Weißwasser
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Löwen gleichen gegen die Füchse aus

Wurde der Gegner nach dem 6:3 am Mittwoch unterschätzt? Im zweiten Playdown-Spiel der Serie fehlt Weißwasser völlig der Durchschlag.

Von Marcel Pochanke
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Ramón Schnetzer beim Spielaufbau gegen den Tölzer Philipp Schlager (gelbes Trikot).
Ramón Schnetzer beim Spielaufbau gegen den Tölzer Philipp Schlager (gelbes Trikot). © Gunnar Schulze

Die Lausitzer Füchse haben ihre zweite Playdown-Begegnung gegen die Tölzer Löwen am Freitagabend mit 1:2 verloren. An die gute Vorstellung, die sie beim 6:3-Sieg im ersten Match zeigten, konnten sie dabei nicht anknüpfen. Vielmehr zeigte sich, dass in dieser Runde kein Spiel ein Selbstläufer ist – auch ein Heimspiel vor 2.000 Zuschauern nicht.
Bei den Tölzer Löwen reagierte Trainer Kevin Gaudet auf die sechs Gegentore im ersten Spiel am Mittwoch und tauschte den Torhüter, der erfahrenere Jimmy Hertel bekam den Vorzug vor dem 21-jährigen Josef Hölzl. Auch bei den Lausitzer Füchsen gab es Bewegung im Kader – und die hatte es in sich: Überraschend kehrte Kapitän Clarke Breitkreuz nach langer Verletzungspause in das Team zurück. Für ihn musste Roope Mäkitalo aus der Paradereihe weichen, der Österreicher Ramón Schnetzer besetzte die frei gewordene Ausländerposition. „Wir probieren, die beste Mannschaft auf das Eis zu bringen“, erläuterte Trainer Petteri Väkiparta dazu. Er setzte seinen wichtigen Rückkehrer aber erst einmal nur behutsam ein, oft vertrat ihn Marius Stöber neben Garlent und Quenneville, später übernahm Roßmy diese Rolle.

Von der besten Offensivreihe der Füchse war zunächst wenig zu sehen. Erst nachdem Goalie Leon Hungerecker eine brandgefährliche Szene mit dem dritten Nachfassen bereinigte, wurde Weißwasser beim Konter wirklich gefährlich: Mueller zielte knapp daneben. Auf beiden Seiten spielten die Abwehrreihen sehr aufmerksam. Die Teams betrieben hohen läuferischen Aufwand, um ihre Tore abzusichern. Mit einem schönen Spielzug kamen die Gäste zur größten Gelegenheit des Spiels bis dahin, Tyler McNeely traf das Lattenkreuz – Glück für die Füchse.

Nach 15 Minuten probierte es Garlent aus spitzem Winkel, Hertel wirkte nicht ganz sicher. Dann heulte tatsächlich die Lausitzer Torsirene zum ersten Mal, aber es war falscher Alarm: Quenneville hatte frei vor Hertel nur den Außenpfosten getroffen. Das war die größte Annäherung der Füchse an das Tölzer Tor im ersten Durchgang, während die Löwen noch einen hatten: Eingeladen von einem Fehler Jakub Kanias Fehler, zwang McNeely Hungerecker zu einer Riesenparade. Damit blieb es beim 0:0 zur ersten Pause, mit dem Weißwasser angesichts der zwei dicken Chancen der Löwen gut leben konnte.
Das zweite Drittel begann mit einem kurzen Aufflackern Lausitzer Offensiv-Gefahr, bevor die Gäste das Heft in die Hand bekamen. Die Angriffe der Weißwasseraner wurden früh gestört, auf der anderen Seite kam unter anderem Top-Scorer Dibelka mehrmals in guter Position zum Abschluss. Zur Hälfte des Spiels wäre eine Führung der Tölzer hochverdient gewesen, nach 31 Minuten war es dann so weit: Kolb setzte sich gegen Hanusch durch, der sich danach nur per Fausthieb revanchieren konnte. Markus Eberhardt, der seinen Torschützen verteidigte, folgte Hanusch auf die Strafbank. Im Spiel vier gegen vier musste bei einem Konter eigentlich dem 0:1 das 0:2 folgen, aber die Tölzer bekamen die Scheibe nicht ins leere Tor. Die nächste gute Gelegenheit für die Gäste vergab Schlager nach einem tollen langen Pass.

Erst gegen Ende des Drittels kam Weißwasser wieder zum Zug – und wie. Quenneville traf zum zweiten Mal in diesem Spiel nach einer Schlägertäuschung nur den Außenpfosten, es folgte eine Druckphase, wie man sie bisher bei den Füchsen vermisst hatte. Die Scheibe aber wollte weiter nicht ins Tölzer Tor. Vor dem Schlussdrittel konnten so beide Teams nicht zufrieden sein. Die Löwen nicht, weil sie nach der Führung trotz bester Gelegenheiten nicht nachgelegt hatten und Weißwasser nicht, weil man so spät aufgetaut war und dann den fälligen Ausgleich liegen ließ.

Der kam dann schnell, weil sich Steve Hanusch von der blauen Linie ein Herz und Döring Hertel die Sicht nahm. Die Scheibe schlug im langen Eck ein – das Spiel war wieder völlig offen.

Was folgte, war Abstiegskampf. Viel Körperlichkeit, Schussversuche, kleine Unsicherheiten. Die Partie war nicht immer sehenswert, aber spannend. Zwei Überzahlmöglichkeiten für die Füchse verpufften sehr harmlos und zugegeben auch leidenschaftslos. Weißwasser konnte zu dem Zeitpunkt froh sein, dass der Gegner selbst zu limitiert war, um mehr aus den Situationen zu machen – bisher.

Vier Minuten vor dem Ende bekam die Lausitzer Defensive die erste Tölzer Reihe nicht in den Griff, McNeely legte mit der Rückhand quer, und Spiro musste nur noch ins leere Tor einschieben. Die Füchse versuchten es mit Schüssen und Pässen in den Slot, wirklich gute Gelegenheiten sollten aber nicht mehr herausspringen.

Tölz hatte an dem Abend ein gänzlich anderes Gesicht als am Mittwoch gezeigt und Weißwasser keine Antwort darauf gefunden. „Zu klein“ habe sich seine Mannschaft zu lange gemacht, monierte Petteri Väkiparta. Dann sei es besser geworden – aber zu spät Am Sonntag sind die Füchse wieder auswärts in Bad Tölz dran.