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Neuer Bolzplatz in Reichwalde übergeben

Das Kleinspielfeld können Gäste des Schullandheims und auch die Einwohner nutzen. Ein Lichtblick in Corona-Zeiten.

Der Reichwalder Ortsvorsteher Frank Müller (links) übergab dem Vorsitzenden des Fördervereins des Schullandheims Reichwalde, Helmut Richter (Mitte), nicht nur den tollen Bolzplatz, sondern einen Laubsauger zu dessen Pflege gleich noch dazu.
Der Reichwalder Ortsvorsteher Frank Müller (links) übergab dem Vorsitzenden des Fördervereins des Schullandheims Reichwalde, Helmut Richter (Mitte), nicht nur den tollen Bolzplatz, sondern einen Laubsauger zu dessen Pflege gleich noch dazu. © Constanze Knappe

Nicht jeder Schuss landet im Tor. Das wissen wir spätestens seit der gerade beendeten Fußball-Europameisterschaft. Die Reichwalder Lilli (12), Leni (11) und den dreijährigen Benno stört das nicht. Es gleich noch einmal und immer wieder zu probieren – dafür bietet die neue Spielfläche schräg gegenüber vom Schullandheim ideale Bedingungen. Kurz vor Ferienbeginn wurde der nigelnagelneue Bolzplatz jetzt übergeben. Drei neue Tretboote ebenso.

Wie von Ortsvorsteher Frank Müller zu erfahren war, gab seine Tochter Christin den eigentlichen Anstoß für den Bolzplatz. 2019 habe sie ihrem Vater vorgeschwärmt, dass in Kreba-Neudorf ein Kleinspielfeld aufgebaut worden sei – sehr zur Freude der dortigen Kinder und Jugendlichen. Ob er das nicht auch für Reichwalde hinbekommen könne?, wollte sie von ihm wissen. Für Frank Müller war das weniger eine Frage. Er nahm es als Auftrag – und ging in die Spur. Bei Dirk Naumburger, dem Bürgermeister von Kreba-Neudorf, machte er sich schlau, was dafür alles erforderlich ist, und natürlich auch, was das Ganze kostet.

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Daumen hoch, so lobten Lilli (12), Leni (11) und der kleinen Benn (3) das neue Kleinspielfeld.
Daumen hoch, so lobten Lilli (12), Leni (11) und der kleinen Benn (3) das neue Kleinspielfeld. © Constanze Knappe

Viele Sponsoren zogen mit

Zusammen mit Helmut Richter, dem Vorsitzenden des Fördervereins des Schullandheims Reichwalde, wurde entschieden, das neue Kleinspielfeld an der Stelle des alten Bolzplatzes zu bauen. Doch bevor die Kinder Spaß an der Jagd nach dem Ball haben würden, galt es „auf Sponsorenjagd“ zu gehen, so Frank Müller. 24 Unternehmen aus der Gemeinde Boxberg und darüber hinaus brachten stattliche 45.000 Euro auf. Nachdem das Geld zusammen war, wurde im Dezember 2020 das Spielfeld aufgebaut und im Februar 2021 fertiggestellt. Die offizielle Einweihung musste corona-bedingt allerdings noch ziemlich lange auf sich warten lassen. Sie wurde jetzt bei strahlendem Sonnenschein nachgeholt.

Gedacht ist der neue Bolzplatz, der auch mit Unterstützung der Gemeinde Boxberg entstand, sowohl für die Gäste des Schullandheims als auch für die Einwohner Reichwaldes. Wie Frank Müller betonte, sollen Groß und Klein ihren Spaß daran haben. Einzige Bedingung: Schuhe mit Noppen oder gar Stollen sind nicht erlaubt!
Ebenfalls aus Spendenmitteln konnten drei Tretboote angeschafft werden. Einem Aufruf über die Internet-Plattform „99 Funken“ waren 30 Sponsoren gefolgt. Am Ende kamen 3.684 Euro zusammen. Bei dieser Spendenaktion waren 2019 auf jener Internetplattform alles in allem 24 Projekte vorgestellt worden. Sie wurden mit insgesamt 110.073 Euro gefördert. Wie das Beispiel des Schullandheims zeigt, zahlt es sich für Vereine aus, die neuen Medien für die Akquise von Spenden zu nutzen.

Nur mit Hilfe durchs Corona-Jahr

Die Übergabe der Tretboote war durch Corona immer wieder ausgebremst worden. Der Gondelteich, auf dem die Kinder jetzt damit ihre Runden drehen können, war bis vor einigen Jahren teilweise zugewachsen. Auf der Halbinsel, so erinnert sich Vereinsmitglied Andreas Noack, wurden Meerschweinchen gehalten. Mit Hilfe eines Unternehmens sei der Teich ausgebaggert worden. Mittlerweile im Ruhestand, oblag ihm als Hausmeister die Pflege der Anlage.

Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hatte sich das Schullandheim wieder langsam an den Betrieb herangetastet. Dafür musste den Gesundheitsbehörden ein umfangreiches Hygienekonzept vorgelegt werden. Die Gäste wurden belehrt. „Jeder ist auch ein Stück weit selbst verantwortlich“, hatte die pädagogische Leiterin Christine Neumann im Juli vorigen Jahres erklärt. Inzwischen ist auch sie im Ruhestand, ihre Aussage aber noch immer gültig. Vollbelegung war nicht erlaubt. Nur mit den Soforthilfen des Bundes und Kurzarbeit hatte der Förderverein das Schullandheim durch das Corona-Jahr 2020 bringen können. Der Lockdown im Winter traf den Verein weniger, da es sich eh um einen Saisonbetrieb handelt. Dass sich der Wiederbeginn 2021 bis Mitte Juni verschieben würde, hätte keiner geahnt. Auch diese Zeit war nur mit staatlicher Hilfe zu überbrücken.

Die Spendenaktion für die neuen Tretboote lief schon 2019 im Internet. Doch Corona hatte die Übergabe immer wieder ausgebremst.
Die Spendenaktion für die neuen Tretboote lief schon 2019 im Internet. Doch Corona hatte die Übergabe immer wieder ausgebremst. © Constanze Knappe

Umso größer ist die Freude über die Unterstützung der Sponsoren. „Wir sehen das als eine Würdigung unserer Arbeit“, erklärte Helmut Richter. Ganz gleich, ob groß oder klein, jede Spende sei willkommen, sagte er. Und dass man bei so viel Unterstützung etwas tun müsse. Es gibt auch schon die nächsten Ideen: Am Bolzplatz soll eine Flutlichtanlage her, die Masten liegen bereits da. Am Gondelteich ist eine Überdachung für die Tretboote geplant, damit sie nicht nach jedem Regen ausgeschöpft werden müssen. Auch werde das Nebengebäude weiter ausgebaut. Dafür sind nach Aussage von Helmut Richter lange Stahlträger geordert worden, die aber wegen des derzeitigen Straßenbaus nicht angeliefert werden können. In der Ortsdurchfahrt Reichwalde werden die Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert.

Die Gäste der kleinen Feierstunde hatten sich trotzdem hingefunden – wie auch die ersten Gruppen ins Schullandheim. Seit per 14. Juni Klassenfahrten wieder erlaubt wurden, stehen im Schullandheim Reichwalde die Telefone nicht mehr still. Als erste reisten Kinder der 15. Grundschule Dresden an. Diese ist schon lange Partner des Schullandheims und hat auch über die Corona-Zeit hinweg zur Stange gehalten. Viele andere hingegen haben wegen der großen Verunsicherung abgesagt. Dafür sind einige, die eigentlich im April hierher wollten, nun im Juli nachgerückt. Was auch bedeutet, dass noch immer viel Bewegung drin ist. Daher lohne es sich durchaus, auch für den September noch nachzufragen, so die Schullandheimleiterin Marlis Sinkwitz.

Freie Plätze im Feriencamp

Nachdem gestern zwei 4. Klassen der 30. Grundschule Dresden abgereist sind, laufen die Vorbereitungen für die Sommerferien. Vereine wie der Sportclub Hoyerswerda, der Sportclub Riesa oder Speed Skating Leipzig werden Trainingslager im Schullandheim Reichwalde durchführen.

Auch die beiden Ferienlager finden statt. Mitte August werden sich mehr als 20 Kinder „Auf geheimnisvolle Spuren“ begeben. Dieses Ferienlager ist bereits ausgebucht. Für das Camp „Natur & Foto“ vom 8. bis 13. August (bei eigener An- und Abreise) gibt es noch freie Plätze. Kinder zwischen 8 und 12 Jahren werden mit pädagogischer Betreuung in Planetarium und Tierpark unterwegs sein, im Wildrevier Uhyst auf Safari gehen, eine Radtour in den Fruchtwald unternehmen und am Lagerfeuer Knüppelkuchen backen. Spiel, Sport und Spaß sowie das Baden im Freibad um die Ecke kommen auch nicht zu kurz.

Infos/Anmeldung für das Ferienlager noch bis 29. Juli unter 035774 32242 oder per Mail:
[email protected]

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