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Kromlauer Schloss hat seinen Wassergraben wieder

Nur wenige Wochen, aber viel Geld, brauchte es, um das historische Erscheinungsbild wiederherzustellen.

Von Sabine Larbig
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Das Umfeld vom Schloss in Kromlau ist kaum wiederzuerkennen. Wo einst Wiese war und eine fast verwucherte Treppe ins Nirgendwo führte, gibt es nun einen teichartigen Schlossgraben, neue Fußwege und Treppen analog dem historischen Vorbild.
Das Umfeld vom Schloss in Kromlau ist kaum wiederzuerkennen. Wo einst Wiese war und eine fast verwucherte Treppe ins Nirgendwo führte, gibt es nun einen teichartigen Schlossgraben, neue Fußwege und Treppen analog dem historischen Vorbild. © Joachim Rehle

Jahrzehnte schien die Treppe hinter dem Schloss den Parkbesuchern von Kromlau funktionslos, da sie lediglich einen Hang hinabführte und mitten auf der Schlosswiese und ohne jede Wegeanbindung endete. Inzwischen hat das Gelände sein historisches Erscheinungsbild wieder, und somit ist Besuchern nun auch klar, weshalb es die Stufenanlage gibt. Sie endet nun nämlich an einem einst verschütteten und nun wiederhergestellten Schlossgraben.

Wege und Gewässer wie einst

Zu dem teichartigen Gewässer, welches aus Regenwasser von den Dächern auf Schloss und Gesindehaus sowie mittels Pumpe aus dem unteren Schlossteich gespeist wird, führen auch neue Wege.Möglich wurde die sogenannte Maßnahme „Wege im und zum Park“ aus dem städtebaulichen Entwicklungskonzept der Gemeinde Gablenz durch das Förderprogramm „Lebendige Zentren“. Aus dem stehen insgesamt 180.000 Euro für Baumaßnahme zur Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbildes zur Verfügung, welches der Denkmalschutz forderte. Seit Ende Oktober wurden daher durch die beauftragte Firma Halw 460 Meter Wege um das Schloss erneuert, entstand der Schlossgraben neu und abgedichtet und ebenso ein Verbindungsdamm zwischen diesem und dem vorhandenen und inzwischen entschlammten unteren Schlossgraben.

Mehr Aufwand, höhere Kosten

Auch Treppen wurden neu gebaut und Geländeanpassungen vorgenommen. Doch entgegen den Planungen reichen die Fördermittel nicht aus. Die Stufen aus Ziegel, die zum oberen Graben aus Richtung Schloss führen, konnten nicht saniert werden. „Die Ziegel waren kaputt und mit Beton überzogen, die Stufen verworfen und verdreht, weshalb eine Treppe mit Blockstufen aus Granit errichtet werden musste, was Mehrkosten von rund 8.000 Euro macht“, informierte Bürgermeister Dietmar Noack in der jüngsten Ratssitzung. Auch die Geländeanpassung sei durch Bodenab- und -auftrag, erhebliche Mengen Bauschutt und „viel Handarbeit bei den Erdarbeiten“ um etwa 15.000 Euro teurer geworden. Zudem werde der Wegebau etwa 12.000 Euro mehr kosten als geplant, da zum Teil Unterbau fehlt, an inkonsistenten Stellen der Mineralgemischanteil auf 30 cm erhöht und Wege auf zwei Meter verbreitert werden müssen, damit sie zu Pflegezwecken künftig mit Multicars befahrbar sind.

Alles in allem belaufen sich die Gesamtkosten der Maßnahmen damit auf 204.000 Euro, so dass die 180.000 Euro Fördermittel nicht reichen. Der Gemeinderat stimmte daher einer Beschlussvorlage, die die Zahlung des Differenzbetrages für Mehrleistungen an die bauausführende Firma vorsieht, zu. Ob das Geld aus den Rücklagen der Gemeinde genommen wird, ein Nachtrag beim Fördermittelgeber gestellt oder es aus den 70.000 Euro Pauschalzuweisung vom Freistaat entnommen wird, die das Land auch 2021 jeder Gemeinde als Hilfe zur Stärkung des ländlichen Raums überwies, blieb in der Ratssitzung offen. „Wir bringen das Geld auf. Denn der Graben und die Wege sind schick geworden und wir und die Firma haben dafür sogar schon Lob von der Landesdenkmalpflege bekommen“, erklärte Dietmar Noack in der öffentlichen Ratssitzung.

Inselteich-Abdichtung geplant

In der wurde ebenfalls beschlossen, die diesjährige pauschale Zuweisung des Freistaats in 2022 zweckgebunden für weitere Vorhaben im Kromlauer Park zu nutzen. Eingesetzt werden sollen die Gelder als Eigenmittel im Rahmen des Förderprogramms „Lebendige Zentren“, mit welchem weitere Parkprojekte realisiert werden sollen. Laut Bürgermeister sei die Abdichtung des Inselteiches dabei ein „ganz wichtiges, baulich schwieriges und teures“ Projekt. „Die Bühne müssen wir auch irgendwo hinbekommen. Notbeleuchtung und feste Parkarbeiten sollen ebenfalls kommen.“ Ob all dies mit dem geplanten Eigen- und Fremdkapital klappt, weiß man in der Gemeinde noch nicht. „Wir müssen daher parallel nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten suchen, führen bereits Gespräche mit der Sächsischen Aufbaubank“, erläuterte Dietmar Noack nach einstimmiger Beschlussfassung.

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