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Krauschwitz setzt auf Waldumbau und Teilverkauf

Die positiven Ertragsjahre durch den Kommunalwald sind vorbei. Nun müssen Sachsenforst und Krauschwitz neue Wege gehen.

Hinter dem Schul- und Sportgelände der Oberschule Krauschwitz ist ein Teil des Krauschwitzer Kommunalwaldes und hier wurde der Waldumbau bereits begonnen.
Hinter dem Schul- und Sportgelände der Oberschule Krauschwitz ist ein Teil des Krauschwitzer Kommunalwaldes und hier wurde der Waldumbau bereits begonnen. © Sabine Larbig

Krauschwitz. Fast zwölf Jahre profitierte die Gemeinde durch Holzverkauf vom Kommunalwald, flossen einige Tausend Euro in die Gemeindekasse. Nun sind diese Jahre passé, wie die Wirtschaftspläne für 2021/22 zeigen. Bereits in der Vergangenheit hatte der mit der Bewirtschaftung beauftragte Sachsenforst darauf aufmerksam gemacht, dass künftig weniger Einnahmen und mehr Ausgaben kommen. Grund ist der Zustand der Wälder, die seit einigen Jahren durch Hitze und Wassermangel extrem unter Trockenstress leiden.

Folge: Bäume sterben in Größenordnungen ab, brechen, müssen gefällt werden. Das Holz ist, wie das der durch die zusätzlich durch Borkenkäferplage betroffenen Bäume, im Verkauf nichts wert. Der Gemeinde Krauschwitz wird daher von Sachsenforst vorgeschlagen, kleinere, schlecht zugängliche und ertragarme Waldflächen zu verkaufen. „Eine Vorauswahl ist bereits getroffen und wird durch die Liegenschaftsverwaltung der Gemeindeverwaltung angeboten, die nähere Auskünfte an Interessenten erteilt“, erklärte Petra Rettich vom Hauptamt Krauschwitz jüngst im Gemeinderat.

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Gemeinde verkauft Flächen und Holz

Der beschloss den vorgelegten Wirtschaftsplan für den Kommunalwald in 2021/22, obwohl er keine Kostendeckung aufweist, weil auch ein teurer Waldumbau erfolgen muss. Die Waldumwandlung wird zwar zu 75 Prozent vom Staat gefördert. Für die Waldfläche hinter der Oberschule Krauschwitz, wo der Prozess schon läuft, bedeutet es eine Förderung von rund 4.535 Euro. Diese Summe sowie der nötige Eigenanteil wurden bereits durch die Gemeinde aufgebracht. „Noch setzen wir auf Refinanzierung durch Förderung“, erklärte Bürgermeister Tristan Mühl. „Außerdem hoffen wir, dass viel Holz von unseren Bürgern gekauft wird, um die Erträge zu verbessern.“

Die sehen für 2022 ein Minus von etwa 1.300 Euro vor. Im Jahr 2021 würden, laut Sachsenforst, jedoch noch einmal 2.200 Euro Plus erwirtschaftet. „Wir haben in zwei Jahren also eine Unterdeckung, aber dafür einen aufgeforsteten und nachhaltigen Wald“, so Gemeinderat Thomas Najork, der wie alle Räte dennoch dem Wirtschaftsplan zustimmte.Dass Wald aktuell kein Geld bringt, betrifft Kommunen und Privatbesitzer. Daher ist seit 20. November eine Bund-Förderrichtlinie für Waldprämien in Kraft. Als Teil des Corona-Konjunkturpakets „Wald & Holz“ stellt sie den Großteil der zur Verfügung stehenden 700 Millionen Euro dar.

Bund zahlt Prämie an Waldbesitzer

Die übrigen 200 Millionen Euro sollen in Investitionen in moderne Forst- und Holzwirtschaft und in das Bauen mit Holz fließen. Anfang November wurden von diesem Teil bereits die ersten 50 Miollionen Euro für Investitionen in IT-Hard- und Software, Maschinen, Geräte, Anlagen und Bauten für die nachhaltige Forstwirtschaft und die mobile Holzbearbeitung bereitgestellt. Einen Antrag auf die Waldprämie stellen können alle privaten und kommunalen Waldbesitzer, denen mindestens ein Hektar Waldfläche gehört. Es können also sowohl natürliche als auch juristische Personen wie Forstbetriebe oder Kommunen die Waldprämie beantragen. Vorausgesetzt, sie erfüllen Kriterien zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Dann können Antragsteller mit 100 bis 120 Euro Zuschuss pro Hektar Waldfläche rechnen.

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