als nach einem Bullygewinn vor dem Tor der Steelers wieder Martin frei zum Schuss kam und in diesen alles hineinlegte - aber zulasten der Genauigkeit, und Hertel packte sicher zu.

Weißwasser hielt das Spiel jetzt zunehmend offen, es ging hin und her. Die nächste Großchance verzeichneten die Gastgeber, Brett Breitkreuz bediente Fabjon Kuqi und wurde dabei von Nicholas Ross umgegrätscht. Der Pass kam dennoch an, aber Carruth machte die Chance zunichte. Für seine Grätsche musse Ross auf die Strafbank und sah von dort aus ein gutes Unterzahlspiel seiner Mannschaft, sodass Bietigheim weiter leer ausging und das erste Drittel ohne Tore endete.

Nick Ross genial per Bauerntrick

Das blieb nach der Pause nicht lange so. Wieder schafften es die Gastgeber, die Füchse einzuschnüren. Und gingen so letztlich verdient in Führung. Riley Sheen fand den völlig freien Evan Jasper im Zentrum, der nahm direkt Maß und traf flach und platziert.

Das sorgte bei Bietigheim für Selbstvertrauen, wie man zwei Minuten später sehen konnte. Eigentlich hatten die Füchse selbst eine Gelegenheit nach einem allzu fahrigen Pass der Bietigheimer Abwehr. Sie nahmen das Geschenk aber nicht an, gaben die Scheibe leicht weg und im Gegenzug traf Sheen per Innenpfosten zum 2:0.

Das nächste Geschenk nahmen die Füchse dann doch an. Aber das machte Nick Ross auch gut. Kanias Schuss wurde abgeblockt, Torwart Hertel rutschte jedoch ins bedrohte Eck – und gab Ross die Gelegenheit, auf der anderen Seite per Bauerntrick zum 1:2 zu treffen.

25 Minuten waren gespielt, und es ging wieder offener hin und her. Nirschl, dessen dritte Reihe wieder einen guten Eindruck hinterließ, hatte eine dicke Chance, aber Hertel riss die Fanghand hoch und packte zu.

Auch die Special Teams der Lausitzer zeigten sich verbessert. Während man von den Unterzahlformationen Gutes gewöhnt ist, musste das Überzahlspiel immer wieder heftige Kritik einstecken. Auch wenn bei den wenigen Gelegenheiten (nur zwei Strafen gegen Bietigheim) kein Tor gelang, sah das ansprechend aus und tatsächlich wurde mehr geschossen, so wie es Coach Chris Straube gefordert hatte. Allerdings blieb die erste Reihe immer noch zu verspielt bei dem Versuch, den perfekten Abschluss zu finden.

Vor der Pausensirene drehte Bietigheim noch einmal auf. Breitkreuz probierte es mir einer Drehung vor dem Tor, konnte aber Carruth nicht narren. Dann hallte ein Pling durch die leere Halle, als Alexander Preibisch von der Blauen Linie den Innenpfosten traf, von dort sprang die Scheibe an Carruths Rücken, doch zu dessen Glück nicht hinter die Torlinie.

Stark war, wie sich Weißwasser aus der Druckphase und dem Forechecking der Steelers befreite. Schwarzt behaupte den Puck nach einem tiefen Pass und legte ab auf Lars Reuß, der herrlich in den Torwinkel traf. Ein beeindruckender Treffer, der dazu beitrug, das Reuß nach dem Spiel von den Zuschauern bei Sprade zum besten Feldspieler der Gäste gewählt wurde. Beeindruckend war auch, welche Größe Kania kurz darauf zeigte. Als er im Zweikampf mit Kuqi zu Fall kam, wollten die Referees den Bietigheimer vom Eis stellen. Aber Weißwassers Verteidiger wies sie darauf hin, dass kein Foul vorlag.

2:2-Unentschieden nach Toren, Führung für Weißwasser im Fairplay, so lautete der Zwischenstand nach dem zweiten Drittel, in dem, auch das gehört zur Wahrheit, Bietigheim 12:4 Torschüsse abgegeben hatte.

Abwehrreihen leisten ganze Arbeit

Das Schlussdrittel begann Bietigheim erneut druckvoll, Carruth hatte viel Arbeit. Und wieder arbeitete sich Weißwasser ins Match, wurde mutiger und die Partie ausgeglichen. Tim Detig wurde gerade noch gestört, dann hatte Martin eine Großchance. Einzelaktionen beherrschten das Spiel, wie die von Evan Jasper für die Steelers nach 49 Minuten - Carruth war da.

Hervorzuheben ist die Leistung beider Abwehrreihen, die es den Gegnern schwer machten und sehr präsent und aufmerksam alles wegräumten. So gegen Schwartz, der zweimal in aussichtsreicher Position gestoppt wurde. Dann probierte es Weißwassers Verteidiger Lukas Pozivil selbst, der Schuss nach dessen Solo hatte aber zu wenig Druck.

Letztlich war es eine glückliche Bogenlampe, mit der eine Abwehrreihe, es war die der Gäste, noch einmal überwunden werden sollte. Zwei Füchse-Spieler warfen sich vergeblich in einen Schuss von René Schoofs, vor dem Torraum kam Sheen mit dem Schläger dran und der Puck segelte über Carruth hinweg ins Netz.

Es war dieses glückliche Ding, welches das Spiel letztlich entschied. Glück für die Gastgeber, das sich Weißwasser am Ende auch verdient hätte, aber an dem Abend nicht mehr hatte.

Dreieinhalb Minuten waren noch Zeit für den Ausgleich. Am Donnerstag hatte das ja gereicht, um einen Zwei-Tore-Rückstand zu egalisieren. Aber gegen Bietigheim kam Weißwasser nicht mehr durch. Ben Roßmy versuchte es seinerseits mit einem vor dem Tor abgefälschten Schuss, aber Hertel stand genau richtig. Clark und Schwartz probierten es gemeinsam immer wieder, das Zusammenspiel sah deutlich verbessert aus, der Wille war da. Aber die Gastgeber, auch das muss gesagt werden, verteidigten das individuell bärnenstark. „Wenn sie in unser Drittel gekommen sind, waren wir da“, sagte Steelers-Coach Daniel Naud nach der Partie. Er war erleichtert, die Füchse natürlich enttäuscht.

Acht Punkte beträgt weiterhin der Rückstand auf Platz acht. Die nächste Gelegenheit, das zu verkürzen, besteht am Montag. Dann kommen die Eislöwen, bei denen es gerade nicht rund läuft, zum Derby nach Weißwasser. Das Spiel wird ab 19.30 Uhr im Livestream auf Sprade übertragen.

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser