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Für den Abriss gibt’s keine Fördermittel

Für den Ersatzneubau der Kita in Rohne muss erst Baufreiheit her. Eine knifflige Sache, weil auch der Denkmalschutz dabei ein Wörtchen mitzureden hat.

Der denkmalgeschützte Mittelbau soll stehen bleiben.
Der denkmalgeschützte Mittelbau soll stehen bleiben. © Constanze Knappe

Schleife. Das ehemalige Gasthaus „Zur gemütlichen Ecke“ in Rohne soll zur Kindertagesstätte werden. Der rote Klinkerbau an der Ecke Spremberger/Mühlweg steht wegen der ortsbildprägenden Fassade unter Denkmalschutz. Ob und wie zurückgebaut werden darf, war deshalb eine der ersten Fragestellungen an die Architekten. Bald war man sich einig, dass alle nicht unter Denkmalschutz stehenden Altgebäude am Mühlweg abgerissen werden: Nur so könne Baufreiheit für den Ersatzneubau der Kita Milenka geschaffen werden. Zudem sei es der einzige Weg, um im Zeit- und Kostenrahmen zu bleiben. Mit zwei Enthaltungen ermächtigte jetzt der Gemeinderat den Bürgermeister Jörg Funda (CDU), den Auftrag für die Abrissleistungen an den wirtschaftlichsten Bieter zu vergeben.

Baubeginn noch in diesem Jahr

Die Ausschreibung soll laut Bauamtsleiter Steffen Seidlich so schnell wie möglich erfolgen und dafür auch die Zeit der Sommerpause des Gemeinderats genutzt werden. Bis Mitte 2023 muss die neue Kita in Rohne – als eine Maßnahme des 2017 vereinbarten bergbaubedingten Nachholebedarfs – fertig sein. Deshalb will Schleife noch 2021 mit dem Bau beginnen. In der Kostenberechnung sind allein für den Abriss 220.000 Euro aufgerufen. Das könne durch die Ausschreibung günstiger, jedoch auch teurer werden. „Aber wenn wir dort bauen wollen, müssen die Altgebäude weg“, so der Bauamtsleiter. Wohl wissend, dass es immer schwerer werde, Auftragnehmer zu finden, da sich immer weniger Firmen an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen.

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Ende Mai reichte die Gemeinde die Unterlagen für den Fördermittelantrag fristgerecht ein. Er war zusammen mit allen anderen Anträgen von der zuständigen Kommission geprüft worden. Da hatten der Bürgermeister und sein Bauamtsleiter noch gehofft, „dass die Kommission die Qualität der Anträge in den Vordergrund rückt und schnell entscheidet“. Letzteres hat sich erfüllt: Ende Juni wurde entschieden, wohin die Fördergelder gehen. Allerdings überschritt die Zahl der Anträge den Finanzrahmen des Fördermittelgebers bei weitem.

Wie von Jörg Funda zu erfahren war, bekommt Schleife nichts davon ab. Wie er auf Nachfrage von TAGEBLATT erklärte, werden man nun nach anderen Finanzierungswegen für den Abriss suchen müssen.Die Planungen laufen indes weiter. Als Gesamtkosten sind zwei Millionen Euro veranschlagt. Davon steuert der Freistaat 1,66 Millionen Euro bei. Den Großteil der übrigen Kosten übernimmt die Lausitz Energie Bergbau AG (Leag), auch der Landkreis beteiligt sich. Die Gemeinde Schleife kommt ohne Eigenanteil aus. Es sei denn, es ergeben sich – wie jetzt mit den Abrisskosten – Dinge, die nicht erkennbar waren

Es soll ohne Eigenanteil gehen

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