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Kein Bock auf nichts war gestern

Der Slogan „Mach’s Dir selbst!“ ist gewollt provokant. Es geht um Ideen von der Jugend für die Jugend in Weißwasser.

Vor Ostern hat Robert Seidel dieses Plakat vor der Ingenieurschule Weißwasser angebracht. Es soll aufmerksam machen auf das Mitmach-Angebot.
Vor Ostern hat Robert Seidel dieses Plakat vor der Ingenieurschule Weißwasser angebracht. Es soll aufmerksam machen auf das Mitmach-Angebot. © privat

Nichts los in Weißwasser. Und seit Corona erst recht nicht ...“ – Solchen Kommentaren sagen drei junge Weißwasseranerinnen den Kampf an. Unterstützt durch Robert Seidel von der Medienstube im Soziokulturellen Zentrum (SKZ) Telux haben sie reichlich Ideen für Freizeitangebote gesammelt, die Kindern und Jugendlichen während und nach Corona Abwechslung und Unterhaltung bieten.

Obwohl Anna-Maria Paulick, Susanne Chiponde und Antonia Hemmo wegen Ausbildung, Familie und Hobbys selbst wenig Zeit haben, engagieren sie sich ehrenamtlich, verbringen viel Zeit im Projektteam der Medienstube. Dort lernen sie von Leiter Robert Seidel, dem Projektleiter für Kinder- und Jugendarbeit im Zusammenhang mit Digitalisierung, das nötige Rüstzeug, um ihre Ideen umzusetzen. Von denen haben sie und andere so viele, dass kleine Stichwort-Zettel inzwischen eine große Pinnwand füllen. Nicht alles ist umsetzbar. Oder zumindest jetzt nicht. Aber vieles wird vorbereitet, soll noch diesen Sommer möglich und angeboten werden.

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Angebote in und nach der Pandemie

Damit es viele Aktivitäten gibt, hoffen die Mädels auf weitere Mitstreiter, die ebenfalls ihre Pläne gemäß dem gezielt gewählten Motto „Mach’s Dir selbst! Kultur in Deinen Händen“ mutig angehen und verwirklichen wollen. So, wie Susanne, die ehemalige Boxerin und Hobbytrainerin, die auf Sport- und Fitnesskurse „als Ausgleich in der bewegungsarmen Pandemie-Zeit“ setzt – und weil Bewegung gut für die Psyche ist. Susanne ist eines der Mädels, die in der Medienstube aktiv sind. Und weil die Sportlerin weiß, dass Kinder und Jugendliche oft kein Geld für Fitnessstudios oder professionelle Online-Kurse haben, will sie ihnen mit ihrer Idee die Chance bieten, kostenlos unter Anleitung trainieren zu können.

Eigene Angebote einbringen und verwirklichen zu können – das hat Antonia überzeugt, mitzumachen. „Ich habe noch keine Erfahrungen in dem Bereich und finde es toll, lernen zu können, wie man Projekte real werden lassen kann“, sagt sie. Gemeinsam mit Anna-Maria macht sie sich seit Wochen für ein generationsübergreifendes zweiteiliges Vorhaben stark: Die beiden planen Spieleabende in der Hafenstube, bei denen sich Jung und Alt gemeinsam mit klassischen Brett- und Kartenspielen vergnügen können – sobald es Corona erlaubt. „Stolz und voller Vorfreude“ sind sie auf ihre andere Idee, das „Tatort-Public-Viewing“. Noch heute, begründet Anna-Maria, würde ja in vielen Familien am Sonntagabend gemeinsam der TV-Krimi geguckt. „Wir dachten uns, das könnte man doch auch gemeinsam mit anderen Krimi-Fans im Freien machen. Mit Popcorn und auf großer Kinoleinwand“, ergänzt Antonia.

Geht es nach den Mädels, sollen weitere Angebote wie Upcycling, (also: aus alt mach neu), „Weihnachten im Schuhkarton“ oder Umweltaktionen folgen. Auf der Favoritenliste ganz oben steht zudem ein Amateur-Filmfestival, für das die Medienstuben-Mitstreiter aktuell schon kleine Dokumentationsfilme von geschichtsträchtigen Gebäuden in Weißwasser aufnehmen. Gehofft wird, dass Interessenten aller Altersgruppen mitmachen, Beiträge einsenden. „Das können Animations- und Trickfilme, Alltags-Kurzgeschichten, Musikvideos, Dokumentarfilme und vieles mehr sein“, blickt Robert Seidel voraus.

Das sind die Köpfe hinter dem Projekt

Antonia Hemmo ist 19 Jahre alt, ebenfalls aus Weißwasser, und sie absolviert eine Ausbildung zur Erzieherin.
Foto: privat
Antonia Hemmo ist 19 Jahre alt, ebenfalls aus Weißwasser, und sie absolviert eine Ausbildung zur Erzieherin. Foto: privat © privat
Susanne Chiponde ist 25 Jahre alt, aus Weißwasser, ist Krankenpflegerin und macht jetzt eine Ausbildung zur Erzieherin.
Foto: privat
Susanne Chiponde ist 25 Jahre alt, aus Weißwasser, ist Krankenpflegerin und macht jetzt eine Ausbildung zur Erzieherin. Foto: privat © privat
Anna-Maria Paulick ist 21 Jahre alt, aus Weißwasser und studiert aktuell Betriebswirtschaftslehre.
Foto: privat
Anna-Maria Paulick ist 21 Jahre alt, aus Weißwasser und studiert aktuell Betriebswirtschaftslehre. Foto: privat © privat

Amateur-Filmfestival ist geplant

„Unser Ziel ist es, ein Festival, wie es schon in Cottbus und Hoyerswerda besteht, in Weißwasser zu etablieren. Denn die Leute brauchen Kultur in allen Facetten und Angebote, um mal wieder rauszukommen.“

Wann das Amateur-Filmfestival im Sommer steigt, kann Robert Seidel noch nicht sagen. Noch ist auch kein offizieller Aufruf zur Einsendung von Beiträgen gestartet. Doch das soll bald passieren, da es zur Vorbereitung einige Monate braucht.
Abgesehen von all dem haben die Medienstube-Akteure während der einjährigen Pandemie schon einige Unterhaltungs- und Informationsformate im Rahmen des vom Europäischen Sozialfond und der Sächsischen AufbauBank (SAB) geförderten Digitalprojekts auf die Beine gestellt. Gaming-Stube, Talkshows, Kinder- und Seniorenkino im vorigen Sommer gehör(t)en ebenso dazu wie der Podcast „Stubenhocker“, bei dem es um Weißwasseraner Themen geht. Acht Folgen gibt es bereits, deren teils hitzig diskutierte Inhalte sich von „Braucht Weißwasser eine Eishalle?“ über Erfahrungen mit Homeschooling bis hin zu Freizeitwünschen während und nach Corona bewegten. „Die Themen kamen direkt von Jugendlichen“, weiß Seidel. Denn der Podcast sei inzwischen zu ihrem Sprachrohr geworden, mit dem sie Meinungen und Hoffnungen offen kundtun.

Um Angebote zu erweitern, engagieren sich die drei Mädels, die mit ihren Ideen was bewegen und bieten wollen. Dafür lernen sie auch, wie man ein Projekt plant und managt; wie Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit klappen; welche Bedingungen – wie Urheberrechte oder Lizenzen – bei Veröffentlichungen in Sozialen Medien zu beachten sind, wie Teamarbeit geht ...

Wer ebenfalls Lust hat, etwas zu bewegen, sich zu beteiligen, Ideen zu verwirklichen und nicht älter als 27 Jahre ist, kann sich jederzeit an die Medienstube wenden.

Kontakt zur Medienstube: 0170 2106069 oder [email protected]

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