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Grundschulbau wird viel teurer als geplant

Rund 160.000 Euro muss die Gemeinde Krauschwitz mehr ausgeben. Vorhersehbar war das nicht.

Die Grundschule in Sagar wurde im Altbaubereich saniert und erhielt einen neuen Anbau mit Zusatzräumen. Dem Komplex sieht man die derzeitigen Bauprobleme nicht an.
Die Grundschule in Sagar wurde im Altbaubereich saniert und erhielt einen neuen Anbau mit Zusatzräumen. Dem Komplex sieht man die derzeitigen Bauprobleme nicht an. © Joachim Rehle

Krauschwitz. In der jüngsten Ratssitzung mussten gleich vier Nachträge beschlossen werden, weil Rechnungen für Bauleistungen zur Sanierung der Grundschule in Sagar höher ausfielen als die Kalkulation. Zusammen machten sie etwa 43.000 Euro Mehrkosten aus. Es ist nicht das erste Mal, dass Baufirmen höhere Beträge fordern. Mittlerweile liegen die Gesamtbaukosten bei 1,64 Millionen Euro statt der 2018 geplanten 1,48 Millionen Euro, auf deren Basis auch die Fördermittel berechnet wurden. Die Folge: Der Eigenanteil der Gemeinde stieg ebenfalls immens. Laut Bürgermeister Tristan Mühl sei die Kostenexplosion nicht vorhersehbar gewesen.
„Als die Bewilligung für die Fördermittel kam, waren die Baupreise zwischenzeitlich stark gestiegen. Außerdem wurden Änderungen in der Entwurfsplanung nötig, weil beispielsweise die Fassade nicht überdämmt werden konnte, da das aus den 1990er Jahren stammende Schienensystem nicht mehr erlaubt ist. Das hatte zur Folge, dass die Rüstung angepasst werden musste. So kamen allein bei der Fassade rund 31.000 Euro Mehrkosten zusammen“, erklärte er vor den Beschlussfassungen.

Unliebsame Überraschungen

Wie Mühl weiter ausführte, seien mittlerweile auch die Preise bei Heizung, Elektrik, Lüftung und Sanitär angestiegen. „Und es wurden während der Bauphase einige Zusatzleistungen nötig, weil es für das Objekt noch keine Gebäudeanalyse oder einen Gebäudescan gab wie jetzt bei der Oberschulsanierung“, unterstrich Marcell Hänchen vom Bauamt. Er kennzeichnete das Projekt als „Katastrophe“, da der bauliche Zustand des Schulhauses von Keller bis Dach, Heizung bis Fenster, Alt- und Anbaubereich stetig neue Überraschungen zu Tage gefördert habe. „Es gab marode Leitungen und fehlende Gefälle, die nicht erwartet wurden; schiefe Wände, Türen- und Fenstereinfassungen, unterschiedlich hohe Böden, aber auch diverse Bauauflagen, die zu Nach- und Zusatzarbeiten führten, die wiederum ein Mehr an Arbeitszeit und Material verursachten und Kosten hochtrieben“, fasste er die durchweg ärgerliche Problematik zusammen.
Trotzdem gibt es gute Nachrichten. Laut Mühl seien die Förderprogramme Schulinfrastruktur und Invest Schule auf Grund des Bedarfs wieder geöffnet worden, so dass Krauschwitz jetzt wegen der angefallenen Mehrkosten auch Nachträge stellen könne. Gerechnet werde dadurch mit einer rund 84-%igen Gesamtförderung, so dass der zu zahlende Eigenanteil wieder sinke. „Wenn wir das hinbekommen, ist es gut. Aber es war wichtig, das Schulgebäude zu sanieren, damit es noch viele Jahre funktioniert. Das haben wir in Sagar erreicht“, erklärte Gemeinderat Detlef Roitsch.

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Klausurtagung noch 2020 angeregt

Mario Mackowiak und Daniel Mosmann regten dennoch an, künftig Budgetplanungen und Kosten durch gemeinsame Sitzung von Bau- und Verwaltungsausschuss – in denen die Gemeinde über den Ist-Stand informiert – besser im Blick zu haben. „Die Grundschule ist ein Bestandsgebäude und Mehrkosten waren vorhersehbar. Generell müssen wir Räte bei Bauvorhaben wissen, wo wir hinsteuern und sehenden Auges agieren“, so Mackowiak. Daniel Mosmann schlug vor, noch 2020 eine gemeinsame Klausur abzuhalten. Trotz der Probleme nannte Mühl die Schulsanierung eine „heroische Leistung“. „Es sind nun alle Nachträge in der Gesamtkalkulation. Wir geben kein Geld mehr zusätzlich aus und haben gezeigt, auch Altbau zu können, was gut für neue Vorhaben ist.“

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