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Hallescher Anbieter kocht für Muskauer Kita

Bei den Bergpiraten wechselt der Lieferant für das Mittagessen. Aber warum stimmten die Räte für den entferntesten Bieter?

Gesunde und ausgewogene Ernährung für die Kita-Kinder ist oberstes Anliegen bei Eltern und Erziehern und Bestandteil des Kneipp-Kita-Konzepts der Bergpiraten.
Gesunde und ausgewogene Ernährung für die Kita-Kinder ist oberstes Anliegen bei Eltern und Erziehern und Bestandteil des Kneipp-Kita-Konzepts der Bergpiraten. © Sabine Larbig

Bad Muskau. Kindern muss das Essen und Eltern der Preis schmecken. So einfach könnte man in der Theorie die Thematik umschreiben. Praktisch ist der Wechsel eines Anbieters unter Beachtung dieser Grundkriterien weniger einfach, wie sich in Bad Muskau zeigte, nachdem der bisherige Anbieter seinen Konzessionsvertrag zum 31. Januar 2021 gekündigt hatte.

Seit vielen Wochen wurde sich deshalb um einen nahtlosen Wechsel bemüht. Sechs Anbieter wurden angefragt. Grundlage waren bei allen die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zur Kitaverpflegung. Letztlich gingen vier Angebote aus Hoyerswerda, Bautzen, Weißwasser und Halle an der Saale ein.

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Wie Hauptamtsleiter Dirk Eidtner in der Stadtratssitzung am Mittwoch erklärte, seien die vier Anbieter auch mit Verkostungen und Auswertung der Bewertungsbögen geprüft worden. Als Tester und Bewerter einbezogen in die Vergabe der Mittagsversorgung der Kita „Bergpiraten“ waren der Essenausschuss, bestehend aus Vertretern von Elternrat, Erzieherinnen, der Servicekraft der Kita, Stadtverwaltung und Kita-Leiter – sowie der Elternbeirat. Im Ergebnis empfahlen sie dem Stadtrat die Beauftragung des Anbieters „Leib & Seele Dienst am Gast GmbH“ aus Halle.

Gekocht wird in Schleife

„Das hört sich weit weg an. Doch der in ganz Mitteldeutschland tätige Anbieter mit rund 100 Mitarbeitern hat eine Küche in Schleife, wo das Essen gekocht wird“, erläuterte Eidtner im Rat. Laut seiner Aussage versorge er bereits Kita, Oberschule und Zivildienstschule in Schleife. Kritik habe er von dort nicht gehört. Von Vorteil sei zudem, dass der Anbieter bis zum Ende des Schuljahres feste Preise garantiere.

Was die Preise betrifft, so erklärte Bürgermeister Thomas Krahl, dass man durchaus darüber verhandelt habe. „Es ist eine wunderbare Sache und ein bemerkenswerter Schritt, dass uns bei der Gestaltung entgegengekommen wurde. Noch dazu zur aktuellen Zeit und wo durch Corona niemand weiß, wann wieder Essensversorgung regulär greift.“
Konkret bedeutete dies, dass der Preis (brutto) pro Portion für die Krippe weiterhin 2,80 Euro beträgt und für den Kindergarten drei Euro, was eine Erhöhung von zehn Cent ab Februar bedeutet.

Trotzdem gab es Nachfragen der Räte. René Marko (CDU) und Heidi Knoop (Linke) wollten wissen, wie künftig die Kassierung der Beiträge gestaltet sei. Laut Eidtner bedeute die Konzessionsvergabe, dass der Versorger das alleinige Recht des Bringens, der Ausgabe und der Kassierung des Essens habe – aber auch die Pflicht der Haftung. „Es ist ein alter Zopf, dass wir kassieren. Dies galt, als in Bad Muskau selber gekocht wurde. Für Dritte dürfen wir das nicht.“ Damit werde auch verhindert, dass die Stadt bei Zahlungsversäumnissen, die immer mehr zum Problem würden, auf Kosten sitzenbleibe.

Durch die Stadt weiter kassiert wird dagegen das Essengeld für Frühstück und Vesper. Die werden in den Gruppen selber zubereitet – als Bestandteil des Kneipp’schen Kita-Konzepts. Und die Kita Bergpiraten trägt das von der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung verliehene Gütesiegel „Gesunde Kita“.

Letztlich votierte der Stadtrat einstimmig für den Anbieter aus Halle, der auf Lieferanten aus der Lausitz setzt, Kundenwünsche wie veganes oder allergenfreie Speiseangebote, umsetzt und sich bei Aktionstagen, Kinderfesten und Ausflügen einbringt.

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