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Weißwasser

Groß Düben bezuschusst Friedhöfe auch weiterhin

Die Kosten für die Bewirtschaftung werden nur etwa zur Hälfte umgelegt. Trotz der neuen Kalkulation hat der Gemeinderat die Gebühren nicht angepasst.

Der Friedhof in Groß Düben. Die Anpassung der Friedhofsgebühren in der Gemeinde war lange umstritten. Jetzt steht fest: Die Kosten zur Bewirtschaftung der Friedhöfe werden auch weiterhin nicht vollumfänglich umgelegt.
Der Friedhof in Groß Düben. Die Anpassung der Friedhofsgebühren in der Gemeinde war lange umstritten. Jetzt steht fest: Die Kosten zur Bewirtschaftung der Friedhöfe werden auch weiterhin nicht vollumfänglich umgelegt. © Constanze Knappe

Groß Düben. Die Gemeinde Groß Düben trägt auch weiterhin 50 Prozent der Kosten für eine Beerdigung oder Bestattung auf ihren Friedhöfen. So jedenfalls brachte es Bürgermeister Helmut Krautz (SPD) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats auf den Punkt. Auf der Tagesordnung standen die Beschlüsse über die Kalkulation der Friedhofsgebühren für die Jahre 2021 bis 2025 sowie daraus resultierend über die Friedhofs- und Gebührensatzung der Gemeinde Groß Düben. Demnach kostet die Überlassung einer Reihengrabstätte für die Dauer von 20 Jahren 370 Euro, die Überlassung einer Urnenreihengrabstätte 330 Euro. Für eine Wahlgrabstätte mit einer Nutzungsdauer von 25 Jahren werden 960 Euro fällig. Für die Nutzung der Friedhofshalle sind 80 Euro veranschlagt statt der kalkulierten 326,15 Euro. So weist es das neue Gebührenverzeichnis aus.

Gefasst wurden beide Beschlüsse einstimmig – ohne jegliche Diskussion. Die hatte es in der Vergangenheit dafür umso mehr gegeben. Denn die tatsächlichen Kosten sind gemäß der neuen Gebührenkalkulation etwa doppelt so hoch. Damit sponsert die Gemeinde auch weiterhin ihre beiden Friedhöfe. Pro Jahr macht das im Schnitt einen Zuschuss von 6.830 Euro aus dem kommunalen Haushalt zur Bewirtschaftung der Friedhöfe aus. Angesichts knapper Kassen sollte das eigentlich kein Dauerzustand mehr sein. Stattdessen sei eine Erhöhung der Friedhofsgebühren unumgänglich, hieß es aus der Verwaltung. Ein auf derlei Berechnungen spezialisiertes Büro hatte die Gebühren ermittelt. „Wenn wir mit dem Haushalt ins Schleudern geraten, werden wir von der Rechtsaufsicht auf solche Gebühren angesprochen“, hatte der Bürgermeister schon im Dezember zu bedenken gegeben. Dennoch taten sich die Räte mit der Anpassung schwer.

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Das fand auch darin seinen Ausdruck, dass man sich lange zu keinem Beschluss durchringen konnte. In der Oktober-Sitzung hatte sich der Gemeinderat mit dem Entwurf einer neuen Gebührensatzung für die Friedhöfe befasst. Allerdings nur die Halbendorfer Räte. Die aus Groß Düben waren zu Hause geblieben, nachdem es einen Corona-Fall in ihren Reihen gab. Anfang Dezember stand das Thema erneut zur Diskussion. Weil diesmal die Halbendorfer Räte fehlten, wurde der längst überfällige Beschluss auf Antrag von Thomas Storp (WV Groß Düben) abermals vertagt. Man wolle sich hinterher nichts vorwerfen lassen, begründete er in jener Sitzung.

Zum wiederholten Mal hatte Bürgermeister Helmut Krautz gewarnt, dass die Rechtsaufsicht den Beschluss womöglich kippt, wenn die Gemeinde ihren Haushalt nicht ausgleichen kann und ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen muss. Und Ires Fercho (WV Groß Düben) hatte eingeräumt , dass die Gebühren noch nie erhöht wurden, seit sie Rätin ist. Dabei müssten diese alle fünf Jahre angepasst werden. Das aber ist mit den Beschlüssen im März nun wiederum nicht passiert. Stattdessen ist nun amtlich: Die Gemeinde Groß Düben sponsort ihre Friedhöfe auch weiterhin.

Die im Herbst von Ortvorsteherin Katrin Pullmann vorgebrachten Befürchtungen, dass wegen der günstigen Preise womöglich auch Fremde in Groß Düben beerdigt werden, sind hingegen vom Tisch. Wie es heißt, bestehe die Regel, dass nur Menschen aus der Gemeinde auf den Friedhöfen ihre letzte Ruhe finden – oder ehemalige Einwohner, die danach in einem Pflegeheim, etwa in Weißwasser, lebten.

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