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Leag will mit Sonnenenergie in die Zukunft

Die Gemeinde Schleife könnte ein Partner dafür sein, so das Unternehmen. Jedoch wollen im Ortsteil Mulkwitz schon zwei andere Firmen Solarparks bauen.

© Symbolfoto: Eric Weser

Schleife. Die Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) stellt sich für den Strukturwandel neu auf – hin zu einem vielseitigen Unternehmen für Energie, Infrastruktur und Service. Dabei schielt die Leag schon längst auch in Richtung Sonnenenergie.

Anfang November 2020 hatten sich im Gemeinderat Schleife zwei Unternehmen aus München und Hamburg vorgestellt, die zum einen auf der Ost- und zum anderen auf der Westkippe im Ortsteil Mulkwitz Solaranlagen errichten wollen. Das rief offenbar die Leag auf den Plan. Zunächst hieß es aus dem Bürgermeisteramt lediglich, dass es einen dritten Interessenten gibt. Der outete sich nun gewissermaßen. Im jüngsten Gemeinderat korrigierten die Leag-Vertreter allerdings, dass man nicht in die Sitzung gekommen sei, weil man auf Mulkwitz oder ein anderes konkretes Projekt abziele. Das Interesse sei generell sehr groß. „Die Leag wird weiter Kraftwerke und Bergbau betreiben, aber das ist endlich. Deshalb wollen wir uns stärker in den erneuerbaren Energien engagieren“, erklärte Leag-Vorstand Hubertus Altmann. Wie es hieß, soll das Interesse nun mit gutem Willen und Bereitschaft unterlegt werden. „Damit wir sichtbar und viel stärker als Ansprechpartner für erneuerbare Energien wahrgenommen werden“, begründete der für dieses neue Geschäftsfeld zuständige Fabian von Oesen. Dabei unterscheide sich die Leag von anderen Projektentwicklern, da sie als Entwickler auch selber die Anlagen errichte, selbst betreibe und den Strom selber vermarkte. Also sei alles in einer Hand.

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Dazu wurde 2019 das Kompetenzzentrum EP New Energies GmbH (Epne) in Berlin gegründet. Fabian von Oesen verwies auf erste Erfolge. So betreibt die Leag bereits auf den Dächern ihrer Bürostandorte Photovoltaikanlagen. Der erste eigene Solarpark ist seit Ende 2019 auf dem Flugplatz Welzow in Betrieb. Und im Oktober 2020 erhielt Epne bei einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur für EEG-Anlagen den Zuschlag für einen Solarpark in Zschornewitz. Auf dem betreffenden Gelände in Sachsen-Anhalt stand eines der ältesten Kraftwerke Deutschlands. Seit 1915 am Netz wurde es 1992 stillgelegt. Bald soll von dort grüner Strom herkommen.

In Schleife keine Fläche ausgewählt

Gegenwärtig werden betriebseigene Flächen von Leag und Mibrag auf ihre Eignung für erneuerbare Energien untersucht. Ebenso möchte man auf Drittflächen aktiv werden. „Wir wollen uns aber nicht auf jede freie Fläche einschießen“, betonte Fabian von Oesen. Man fokussiere sich auf konfliktarme Flächen, also ohne Bebauung oder Wald und auch nicht naturschutzgebunden. Ein konkretes Gelände in der Gemeinde Schleife wurde noch nicht ausgewählt, sagte er auf Nachfrage aus dem Gemeinderat. Sobald die wegen gesetzlicher Vorgaben nicht infrage kommenden Flächen wie auch weitere Kriterien der Gemeinde Schleife feststehen, werde eine Ergebnisliste erarbeitet. Für Boxberg und Spremberg sei das „schon gemacht“ worden, so Leag-Vorstand Hubertus Altmann. Er betonte, dass es dem Unternehmen auf eine gute Kooperation mit der betreffenden Gemeinde ankommt.

„Wenn die Chance auf eine Partnerschaft besteht, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen“, begrüßte Bürgermeister Jörg Funda (CDU) die Pläne. Darauf Hubertus Altmann: „Wir müssen und werden uns verändern. Wir stehen aber auch zu allen anderen Verpflichtungen. Es ist nicht unsere Absicht, die kalte Schulter zu zeigen.“ Die Botschaft, dass die Leag ihr Engagement fortsetzt, vernahm der Schleifer Bürgermeister gerne. Man habe ja gemeinsam schon viel erreichen können.

Pläne für Mulkwitz im Gespräch

Derweil hat sich der Ortschaftsrat Mulkwitz weiter mit den Plänen der zwei Unternehmen für die Solarparks auf der Ost- und der Westkippe beschäftigt. Ob es tatsächlich zur Umsetzung beider Vorhaben kommt, daran hat Ingo Herschmann (fraktionslos) so seine Zweifel.Bisher seien alles nur informelle Gespräche gewesen. Jetzt sei man an dem Punkt, eine Debatte anzuschieben, weil es auch Leute gibt, die das nicht so toll finden“, so der Bürgermeister. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass irgendwas hinter verschlossenen Türen passiert“, erklärte Jörg Funda. Auch wäre es gut, wenn der Ortschaftsrat Rohne einbezogen wird, weil drei Viertel der Solarparkfläche in der Gemarkung Rohne liegen, begründete Ortsvorsteher Matthias Jainsch (CDU).

Die Investoren machen inzwischen einen gewissen Druck, weil sie möglichst schnell beginnen wollen. Aber es sei – abgesehen von den gesetzlichen Vorschriften – ein legitimer demokratischer Werdegang, ob sich eine Mehrheit dafür findet. Der Gemeinderat wird Eingriffe in Naturschutz und Erholungsmöglichkeiten abzuwägen haben. „So weit sind wir aber noch lange nicht“, sagte Jörg Funda.

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