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Naturerlebnisse am Bärwalder See sollen barrierefrei werden

Für das Projekt erhofft sich die Gemeinde Boxberg einen Preis aus dem Mitmachfonds.

Von Constanze Knappe
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Um den Bärwalder See laden diverse Sitzplätze Spaziergänger und Radwanderer zum Verweilen ein. Weil die Tische nicht unterfahrbar und Rastplätze nicht barrierefrei sind, soll jetzt nachgebessert werden.
Um den Bärwalder See laden diverse Sitzplätze Spaziergänger und Radwanderer zum Verweilen ein. Weil die Tische nicht unterfahrbar und Rastplätze nicht barrierefrei sind, soll jetzt nachgebessert werden. © Joachim Rehle

Boxberg. Trotz pandemiebedingter Einschränkungen war die Saison 2021 am Bärwalder See erfolgreich. Die 3.418, in der Tourismus-Information am Boxberger Ufer, gezählten Besucher sind nur ein Beispiel dafür. Dass es weniger als im Vorjahr waren, hat vor allem damit zu tun, dass das Büro erst ab 12. Juni öffnen durfte – und damit fast ein Vierteljahr nach dem eigentlichen Saisonstart. „Die Weitläufigkeit der Landschaft und die Ruhe, das gut ausgebaute Radwegenetz und die touristischen Angebote in der freien Natur“, sind nach Aussage von Bürgermeister Achim Junker (CDU) Gründe, warum der größte Binnensee Sachsens immer beliebter wird.

Und das übrigens auch bei Menschen mit Behinderung. Wie Achim Junker jetzt im Gemeinderat erklärte, würden sich viele Gäste mit Mobilitätseinschränkungen einen auf ihre Bedürfnisse ausgerichteten Fitnessbereich in der Nähe des Strandes wünschen. Ganz neu ist das Thema nicht.Barrierefreie Naturerlebnisangebote könnten ein Impulsgeber für den ländlichen Raum sein. Darüber sind sich die Gemeinde Boxberg sowie die Verwaltung des Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, der Staatsbetrieb Sachsenforst, das Deutsche Seminar für Tourismus und der Dachverband Nationale Naturlandschaften einig. Allesamt sind sie bereits seit 2019 Partner, um Naturerlebnisangebote am Bärwalder See auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu schaffen. Auf Basis des Informations- und Kennzeichnungssystems „Reisen für alle“ wurde jetzt die Radtour um den See bewertet. Im Prüfbericht sei festgestellt worden, „dass die Sitzgelegenheiten und Rastplätze nicht barrierefrei anfahrbar und auch keine unterfahrbaren Tische vorhanden sind“, so der Bürgermeister. Auch hätten Strandzugänge nur mäßig bis schlecht oder zum Teil gar nicht befahrbare Zuwegungen. Obendrein habe der Ortschaftsrat Boxberg an die Verwaltung den Antrag von mehreren Bürgern eingereicht, die gerne neue Sitzbänke am Bärwalder See hätten.

Mit dem Projekt „Barrierefreie Naturerlebnisangebote am Bärwalder See“ will die Gemeinde Boxberg Abhilfe schaffen. Gegliedert ist es in zwei Teilaufgaben: Zum einen geht es um überdachte Sitzgelegenheiten und Rastplätze am See, die auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nutzbar sind. Und zum anderen sollen barrierefreie Strandzugänge errichtet und an den Stränden Fitnessgeräte für Menschen mit Behinderung aufgestellt werden.Zur Umsetzung des Vorhabens hat die Gemeinde Boxberg einen Antrag beim Sächsischen Mitmachfonds gestellt. Wie es im Gemeinderat hieß, sei der Antrag bestätigt worden. Nach der Prüfung und Bewertung durch die Jury sollen im Februar 2022 die Preisträger bekanntgegeben werden. „Im Sinne unserer mobilitätseingeschränkten Einwohner und Gäste würden wir uns sehr über eine positive Entscheidung freuen“, sagte der Bürgermeister.

Anlagen im Winter nicht betreten

Außerdem verwies Achim Junker noch einmal darauf, dass den Winter über das Betreten der Schwimmsteganlagen im Hafen Klitten und an den Ufern in Boxberg und Uhyst verboten ist. Gleiches gelte für Wasserflächen und sich womöglich bildende Eisflächen. Sonderregelungen bestehen lediglich für das Ufer- und Bootsangeln des Anglerverbands Elbflorenz Dresden.Informiert wurde in der Gemeinderatssitzung ebenso darüber, dass die Gemeinde Boxberg zum 1. April 2022 eine Stelle „Infrastruktur“ im „Landschaftspark Bärwalder See“ saisonal besetzen möchte. Vorerst befristet bis Ende Oktober 2023 mit der Option auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis wird jemand mit Erfahrungen in der Grünflächenpflege, im Bauhandwerk und/oder bei der Instandhaltung technischer Anlagen gesucht. Bewerben kann man sich bis Mitte Januar.

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