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Mühlroser wollen ihre Ruhe haben

Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) stößt am Freitag beim Rundgang durch Mühlrose auch auf Ablehnung.

Das ist eines der Häuser, um dessen Abriss es jetzt Aufregung gibt.
Das ist eines der Häuser, um dessen Abriss es jetzt Aufregung gibt. © Joachim Rehle

Mühlrose. Über den Stand der Umsiedlung und die jüngsten Abrissarbeiten hat sich Energie- und Klimaschutzminister Wolfram Günther (Grüne) am Freitag in Mühlrose informiert. Er traf sich dabei mit Vertretern der Gemeinde Trebendorf, deren Ortsteil Mühlrose ist, und der Einwohnerschaft. „Mühlrose wird aufgerieben zwischen den höchst unterschiedlichen Wünschen der Bewohner, dem gesellschaftlich breit verhandelten Kohleausstieg und den Interessen, die von außen auf den Ort einwirken“, ließ der Umweltminister danach in einer Erklärung verlauten. Davon habe er sich ein lebendiges Bild gemacht.

Nach seiner Ansicht dürften „für die Tagebaue in der Lausitz keine Flächen mehr in Anspruch genommen oder abgesiedelt werden, die für den Betrieb der Kraftwerke im Rahmen des Kohlekompromisses nicht benötigt werden.“ Man werde mit der Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) über die Situation in Mühlrose und die Planungen des Unternehmens für das Gebiet sprechen.

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Anwohner verstehen Aufregung gerade jetzt nicht

Bürgermeister Waldemar Locke (CDU) bestärkte den Wunsch der Mühlroser, dass sie niemanden im Ort haben wollen. „Das heizt die Situation nur noch mehr auf“, sagte er. Die Mehrheit der Mühlroser wolle umsiedeln. Für fast die Hälfte der 80 Grundstücke sind die Notarverträge unter Dach und Fach. In der Ratssitzung am Mittwoch in Trebendorf hatte der Mühlroser Ortsvorsteher Detlef Rölke (CDU) die massive Einmischung von außen beklagt. 

Die Bewohner könnten nicht verstehen, warum die Umsiedlung ausgerechnet jetzt so hochgepuscht wird. „Eins der beiden Häuser, die jetzt entkernt werden, steht schon seit 13 Jahren leer. Es sind so viele Häuser schon verschwunden, da hat kein Hahn danach gekräht“, erklärte Detlef Rölke. Beinahe jeden Tag würden Fernsehteams anrücken. „Wir wollen einfach in Ruhe gelassen werden. Es ist so schon schwer genug“, sprach er aus, was viele Mühlroser bewegt.

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