merken
PLUS Weißwasser

Gelebtes Europa aus ganzem Herzen

Gemeinderat Daniel Mosmann hat sich in Krauschwitz sehr dafür eingesetzt. Das wurde ihm aus Ost und West gedankt.

Erste Krauschwitzer Kontakte zur polnischen Gemeinde Przewóz gab es 1995. Am 30. April 2004 wurde auf der Grenzbrücke die Partnerschaft besiegelt, die seither durch den Austausch der Feuerwehren, Sportvereine und in vielen anderen Aktivitäten lebt. Bü
Erste Krauschwitzer Kontakte zur polnischen Gemeinde Przewóz gab es 1995. Am 30. April 2004 wurde auf der Grenzbrücke die Partnerschaft besiegelt, die seither durch den Austausch der Feuerwehren, Sportvereine und in vielen anderen Aktivitäten lebt. Bü © Constanze Knappe

Die Gemeinderatssitzung am Dienstagabend in Krauschwitz hielt einige Überraschungen bereit. Zu allererst für Daniel Mosmann. Der CDU-Mann hatte im Mai angekündigt, dass er nach 17 Jahren als Gemeinderat kommunalpolitisch in den Ruhestand gehen wolle. Da war er zuvor aber auch schon viele Jahre Stadtrat in Weißwasser, später Kreisrat und in etlichen weiteren ehrenamtlichen Funktionen im Landkreis tätig – alles in allem 37 Jahre aktive Kommunalpolitik.

Einstimmig folgten die Räte seinem Antrag. Laut sächsischer Gemeindeordnung liegt ein wichtiger Grund für das Ausscheiden vor, wenn die betreffende Person älter als 65 Jahre ist. Daniel Mosmann ist über diese Altersgrenze schon lange hinaus. Ungeachtet dessen war er bis zuletzt couragiert und engagiert – und das nicht nur in der Gemeinde Krauschwitz und ihren Ortsteilen. Angesichts seiner Lebensleistung geriet die übrige Tagesordnung in den Hintergrund. Bürgermeister Tristan Mühl (Freie Wähler) nannte Daniel Mosmann ein Vorbild. Er würdigte, mit wie viel Herzblut dieser immer im vollen Einsatz war und sich nie habe unterkriegen lassen.

njumii – Das Bildungszentrum des Handwerks
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.

njumii ist der Ausgangsort für individuelle Karrieren. Im Handwerk. Im Betrieb. Im Mittelstand. In der Selbstständigkeit.

Vor allem aber ist Daniel Mosmann der Macher der Partnerschaften der Gemeinde Krauschwitz – mit Przewóz (2004/Polen), Ottersweier (2007/Baden-Württemberg) und Szücsi (2011/Ungarn). Bei ihm laufen maßgeblich die Fäden zusammen. Und so war es kein Wunder, dass am Dienstagabend der Ratssaal aus den Nähten platzte.

Aus Przewóz war Bürgermeister Mariusz Stroyny samt Feuerwehrchef angerückt – mit Blumen und einem großen Dank für die jahrelange Zusammenarbeit, besonders auf der Ebene der Feuerwehren.

Sogar aus dem über 700 Kilometer entfernten Ottersweier hatte man die weite Anreise nicht gescheut. Man sei sehr gerne gekommen, so Bürgermeister Jürgen Pfetzer (CDU). Jeweils am ersten Dienstag im Monat steht er in einer Videokonferenz im Kontakt mit seinem Krauschwitzer Amtskollegen. Das sei ein festes Fundament der Zusammenarbeit ihrer deutsch-deutschen Partnerschaft. Die Gemeinden Ottersweier in Baden-Württemberg und Krauschwitz in Sachsen waren 1990 durch Zufall miteinander bekanntgeworden – weil beide mit 7583 seinerzeit die gleiche Postleitzahl hatten. 2007 war der Partnerschaftsvertrag unterschrieben worden. „Die Partnerschaft wird gelebt und gepflegt durch die Menschen“, versicherte der Ottersweier Gemeindechef. Und das sei vor allem ein Verdienst von Daniel Mosmann.

Partner auch in schweren Zeiten

Pfetzers Stellvertreter Linus Maier setzte dem noch eins drauf: „Politische Kontakte sind wichtig, aber nicht ausreichend. Denn jeder kann von jedem lernen. Partnerschaft ist kein Selbstläufer. Sie ist aktiv zu gestalten.“ Der CDU-Fraktionsvorsitzende in Ottersweier warb ausdrücklich dafür. Dass die Partnerschaft beider Gemeinden „nicht bloß ein Stück Papier an der Wand“ ist, dafür hätten sie am Dienstag viele Beispiele aufzählen können. Eins ist sicher nicht nur Daniel Mosmann ganz besonders im Gedächtnis haften geblieben. Angesichts der aktuellen Hochwasserkatastrophe erinnerte er an die beiden Hochwasser 2010 in den Neißedörfern. Damals seien sie aus Ottersweier mit 10.000 Euro gekommen. „Die Hälfte haben sie in Krauschwitz gelassen, den Rest nach Przewóz geschafft“, sagte Mosmann. Und, dass es in einem solchen Falle gar nicht auf die Summe ankäme, sondern darauf, mit wie viel Herz jemand dahinter steht. Dass die Chemie stimmt, sieht man ganz offensichtlich auch in Ottersweier so. „Unsere Partnerschaft ist gelebtes Europa. So hält der Frieden und daran wollen wir auch weiterarbeiten“, erklärte der Chef der dortigen Freien Wähler, Dieter Kohler.

Daniel Mosmann hat sich „so viel Wertschätzung nicht träumen lassen“. Wie sehr es ihn rührte, war ihm deutlich anzumerken. Dass die Partnerschaften weiterleben, darauf hofft er sehr. An seine Noch-Ratskollegen gewandt, ermahnte er sie, die Kommunalpolitik „parteiübergreifend für und mit den Bürgern“ weiterzuführen. Es sei selbst unter schwierigen Bedingungen Vieles erreicht worden. Man habe in manchen Fragen auch gestritten, aber „im Großen und Ganzen diszipliniert gearbeitet“. Davon könnten sich manche andere Gemeinderäte eine Scheibe abschneiden.

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser