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Mit flinker Feder auf die Spitze getrieben

In der Schleifer Kirche sind Karikaturen zu Umwelt und Klima zu sehen. Ein Grund mehr, in diesem Sommer an der Radwegekirche Halt zu machen.

Noch bis Freitag sind in der Kirche in Schleife Karikaturen zum Klimawandel zu sehen. Danach werden die Tafeln mit denen getauscht, die seit Juni in Hoyerswerda-Neustadt gezeigt wurden.
Noch bis Freitag sind in der Kirche in Schleife Karikaturen zum Klimawandel zu sehen. Danach werden die Tafeln mit denen getauscht, die seit Juni in Hoyerswerda-Neustadt gezeigt wurden. © Joachim Rehle

Schleife. Wie steht‘s eigentlich um die Klimaziele von Deutschland? So wird der Betrachter einer Karikatur in der evangelischen Kirche in Schleife gefragt. Die Antwort folgt in Wort und Bild: Vom Winde verweht ... Oder, von „Kiri“ unterzeichnet, erfährt man auf einem gelben Blatt samt Kohlebaggern die Antwort auf die Frage nach einem bewährten Rezept für strukturschwache Regionen: „Einfach wegbaggern“, heißt es da kurz und (humor!)los. Oder jemand ist als Vielflieger unterwegs. Eben, weil das billiger sei als eine Mietwohnung. Ob Ökostrom, innerstädtische Fahrverbote oder Erderwärmung – unter dem Motto „Gott bewahre“ sind derzeit in der Schleifer Kirche 69 Karikaturen zu Klimawandel und Umweltpolitik zu sehen.

Konzipiert wurde die Ausstellung im Rahmen des Kirchenprogramms „dass ich dir stetig blühe“ zur brandenburgischen Landesgartenschau 2019 in Wittstock. Daran beteiligt waren der Kirchenkreis Wittstock-Ruppin und der Verein Cartoonlobby mit Sitz in Luckau. Er vereint bundesweit agierende Künstler, deren hauptsächliches Tätigkeitsfeld visuelle Satire und Humor sind. Nach der Landesschau wurde eine Wander-Version der Ausstellung erarbeitet. Dritter Partner im Bunde war das Umweltbüro der Evangelischen Kirche Berlin – Brandenburg – schlesische Oberlausitz (Ekbo), zu der die Region Weißwasser gehört.

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Zwei Schichten, weil die Kirche zu klein ist

Über jenes Umweltbüro war Kerstin Schuster von der Arbeitsgemeinschaft Nachhaltiger Gemeindeaufbau der Kirchengemeinde Schleife auf die Ausstellung aufmerksam geworden. Eigentlich besteht diese aus 50 Tafeln. Dafür wäre die Kirche in Schleife allerdings zu klein gewesen. Scheitern sollte das Vorhaben daran aber nicht. Und da Pfarrer Jörg Michel von der evangelischen Kirchengemeinde Hoyerswerda-Neustadt zurzeit als Elternzeitvertretung auch für Schleife zuständig ist, lag es nahe, die Ausstellungstafeln zu teilen.

Ende dieser Woche wird getauscht, kündigt Kerstin Schuster an. Der zweite Teil der Karikaturen-Schau wird bis Ende August in Schleife zu sehen sein.
Womöglich ist diese für manchen Radtouristen ein Grund, in Schleife anzuhalten. Direkt am Froschradweg gelegen, darf sich die Kirche seit diesem Frühjahr nämlich „Radwegekirche“ nennen. Ähnlich den 40 Autobahnkirchen in Deutschland, die jährlich eine Million Besucher verzeichnen, sollen auch die Radwegekirchen der Entschleunigung und Muße dienen. 200 davon gibt es mittlerweile – an 280 Fernradwegen bundesweit. Und das Angebot soll weiter ausgebaut werden.

Am Seiteneingang der Schleifer Kirche macht das Signet auf die Radwegekirche aufmerksam. „Sie bietet einen Ruhepol in unserer hektischen Zeit – und ein niederschwelliges Angebot, sich ganz unabhängig vom eigenen Glauben die Kirche anzuschauen“, erklärt Kerstin Schuster. Wie viele Radwanderer bereits Halt gemacht haben, lässt das Gästebuch nur erahnen. Aus ganz Deutschland kamen sie jedenfalls.

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Radwegekirchen sollen zwischen Ostern und dem Reformationstag jedermann zugänglich sein. Die Kirche in Schleife ist von Frühjahr bis Herbst täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Außerdem sind Führungen auf Deutsch, Sorbisch, Polnisch, Englisch und Spanisch möglich, wofür es einer Voranmeldung bedarf. Für jedermann frei zugänglich ist auch gegenüber der Pfarrgarten samt dem Spielplatz „Arche Noah“ und dem wieder errichteten historischen Brunnen, der aber kein Wasser führt.

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