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Krauschwitzer zwischen Freude und Frust

Schön: Es gibt neue Spielgeräte für den Abenteuerspielplatz. Unschön: In Krauschwitz wurde ein Drachen-Wegweiser gestohlen.

Auf dem Abenteuerspielplatz Krauschwitz entsteht eine Mammut-Rutsche.
Auf dem Abenteuerspielplatz Krauschwitz entsteht eine Mammut-Rutsche. © Sabine Larbig

Sie fallen auf, die beiden Mammuts, die bald eine Rutsche tragen. Auch Kinder der Kita „Sonnenstrahl“, die kürzlich mit ihren Erzieherinnen wieder zum Abenteuer-Spielplatz in Krauschwitz gingen (sie schauen regelmäßig, was es hier Neues gibt) waren überrascht von den Tieren. Vor allem konnten sie sich nicht vorstellen, dass es die Tiere einst hier gegeben haben soll; zu einer Zeit, als die ganze Gegend unter Eismassen lag, weshalb die Erdgeschichte-Epoche auch Eiszeit genannt wird.

Bodenschätze und echtes Eis

Der Eiszeit hat Krauschwitz übrigens viel zu verdanken. Zum einen Bodenschätze, durch die das Neißedorf zu Wohlstand kam und zur Industriegemeinde wurde. Zum anderen führte die Eiszeit dazu, dass die Formation des heutigen Unesco-Geoparks Muskauer Faltenbogen entstand, in dessen Mitte die Gemeinde Krauschwitz liegt. Nicht zuletzt verdankt der Ort der Eiszeit seine touristische Vermarktung als Eiszeitdorf. Dafür auf den Weg gebracht wurden bereits Souvenirs, Ansichtskarten, Eiskreationen, Drachengolf, der entstehende Abenteuerspielplatz Gletscherwelt und der Drachenberg mit Geopfad und Gipfelbuch.

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Was den Spielplatz betrifft, so kamen vor etwa einer Woche weitere Spiel- und Gestaltungselemente an. Geliefert hat sie die Cottbuser Firma Build a Rock. Und wie der frei übersetzte Firmenname „Felsenbauer“ besagt, lieferte sie Felsen. Natürlich nachgebaute und keine echten Felsen. Trotzdem sehen die Mammuts für die neue Rutsche am Sandspielplatz ebenso toll aus wie die Säulen im Eiszapfen-Look für die Reckanlage, die mächtigen Klettersteine für Kinder oder das von behauenem Eis umrahmte Eingangstor zum Kletterfelsen.

„Wir danken allen fleißigen Helfern vom Förderverein Krauschwitzer Neißeland, der Ortsgruppe im Deutschen Alpenverein sowie der Firma, die auch diesmal vom Ausheben der Baugruben bis zum Aufstellen der Geräte halfen und weiter helfen. Denn noch sind wir nicht fertig; noch wird es eine Weile dauern, bis die Geräte genutzt werden können. Aber wir sind wieder ein großes Stück weiter gekommen bei der Gestaltung“, erklärt Stefan Hofmann, Vorsitzender des Fördervereins.

Der Verein ist Pächter des Geländes und baut den Spielplatz in Kooperation mit der Gemeinde dank Fördergeldern auf. Neu entstanden waren so schon bis Ostern eine Nestschaukel und der künftige, aber noch nicht fertiggestellte Rutschenberg mit einer Kriechröhre. Damit fehlt letztlich nur noch der begehbare Bergbaustollen mit Förderturm hinter der Seilbahn. Doch auch er soll bis spätestens 2022 fertig sein, verrät Hofmann. Klar ist wegen der schon jetzt zahlreichen Besucher aus Krauschwitz und dem Umland, dass der Spielplatz zur beliebten und lockenden Freizeitattraktion für Groß und Klein werden wird.

Drachenberg wird immer beliebter

Dies ist bereits der Drachenberg samt Geopfad, den der Arbeitskreis Eiszeitdorf des Fördervereins betreut. Dort gibt es seit November 2012 ein Gipfelbuch, für das Bodo Sieget aus Weißwasser die Idee hatte und welches seit Februar 2013 durch Peter Micklitza aus Krauschwitz betreut wird. Inzwischen sogar digital. Weil seit drei Jahren eine Besucherstatistik geführt wird, ist die Beliebtheit des Weges sogar belegbar: So kamen 2020 insgesamt 1.485 Besucher, was einer Steigerung gegenüber 2019 auf 147 Prozent entspricht. Konkret kamen 909 Einzelwanderer, 259 Wanderer im Gruppenverband, 238 Kinder (dies entspricht einer Steigerung auf 336 Prozent!) sowie 66 Radfahrer und 17 Geocacher.

Selbst Heiligabend stiegen 24 Besucher auf den Drachenberg. Vielleicht, weil dort, laut Gipfelbuch-Eintrag, der höchste geschmückte Weihnachtsbaum im Muskauer Faltenbogen lockte? Beweise für die Theorie gibt es keine. Auch nicht dafür, warum 2020 keine einzige Klasse den Berg erklomm. „Steigerungen und Abbruch sind wohl pandemiebedingt“, vermutet Rolf Seilberger vom Arbeitskreis, obwohl Corona im Gipfelbuch keine Rolle spielt. Nur einmal schrieben vier Kinder ein: „Wir hassen Corona und hoffen, dass es bald verschwindet“. Ansonsten wurden Ruhe, Schönheit und Unberührtheit der Natur gelobt und sich für den Weg-Erhalt bedankt.

Die Mitglieder des Fördervereins Krauschwitzer Neißeland ärgert der Diebstahl eines solchen Drachens Drachens an einem Geopfad.
Die Mitglieder des Fördervereins Krauschwitzer Neißeland ärgert der Diebstahl eines solchen Drachens Drachens an einem Geopfad. © Foto: Rolf Seilberger

Doch über etwas ärgern sich Einheimische und Gäste: den Diebstahl des roten Drachens am Ort des ebenfalls gestohlenen Drachenberg-Schildes. Den Drachen als Wegweiser hatten Bürger spontan samt ihrer Bitte angebracht, ihn dort zu lassen. Leider wurde das Unikum, ein beliebtes Fotomotiv, trotzdem entwendet. Einen Ersatz-Wegweiser gibt’s nicht ...

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