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Kein Gruseln im Tierpark Weißwasser

Der Spuk am Reformationstag fällt aus. Das ist zwar ärgerlich, aber dass der Zoo trotz Teil-Lockdown offenbleiben darf, viel wichtiger.

Lustig ging es zu beim HalloweenFest 2019 im Tierpark Weißwasser. Wegen Corona wird 2020 leider nichts daraus.
Lustig ging es zu beim HalloweenFest 2019 im Tierpark Weißwasser. Wegen Corona wird 2020 leider nichts daraus. © Foto: Rolf Ullmann/Archiv

Weißwasser. „Süßes oder Saures“, auf diesen Spruch wird man am morgigen Reformationstag im Tierpark Weißwasser vergeblich warten. Das beliebte Halloween-Fest ist abgesagt. „Es wäre organisatorisch sehr problematisch“, begründet Tierparkleiter Gert Emmrich. Zwar ist die Einhaltung des Mindestabstands im Zoo an sich kein Problem, bei einer solchen Veranstaltung, bei der sich viele Menschen auf einer Stelle aufhalten, aber vermutlich nicht gegeben. Das Infektionsrisiko wäre einfach zu hoch. Ohnehin hatte der Landkreis Görlitz nur 100 Besucher erlaubt. So beliebt, wie Gruseln zu Halloween im Zoo ist, sei aber damit zu rechnen, dass deutlich mehr Menschen kommen. „Die müssten dann draußen bleiben. Somit wäre das Risiko vom Inneren des Tierparks lediglich vor seine Tore verlagert“, gibt Gert Emmrich zu bedenken. Deshalb wurde das Fest abgesagt. Geöffnet ist morgen aber trotzdem.
Noch nicht völlig abgeschrieben ist hingegen die schon traditionelle Bescherung durch den Weihnachtsmann im Zoo. Wenn es irgendwie geht, will man daran festhalten. Es wäre immerhin ein schöner Abschluss eines sehr turbulenten Jahres.

Während der Herbstferien war der Tierpark Weißwasser gut besucht. Das wünscht man sich auch für November. Angesichts der für den „Lockdown light“ angekündigten Schließung vieler Freizeiteinrichtungen bietet der Zoo immerhin die Möglichkeit, sich die Füße zu vertreten. Dabei gelten die allgemeinen Hygieneregeln. In anderen Zoos besteht Maskenpflicht in den Tierhäusern, im Tierpark Weißwasser lediglich im Zoo-Shop. Denn Tierhäuser gibt es hier nicht. Allerdings müssen die begehbaren Gehege, etwa der Kängurus und Hirsche, geschlossen bleiben.

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In anderen Ländern wurden die Zoos wegen der Corona-Pandemie bereits wieder zugemacht, weiß Gert Emmrich, der auch Präsident der Deutschen Tierpark-Gesellschaft ist. „In Deutschland hoffen wir, dass uns das nicht ein zweites Mal passiert“, sagt er nachdenklich. Ende nächster Woche soll die Jahrestagung der Gesellschaft in Halle stattfinden. Die Auswirkungen der Corona-Schließung in Zoos und Tierparks im Frühjahr werden dabei auch ein Thema sein. Noch aber ist offen, ob man sich überhaupt treffen kann.

Auch frohe Kunde aus dem Zoo

Bei alldem gibt es aus dem Tierpark aber auch eine frohe Kunde. Ein Luchs ist gefunden. Der achtjährige Kater oder Kuder, wie die männliche Wildkatze in Jägersprache heißt, lebt im Zoologisch-botanischen Garten Mulhouse (Frankreich). Ausgesucht wurde er von Experten nach dem Europäischen Zuchtbuch für Luchse, welches im Zoo Schwerin geführt wird. Gert Emmrich hat sich für einen Karpatenluchs entschieden. Die Tiere dieser Unterart sind kleiner und in der Fellzeichnung etwas rötlicher. Das Gehege im Tierpark Weißwasser ist vorbereitet, nur ein Stamm zum Klettern fehlt noch. Wann der Luchs einzieht, ist in Corona-Zeiten ungewiss. Das könne ganz schnell gehen, sich aber auch eine Weile hinziehen, falls es womöglich Corona-Beschränkungen für Tiertransporte gibt.

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Der Kater bekommt eine Partnerin. Aber nicht irgendeine Luchsdame, sondern eine in den Erbanlagen passende Katze. Bis sie gefunden ist, könnte hier vorübergehend ein anderer Luchs „geparkt“ werden. „Hauptsache, das Gehege ist wieder besetzt. Karpatenluchse sehen ja auch als erwachsene Tiere hübsch aus“, sagt Gert Emmrich. Der Tierpark Weißwasser arbeitet im Europäischen Zuchterhaltungsprogramm mit. Das Ziel besteht schon darin, ein Zuchtpaar zu haben – und Babyluchse.

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