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Kampf um sichere Fuß- und Radwege

Zwischen Bad Muskau und Krauschwitz sollen zwei neue Wege entstehen. Wie und wann sie kommen, ist noch unklar.

© dpa-Zentralbild

Wer als Fußgänger oder Radfahrer an der B 115 zwischen Bendels Kreuzung Krauschwitz entlang der Bautzner Straße bis Bad Muskau oder umgekehrt unterwegs ist, lebt gefährlich. Rechts und links der Bundesstraße gibt es keinen Fuß-/Radweg. Seit 20 Jahren machen sich die Kommunen dafür stark. Bisher ohne Erfolg. Dies gilt auch für die B 115 zwischen Eilandkreisel Bad Muskau und Bendels Kreuzung Krauschwitz, obwohl auch hier seit 2007 die Planungen laufen. Nun endlich sollen die Lücken geschlossen werden. Wann, ist vorerst noch offen.

„Wir wollen und brauchen sehr schnell sichere Geh- und Radwege für Anwohner und die vielen Schulkinder. Außerdem nimmt der Radtourismus jährlich zu. Er ist jetzt schon drei Mal höher als vor wenigen Jahren“, erklärte Erik Schobner am Donnerstag im Technischen Ausschuss von Bad Muskau. Dort informierte Jürgen Israel, Abteilungsleiter Planung und Straßenbau von Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) in Bautzen, auf Einladung der Stadt über die aktuellen Planungsstände. Immerhin ist es fast ein Jahr her, dass das Lasuv letztmals öffentlich Aussagen dazu traf.

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Nur noch 70 km/h auf der B 115

Damals wurde vor Krauschwitzer und Bad Muskauer Räten erläutert, dass für den Radweg nördlich von Krauschwitz Umplanungen durch Probleme mit Grunderwerb, Winterdienst, Ausbaubeiträgen und Ausgleichsflächen nötig waren. Daher komme der Radweg nur als Schutzstreifen. Auch westlich von Bad Muskau sei kein kombinierter Geh-/Radweg möglich, analog der Probleme nördlich von Krauschwitz. Die Variante, innerorts einen Schutzstreifen und außerorts einen Geh-/Radweg zu bauen, sei an Sicherheitsbedenken von Polizei und Verkehrsbehörde gescheitert. 

Letzte Möglichkeit für den Radweg sei daher ein Schutz- und Radfahrstreifen, kombiniert mit der Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf der B 115 auf 70 km/h – mit Schutzräumen für Radfahrer, einem aus Mineralgemisch befestigten Bankett zwischen Haltestelle Breiter Weg Krauschwitz und Ortseinfahrt Bad Muskau. Diesen Varianten stimmten einst alle Räte zu.Was die Bad Muskauer nun vom Lasuv-Abteilungsleiter hörten, erstaunte sie. Vor allem die Aussage, dass sie von der Variante inzwischen Abstand genommen hätten. Obwohl man laut Jürgen Israel bezüglich der Bautzener Straße in der Phase der Genehmigungsplanung sei; obwohl es „ein kleines Grundstücksproblem“ gäbe, welches aber mit Zusatzplanung lösbar sei. „Allerdings liegt uns eine negative Stellungnahme der Stadt Bad Muskau vor.“

Zudem erklärte Israel, dass die nun anvisierte „praktikable, aber nicht lehrbuchreife“ Variante vorsehe, in der Ortsdurchfahrt auf der Straße einen Radfahrstreifen zu markieren, so dass noch fünf Meter Straßenbreite übrig seien. Außerhalb solle die Straße auf elf Meter verbreitert werden, so dass rechts und links je ein zwei Meter breiter, asphaltierter Schutzstreifen mit Sperrlinie zur Straße für Radler und Fußgänger entstehe, wofür teilweise Borde angebaut werden und eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 70 km/h erfolgen müsste(n). „Die Fußgänger laufen außerhalb des Ortes am Rand der befestigten Fahrbahn. Das hat den Vorteil, dass sie vom Verkehr getrennt sind. Sie müssen sich den Raum zwar mit den Radfahrern teilen. Aber laut Polizei ist das Aufkommen ja nicht so groß“, so Israel. Wie er weiter erklärte, sähen die Planungen für den Radweg nördlich Krauschwitz vor, auf der Fahrbahn einen 1,50 Meter breiten, asphaltierten Radstreifen mit gestrichelter Linie bis kurz vor Bad Muskau anzulegen. Am Ende der Ortsdurchfahrt solle eine Querungshilfe über die B 115 entstehen, so dass der Radweg dann bis zum Eiland als separater Weg weiterführt.

Bad Muskauer erstaunt über eigene Stellungnahme

„Ich bin von der Aussage schockiert, dass wir eine negative Stellungnahme abgegeben haben sollen. Was heute vorgestellt wurde, ist außerdem nicht, was einst besprochen und dem von uns auch zugestimmt wurde“, erklärte Bürgermeister Thomas Krahl. Lars Tschäpel von der Unteren Straßenverkehrsbehörde Bad Muskau, der die Radwegthematik seit Jahren begleitet, zeigte sich gleichfalls „überrascht von den Ideen, dass Radler und Fußgänger sich einen Weg teilen“ sollen. Stadtrat Thomas Baum fragte daher, ob für die Varianten ein Verkehrssicherheits-Audit vorliege. „Uns geht es um Sicherheit für die Menschen, nicht um die Bauausführung.“ Gefährdet sieht die Sicherheit ebenfalls Stadtrat René Marko durch die Planungen, laut derer sich Autos, Busse, Lkws, Wohnmobile, Radler und Fußgänger die Straße teilen müssen.

Anwohnerin Gisela Noak mahnte in der öffentlichen Beratung an, dass seit 1972 daran gearbeitet werde, die Häuser Eilandweg 14 und 15 an einen künftigen Radweg anzuschließen. „Doch wir sind wieder nicht bedacht, obwohl es schon einen tödlichen Unfall gab, wir Grundstücke abgeben wollen, schon Zäune versetzten.“ Jürgen Israel sagte zu, dies in die Planungen aufzunehmen. Tom Lehnert schlug dennoch vor, Einzelfragen als Ausschuss vor Ort zu klären. „Uns läuft die Zeit weg.“ Dass die Verwaltungen Krauschwitz und Bad Muskau zudem mit Grundstückseignern sprechen, damit die Radwege nicht wieder daran scheitern, regte Thomas Baum an.Fazit: Der Lasuv-Vertreter sagte Audit und Prüfung der Hinweise zu. Ob es die unterschriftsreifen Planungen ändert, ist fraglich. Krauschwitz stimmte ihnen schon zu.

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