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Kampf gegen tierische Hinterlassenschaften

In Bad Muskau gibt es große Probleme mit Hundekot. Doch nicht nur hier. Die Lösungsansätze sind unterschiedlich.

Viele Hundehalter in Bad Muskau sind vorbildlich. Aber leider nicht alle. Tendenz steigend.
Viele Hundehalter in Bad Muskau sind vorbildlich. Aber leider nicht alle. Tendenz steigend. © Sabine Larbig

Es ist ein wiederkehrendes Problem. Nicht nur in Bad Muskau, auch in anderen Städten und Gemeinden der Region. Gemeint sind Probleme mit Hundehaltern, weil viele ihre Vierbeiner nicht anleinen und frei auf öffentlichen Wiesen und Plätzen, Spielplätzen und Parkanlagen laufe lassen, wo sie meist auch koten und urinieren. Und: Nicht alle Hundehalter räumen die Hinterlassenschaften von Pfiffi & Co. weg. Selbst, wenn es kostenlose Tütenspender und Abfallkörbe auf den Gassi-Wegen gibt. Die werden einfach ignoriert.

Hausmeister verweigern Grasmahd

In Bad Muskau hat der Ärger nun einen Höhepunkt erreicht. Mittlerweile beschweren sich nämlich nicht nur technische Mitarbeiter der Stadtverwaltung oder Mitarbeiter von mit dem Stadtgrün beauftragten Unternehmen darüber, dass sie bei Rasenpflege oder Beetbepflanzungen überall in Kothaufen treten oder fassen. Nun weigern sich wegen der massenhaften Haufen sogar Hausmeister der örtlichen Wohnungsbaugenossenschaft, das Gras zu mähen. „Wenn wir die Hundehalter auf Verstöße ansprechen, bekommen wir nur dumme Antworten. Die reichen von ,Warum darf mein Hund hier nicht koten?‘ bis ,Die Hundemarke geht Sie gar nichts an!‘ “, erklärte Siegmar Nagorka, Stadtrat und Technischer Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Bad Muskau, kürzlich öffentlich in der Ratssitzung.

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Da es seit einem Jahr durch Corona keine oder wenige Touristen in Bad Muskau gibt, dürften die Probleme „hausgemacht“ sein. Immerhin gibt es rund 250 offiziell angemeldete Hunde in der Stadt – die Dunkelziffer liegt sicher höher.
Zwar hat der Ordnungsbedienstete bei seinen täglichen Runden auch die Hundehalter im Blick. Er achtet auf Einhaltung von Leinenzwang, das Vorhandensein von Hundemarken und darauf, dass Herrchen und Frauchen die Haufen ihrer Hunde wegräumen. Bei Verstößen und Zuwiderhandlungen gibt es Strafen. Im Mitteilungsblatt der Stadt werden Hundehalter zudem regelmäßig auf ihre Pflichten hinwiesen. Denn Kothaufen wegräumen beinhaltet die Zahlung der Hundesteuer nicht.

Innerhalb des Bad Muskauer Wohnungsunternehmens hat man sich darauf geeinigt, auf den eigenen Grundstücken überall und vermehrt Verbots- und Hinweisschilder aufzustellen. „Dann ist die Stadt eben ein Schilderwald. Doch wir wissen nicht mehr, was wir noch tun können“, begründet Nagorka. Denn während sich die einen Mieter über kotende und freilaufende Hunde in Wohngebieten beschweren, würden sich immer weniger Hundehalter entsprechend verhalten.

„Ich appelliere wiederholt an die Hundehalter, sich an die in der Stadt geltenden Regeln der Hundehaltung zu halten“, erklärt Bürgermeister Thomas Krahl. Denn mehr als Kontrollen zu machen, Beutelspender und Papierkörbe aufstellen und regelmäßig befüllen beziehungsweise entsorgen zu lassen und mit Strafen zu arbeiten, könne die Stadt nicht. Auch, weil Personal für Dauerkontrollen fehle.

Solche Probleme haben viele Kommunen

Bad Muskau steht in seinem Kampf gegen Verstöße der Tierhaltung, speziell bei Hunden, nicht allein, wie die Beispiele Weißwasser und Weißkeißel zeigen. In Stadt und Gemeinde sind die Unterschiede groß und Probleme verschieden. Trotzdem gelten durch die Verwaltungsgemeinschaft und eine gemeinsame Polizeiverordnung die gleichen Regeln. Was die betrifft, so wurde im Dezember 2020 von beiden Kommunalgremien ihre Änderung beschlossen. Schwerpunkte waren Tierhaltung, umweltschädliches Verhalten sowie Lärmbelästigung.

Neu sind Paragrafen, die etwa das Wegwerfen von Hausmüll in Papierkörben, Urinieren oder Alkohol-Trinken auf öffentlichen Straßen und Plätzen oder das Koten von Hunden auf Spielplätzen und Gehwegen verbieten, nicht. Geeinigt hatte man sich aber auf die Einführung von Verbotszonen für Hunde. In Weißkeißel betreffen sie den Freizeitpark und Freiflächen am Dorfgemeinschaftshaus. In Weißwasser öffentliche Spielplätze, Freizeitpark sowie Skaterflächen.

Die Änderungen waren dringend nötig. „Unser Freizeitpark wurde zuletzt als Hunde-Klo missbraucht. Jetzt können wir reagieren“, begründet Weißkeißels Bürgermeister Andreas Lysk. Auch dort verweigerten Gemeindearbeiter wegen der vielen „Tretminen“ bereits die Grünpflege.

Auch in Weißwasser folgte man mit der Leinenpflicht auf ausgewiesenen Freiflächen den Regelungen der meisten sächsischen Kommunen. Allerdings wird darüber nachgedacht, an geeigneter Stelle eine Freilaufzone für Hunde einzurichten: als Möglichkeiten, um mit dem besten Freund des Menschen zu trainieren, dem Bewegungsdrang der Tiere gerecht zu werden. Noch ist das Vorhaben nicht umgesetzt.

Leinenzwang für Hunde und Kotverbot hat indes auch Krauschwitz eingeführt. Hier gilt es, laut öffentlicher Platzordnung, unter anderem für den Abenteuerspielplatz im Helmut-Just-Stadion.

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