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Kein WLan-Signal im Außenbereich der Schleifer Schule

Die fehlende Erreichbarkeit sorgt immer wieder für Ärger bei den Eltern – und nun auch für Unmut bei den Gemeinderäten. Jetzt soll nachgebessert werden.

Auf dem Spielplatz im Gelände des Schulkomplexes sind die Horterzieherinnen für Eltern telefonisch nicht erreichbar.
Mit einem einstimmigen Beschluss hat der Gemeinderat jetzt für Abhilfe gesorgt.
Auf dem Spielplatz im Gelände des Schulkomplexes sind die Horterzieherinnen für Eltern telefonisch nicht erreichbar. Mit einem einstimmigen Beschluss hat der Gemeinderat jetzt für Abhilfe gesorgt. © Joachim Rehle

Schleife. Mit einem Eilbeschluss erteilte der Gemeinderat Schleife jetzt den Auftrag zur Erweiterung der WLan-Leistung auf dem Gelände des Deutsch-Sorbischen Schulkomplexes. Seit anderthalb Jahren wird das Objekt von Grund- und Oberschule sowie Hort genutzt. Wie bei jedem großen Vorhaben hätten sich Anlaufschwierigkeiten eingestellt, insbesondere in der IT-Abdeckung, so Bauamtsleiter Steffen Seidlich.

WLan steht für Wireless Local Area Network. Damit wird umgangssprachlich ein kabelloses Netzwerk zur Verbindung von Endgeräten wie Computer, Tablet oder Smartphone mit dem Internet bezeichnet. Im Außenbereich des Schulkomplexes, etwa auf dem Spielplatz, dem Sportplatz und im Wäldchen, liegt das Signal nicht an. Das äußere sich vor allem darin, dass die Erzieherinnen des Hortes für die Eltern telefonisch nicht erreichbar sind. Das sei zwar mit Prepaid-Handys überbrückt worden, auf Dauer jedoch keine Lösung, so Seidlich.Bereits im November 2020 hatte die Gemeinde Schleife von der Pößnecker Firma AAB Service GmbH, die die IT-Anlage im Schulkomplex installiert hat, ein Angebot zur Erweiterung der WLan-Leistung abgefragt. Doch erst im September 2021 sei dieses endlich eingegangen. Wie der Bauamtsleiter erklärte, habe man inzwischen von der Förderstelle prüfen lassen, inwieweit die Mehrkosten in die Förderung einbezogen werden könnten. Vonseiten der Sächsischen Aufbaubank sei dies in Aussicht gestellt worden – mit einer Zeitschiene bis Ende 2021. Deshalb machte sich dieser Eilbeschluss erforderlich. Weil die Firma AAB ohnehin in der Gewährleistung für die eingebauten Systeme stehe, soll sie den Auftrag ausführen – in einem Umfang von 67.500 Euro. Er jedenfalls hoffe, „dass das Thema dann ein für allemal erledigt ist“, sagte Steffen Seidlich.

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Stephanie Bierholdt (WV SV Lok Schleife) erschloss sich der Nutzen nicht, der ihrer Ansicht nach in keinem Verhältnis zum Aufwand stehe. Worauf Seidlich noch einmal betonte, dass die fehlende Erreichbarkeit immer wieder von den Eltern angesprochen werde. Mario Klar (CDU) stellte zwar den Beschluss nicht infrage, kritisierte aber die Verfahrensweise. „Da wurde Technik für mehrere hunderttausend Euro verbaut. Dass das Problem nicht von Anfang an beachtet wurde, da gehören die Projektierer zur Verantwortung gezogen“, erklärte er. Mathias Lampe (AfD) forderte, nach dem erneuten Planungsfehler die Planer endlich in Haftung zu nehmen.

Steffen Seidlich räumte ein, dass die IT-Geschichte in einem so großen Schulkomplex ein kompliziertes Thema sei. Die Schulhöfe sollten mit WLan abgedeckt werden. Jedoch stellte sich in der Nutzung heraus, dass auch im Wäldchen die Anbindung gebraucht wird. „Die Digitalisierung ist doch erst in den vergangenen Jahren hochgekommen. In dem Bereich lernt jeder noch permanent dazu“, erklärte er. Wolfgang Goldstein (WV SV Lok Schleife) indes wollte „eine Lanze für die Planer brechen“. Ursprünglich sollte es im Wäldchen ein grünes Klassenzimmer geben. Wegen der vielen Einsparungen gegenüber der ursprünglichen Planung sei das verändert worden. Daher brauche man sich über die jetzigen Probleme nicht zu wundern.

Thomas Schwarz (CDU) hätte zu dem Beschluss bessere Unterlagen erwartet. „Erst nach dreimal Nachfragen stellt sich nun heraus, dass bei dem Auftrag keine Kosten bei der Gemeinde hängen bleiben“, begründete er. Das gab dann wohl auch den Ausschlag dafür, dass letztlich alle Räte der Vergabe zustimmten.

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