merken
PLUS Weißwasser

Krauschwitz kann weiter investieren

Der Gemeindehaushalt für 2021/2022 weist erstmals seit Jahren ein Plus aus. Davon profitieren auch die Bürger.

Die Arbeiten an der Grundschule Sagar enden im Sommer mit der Turnhalle.
Die Arbeiten an der Grundschule Sagar enden im Sommer mit der Turnhalle. © Sabine Larbig

Seit geraumer Zeit ist die Sanierung der Grundschule in Sagar die größte Baustelle in der Flächengemeinde Krauschwitz. Und dies im doppelten Sinn.Zwar war von Anfang an geplant, wegen des Bauzustandes und der Schülerzahlen einen Anbau mit zusätzlichen Räumen zu errichten und den Altbaubereich zu sanieren. Doch in der Bauphase stellten sich zahlreiche unliebsame Überraschungen ein. Das Gebäude entpuppte sich durch marode Leitungen, schräge Wände, unterschiedlich hohe Böden und diverse Bauauflagen als bauliche Wundertüte. Hinzu kamen stetig steigende Preise bei den Gewerken Heizung, Elektrik, Lüftung und Sanitär. Mittlerweile liegen die Gesamtbaukosten bei 1,64 Millionen Euro statt der 2018 geplanten 1,48 Millionen Euro, auf deren Basis auch die Fördermittel berechnet wurden. Die Folge: Der Eigenanteil der Gemeinde stieg ebenfalls. Eine Kostenexplosion, die nicht vorhersehbar war.

PCs und neue Möbel für die Schule

Dennoch investierte die Gemeinde weiter in das Schulhaus. Eine neue Feuerwehrzufahrt und Fahrradständer wurden schon errichtet. Geplant ist der Ankauf neuer Schulmöbel im Wert von etwa 18.000 Euro. Ausgestattet wird die Schule außerdem mit 29 sogenannten All-in-one-PCs. Kostenpunkt rund 33.000 Euro, wobei die Gemeinde durch die Förderung über den Digitalpakt Schule nur rund 10.000 Euro selbst zahlen muss. Zudem wird an der Grundschule aktuell die Turnhalle saniert. Derzeit erhält sie einen neuen Sportboden und ein Spielfeld im Außenbereich, nachdem Anprallschutz und vieles mehr erledigt sind. Und es soll noch die Sanierung des Nebengebäudes, in dem auch der Sportverein zugange ist, folgen. Hier muss vor allem dringend das Dach gemacht werden. Anvisiert ist die Realisierung über ein Förderprogramm.

Anzeige
Qualitätsmöbel zum Abverkaufspreis
Qualitätsmöbel zum Abverkaufspreis

STARKE MÖBEL UND KÜCHEN macht Platz für neue Wohn-Kollektionen. Sparen Sie jetzt bis zu 58% beim Kauf Ihres Lieblingsstücks in TOP Qualität.

Keine höheren Steuern geplant

Doch die Grundschule ist nicht das einzige Objekt und Vorhaben, in das Krauschwitz investierte und investieren will. Vorhaben gibt es in allen Ortsteilen. Um sie umsetzen zu können, ist jedoch ein ausgeglichener und genehmigter Haushalt nötig. Das war in den letzten Jahren ein Kraftakt wegen der hohen Gemeindeverschuldung. Die Gemeinde Krauschwitz hat daher die Auflage, bis 2024 eisern zu sparen, den Schuldenberg in Millionenhöhe abzubauen und ab 2024 schwarze Zahlen zu schreiben.

Eine Aufgabe, die durchaus machbar ist, wie sich jüngst in der Gemeinderatssitzung zeigte, in der der Doppelhaushalt 2021/2022 vorgestellt und einstimmig beschlossen wurde. Der Etat, erklärte Kämmerin Maren Helbig, werde bereits 2022 ein Plus von 226.000 Euro ausweisen. Zumindest im Ergebnishaushalt. „Das ist also keine Bewertung unserer Liquidität“, mahnte sie.Dennoch ist für Bürgermeister Tristan Mühl damit klar, dass es eine Weiterentwicklung der Gemeinde geben wird. „Und wir wollen auch keine neuen Steuer- oder Gebührenbelastungen der Einwohner, beispielsweise in der Kita“, verkündete er im Rat. Mitgeholfen haben bei der positiven Entwicklung allerdings auch gesetzliche Neuregelungen, beispielsweise bei Abschreibungen und Sonderposten, deren Fehlbeträge aus Differenzen Kommunen jetzt gegen das Eigenkapital verrechnen können, wodurch sich die Kassenlage zahlenmäßig verbessert.

Haushalt mit schwarzen Zahlen

Denn Kommunen müssen, anders als in der Wirtschaft, diese nicht erwirtschaften. Zu erwartende höhere Landeszuschüsse und steigende Gewerbeeinnahmen wirken sich ebenfalls positiv aus. Da ab 2022 zudem nur noch 100.000 Euro statt 200.000 Euro jährlich als Zuschuss für die Erlebniswelt durch die Gemeinde gezahlt werden, setzt sich der Trend auch in den Folgejahren fort. „Bis auf 2021, wo wir noch mit einem Minus abschließen, werden wir bis 2025 aber nur positive Ergebnisse haben“, verkündete die Kämmerin. Und sie erklärte, dass keine neuen Kredite kommen.

Der Gemeinderat zeigte sich erleichtert. „Es freut uns, dass Krauschwitz langsam vorwärts kommt“, erklärte Monika Prinz (Pro Kind). Mario Mackowiak (CDU) lobte die Nutzung aller finanziellen Spielräume. „Wenn alles so wird, ist es hervorragend.“ Auch Heike Krahl (Linke) stimmte dem Haushalt zu, merkte aber weitere Einsparpotenziale, wie Solardächer auf Kommunalgebäuden, an.„Um alles zu erreichen“, appellierte Kämmerin Helbig, „muss der Gemeinderat aber mitziehen. Auch bei Veräußerungen.“

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser