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Hier entsteht die neue Kita in Rohne

Nach Abriss der Nebengebäude kann der Ersatzbau beginnen. Wie aber weiter mit dem unter Denkmalschutz stehenden Eckgebäude?

Von Constanze Knappe
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Durch Abriss der Nebengebäude wurde Baufreiheit für die neue Kita in Rohne geschaffen. Das unter Denkmalschutz stehende Altgebäude wird verkauft. Interessenten dafür gibt es wohl schon.
Durch Abriss der Nebengebäude wurde Baufreiheit für die neue Kita in Rohne geschaffen. Das unter Denkmalschutz stehende Altgebäude wird verkauft. Interessenten dafür gibt es wohl schon. © Constanze Knappe

Rohne. Endlich kann es losgehen. Im Ortszentrum von Rohne wurde Platz für den Ersatzneubau einer Kita geschaffen. Vor Jahresfrist, also kurz vor Weihnachten 2020, hatte die Gemeinde Schleife den Fördermittelbescheid bekommen. Mit der Maßgabe, dass die neue Kita Ende 2022 fertig sein soll. Ein überaus sportliches Ziel. Da ahnte aber niemand, dass das Vorhaben noch gehörig Kopfzerbrechen bereiten würde.
Denn Kernstück der neuen Kita sollte eigentlich der rote Klinkerbau an der Ecke Spremberger Weg/Mühlweg werden.

Das einstige Gasthaus „Zur gemütlichen Ecke“ steht jedoch wegen seiner Ortsbild prägenden Fassade unter Denkmalschutz. Die daran geknüpften Auflagen machten Planern wie auch der Gemeindeverwaltung Schleife in gewisser Weise das Leben schwer. „Es war nahezu unmöglich, die hohen denkmalpflegerischen Belange mit den Erfordernissen der Kinderbetreuung in Einklang zu bringen“, beschreibt Bürgermeister Jörg Funda (CDU) den Knackpunkt. Und das sowohl technisch als auch finanziell.

Schon vom Zuschnitt des Baukörpers her, aber auch aus anderen Gründen hätte man den Anforderungen an einen öffentlich genutzten Kita-Bau nicht gerecht werden können.

Mittlerweile gibt es eine andere Lösung: Das Grundstück wurde geteilt. Damit tangiert das Bauvorhaben den Denkmalschutz nicht mehr. Die Nebengebäude sind abgerissen. Jetzt besteht Baufreiheit für die neue Kita. Sie entsteht als Ersatzbau für die bisherige Kita Milenka und ist eine Maßnahme aus dem 2017 vereinbarten bergbaubedingten Nachholbedarf in der kommunalen Infrastruktur. Kosten von rund zwei Millionen Euro sind veranschlagt. Reichlich drei Viertel davon übernimmt der Freistaat, die Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) den Großteil der übrigen Kosten. Der Landkreis beteiligt sich ebenfalls.

Auch wenn die Brache nicht so aussieht, die Bedingungen gleichen nunmehr einem Neubau auf grüner Wiese. Somit ist das Vorhaben deutlich schneller zu realisieren, als es unter Einbeziehung des Altgebäudes möglich gewesen wäre. Zwar hat der Freistaat das Zeitfenster um ein halbes Jahr verlängert, aber die Fertigstellung der Kita im Sommer 2023 bleibt dennoch ein anspruchsvolles Ziel. Zumal es nicht das einzige große Bauvorhaben der Gemeinde Schleife ist. Parallel dazu entsteht außerdem ein neues Gerätehaus für die Feuerwehr in Schleife. Und das gleichfalls in einem engen zeitlichen Rahmen.

„Es läuft in die richtige Richtung“, kommentiert Jörg Funda auf Nachfrage von TAGEBLATT den Stand der Dinge in Sachen Kita-Neubau. Auf das Freigelände daneben soll ein attraktiver Spielplatz hin. Fördermittel dafür sind über die Leader-Region Lausitzer Seenland beantragt. Der Antrag sei „positiv gevotet“, freut sich der Bürgermeister. Jedoch seien nach dieser ersten Hürde noch weitere im Genehmigungsverfahren beim Landkreis zu nehmen.

Der Anspruch bleibt, im Rohner Ortszentrum „einen städtebaulichen Missstand zu beseitigen“. Das unter Denkmalschutz stehende Altgebäude an der Ecke soll verkauft werden. Mit einer klaren Investitionsverpflichtung. Denkbar wäre die Schaffung von Wohnraum. Die Nachfrage sei groß – von jungen Familien ebenso wie von jungen Leuten, die zu Hause ausziehen möchten. Vorstellbar sei aber ebenso betreutes Wohnen, sagt Jörg Funda. Für das Objekt gebe es schon erste Interessenten.

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