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Großeinsatz fürs Impfteam im Nordkreis

Gleich in mehreren Kommunen bekommen die Ü 80-Senioren den begehrten Piks gegen Covid-19. Endlich.

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Symbolbild © dpa

Wann werde ich endlich geimpft? Diese Frage von betagten Bürgern aus dem Nordkreis erreicht das Tageblatt in Weißwasser immer wieder. Ungeduld macht sich breit, weil es zwischen Weißwasser und Bad Muskau mit dem Impfen der Senioren scheinbar nur schleppend vorangeht.

Das musste man jetzt auch in der Kreisverwaltung eingestehen. Etwa 20 Prozent der über 80-Jährigen im Kreis Görlitz seien noch immer ungeimpft, hinzu kämen Menschen mit Behinderung und Pflegestufe, die ebenfalls in die erste Prioritätsgruppe gehören. So jedenfalls war es auf einer Pressekonferenz des Landkreises Görlitz am Gründonnerstag zu vernehmen. Beim Kreis ist man alles andere als glücklich darüber. Zumal von dem für die Grenzregionen zugesagten Impfstoff vor Ostern noch nichts angekommen war.

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Sächsische.de sagt, wie es im Nordkreis ums Impfen gegen Covid-19 steht.

Weißwasser: Wegen des übergroßen Interesses gibt es einen dritten Termin

In Weißwasser werden am 9./10. April impfberechtigte Bürger der Stadt und der Gemeinde Weißkeißel geimpft. Etwa 1.400 Einwohner hatte die Stadtverwaltung angeschrieben. Das Interesse sei sehr hoch, so Stadtsprecher Wulf Stibenz. Deshalb wird es einen dritten Termin am 20. April geben. An allen drei Tagen seien die Impfzeiten sehr gut gefüllt. Die Stadt rechnet mit 200 Impfdosen pro Tag. Auch sei nicht davon auszugehen, dass Dosen übrig bleiben, heißt es aus dem Rathaus. Geimpft wird an allen drei Tagen jeweils von 8 bis 16 Uhr im Stadtpavillon am Sorauer Platz. Das Impfen übernehmen das mobile Impfteam des DRK und drei Ärzte aus Weißwasser.

Für Notfälle, insbesondere für Bürger aus Weißkeißel, wird ein Fahrdienst eingerichtet. Jedoch werden Menschen in Betreuungseinrichtungen ja ohnehin extra geimpft. Die Stadtverwaltung sichert den Ablauf der mobilen Impfaktionen durch Mitarbeiter aus den Bereichen Hausmeister, Ordnungsamt, dem Büro des Oberbürgermeisters sowie der Hauptverwaltung ab. Auch Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) und der Leiter des Referats Hauptverwaltung, Dietmar Lissina, werden vor Ort sein. „Polizisten des Reviers Weißwasser und der Sicherheitsdienst der Eisarena Weißwasser sorgen vor Ort für einen effektiven und reibungslosen Ablauf“, kündigte der Stadtsprecher an.

Boxberg: Kurzfristiger Ersatztermin nach dem AstraZeneca-Stopp

Die Gemeinde Boxberg hat nach Abstimmung mit dem Landkreis kurzfristig für diesen Sonnabend, den 10. April, einen Termin mit dem lokalen Impfzentrum des DRK bekommen. Ursprünglich war das Impfen für den 20. März angesetzt, war dann aber wegen des Impfstopps mit AstraZeneca abgesagt worden, so Hauptamtsleiter Arian Leffs. Im Vorfeld hatte die Gemeinde Kontakt zu den etwa 400 über 80-Jährigen aufgenommen. Die Bewohner der Pflegeheime sind zumeist geimpft, auch waren einige Senioren von sich aus ins zentrale Impfzentrum nach Löbau gefahren.

Mit 130 bis 150 Interessenten der Altersgruppe Ü 80 wird daher am Sonnabend gerechnet. Telefonisch wird jetzt noch einmal abgefragt, ob sie bei ihrer Zusage bleiben. Die Impfung selbst wird durch das medizinische Personal des mobilen Impfteams vorgenommen. Die Gemeinde stellt einige Helfer für organisatorische Aufgaben wie die Einweisung zum Parken oder den Einlass. Der Termin für die zweite Impfung ist für den 1. Mai angesetzt. Dafür gelten dann die gleichen Impfzeiten wie an diesem Sonnabend, so Arian Leffs.

Schleife: Der eigentlich zweite Impftermin wird zur Erstimpfung

Der erste Impftermin war ursprünglich für den 21. März im Sorbischen Kulturzentrum in Schleife angesetzt. Wegen des AstraZeneca-Stopps war dieser jedoch ausgefallen. Somit findet an dem eigentlich für diesen Sonntag, den 11. April, geplanten Zweittermin nun die Erstimpfung für die über 80-jährigen Einwohner der Gemeinden Schleife, Groß Düben und Trebendorf statt. An der Reihe sind gleichfalls die impfberechtigten Bürger der Gemeinde Gablenz. Deren Bürgermeister Dietmar Noack ist froh, dass das tatsächlich so unkompliziert klappt, wie es von Anfang am beabsichtigt war. Zwei Ärzte aus Weißwasser übernehmen das Impfen zusammen mit dem mobilen Impfteam aus Löbau.

Alle betreffenden Bürger der vier Gemeinden wurden bereits angeschrieben oder erhalten noch ganz kurzfristig Post. Wie viele von ihnen das Angebot am Sonntag tatsächlich wahrnehmen, stand nach Aussage des Schleifer Bürgermeisters Jörg Funda (CDU) gestern noch nicht fest. Nach Redaktionsschluss fanden weitere Detailabsprachen statt. Bedanken möchte er sich beim Pflegeteam Kunze für die Unterstützung.
Abgesehen vom Impfen wird das SKC in Schleife jeden Freitag im April zum Testzentrum. Am 31. März nutzten 126 Bürger der drei Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft Schleife das Angebot.

Bad Muskau: Kein Impfzentrum, aber die Hausärzte der Stadt impfen

Ursprünglich sollten die 307 Impfberechtigten der Stadt in Schleife mit geimpft werden. Das ist leider nicht möglich, weshalb sich Bad Muskau um einen eigenen Weg bemühen musste, um den Senioren die Fahrten nach Löbau zu ersparen. Nun wird in der örtlichen Praxis von Dr. Robert Lemke (und voraussichtlich auch in der Praxis von Wladimir Grez) geimpft. „Wir können noch keine genauen Termine sagen. Doch wir gehen davon aus, dass die Erstimpfungen der Bürger über 80 Jahre in den nächsten zwei bis drei Wochen erfolgen“, sagt Bürgermeister Thomas Krahl. Noch geklärt werden müsse zudem, ob die Praxen oder die Verwaltung die Vergabe der Impftermine vornehmen.

Bereits in Vorbereitung sei zudem der von der Kommune angebotene Fahrdienst, den – laut Rückantwort auf die Bürgeranschreiben – viele in Anspruch nehmen wollen. Parallel arbeiten die Verwaltung und der Pflegedienst Porges an der Errichtung eines Covid-19-Testzentrums – nicht eines Impfzentrums, wie irrtümlich von TAGEBLATT geschrieben – am Lindenhof. Wann das arbeiten kann, ist noch offen. „Wir bekommen bei Anbietern aktuell leider keine Tests in ausreichender Menge – oder die Preise sind so explodiert, dass wir sie als Kommune nicht zahlen können“, begründet Krahl. Es werde jedoch daran festgehalten und gearbeitet, auch in Bad Muskau kostenlose Tests bieten zu können, um auch hier Einwohnern längere Wege zu ersparen.

Krauschwitz: Terminvergaben laufen nur noch bis Donnerstag

In Krauschwitz und seinen Ortsteilen haben noch rund 300 Bürger über 80 Anspruch auf Erstimpfung. Nachdem die Gemeinde sich nicht an zentrale Impfzentren anschließen konnte, erfolgt – in Absprache mit den beiden Hausarztpraxen in der Geschwister-Scholl-Straße – nun dort die Impfung. Die Terminvergaben für Erstimpfungen, die vom 15. April bis 7. Mai je donnerstags und freitags in den Praxen erfolgen, läuft bis zum 8. April über die Gemeindeverwaltung. Darauf hatte man sich geeinigt, um das Praxispersonal zu entlasten. Allein am Dienstag meldeten sich rund 120 Impfwillige an. „Wir waren von der Menge überrascht“, so eine Gemeindemitarbeiterin. Was den zweiten Impftermin betrifft, so wird dieser nach der Erstimpfung direkt durch die Arztpraxen vergeben.

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Da Weißkeißel eine Verwaltungsgemeinschaft mit Weißwasser hat, sind impfberechtigte Einwohner bei den drei Impfterminen in der Stadt mit eingetaktet. Zuvor hatte Weißkeißel alle Bürger angeschrieben, die bis 9. April 2021 ihren 80. Geburtstag haben und noch nicht geimpft sind. Ihnen wurde auch ein von der Gemeinde organisierter Fahrdienst angeboten.

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