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Räte radeln viele Problemstellen ab

Bei der Ortsbefahrung durch Krauschwitz durch den Technischen Ausschuss entstand eine lange Aufgaben- und Vorhabenliste. Und es gab viele Gespräche mit Bürgern.

Thomas Najork, Monika Prinz, Heike Krahl, Frank Frenzel und Detlef Roitsch (von links nach rechts) hielten bei der Ortsbefahrung auch vor der Kita in der Schäferstraße. Hier sind Parkflächen für Eltern und Erzieher geplant.
Thomas Najork, Monika Prinz, Heike Krahl, Frank Frenzel und Detlef Roitsch (von links nach rechts) hielten bei der Ortsbefahrung auch vor der Kita in der Schäferstraße. Hier sind Parkflächen für Eltern und Erzieher geplant. © Sabine Larbig

Mit rund 106 Quadratkilometern Fläche ist die Gemeinde Krauschwitz fast doppelt so groß wie die Stadt Görlitz. Die Gemeindegröße ist ein Grund, weshalb sich die Mitglieder von Ortschaftsrat und Technischem Ausschuss regelmäßig aufs Rad setzen, um in allen Ortsteilen eingegangenen Bürgerbeschwerden über Dreckecken oder anderen Problemstellen nachzugehen, sie zu protokollieren und Empfehlungen an die Gemeindeverwaltung weiterzuleiten. Nachdem Anfang Juni bereits eine sogenannte Ortsbefahrung in den Neißedörfern stattfand, radelte der Technische Ausschuss vergangenen Sonnabend die Ortslage Krauschwitz ab.

Lob und Kritik

„Schön, dass wir Sie antreffen. Ich möchte nämlich mal Dankeschön für den tollen neu entstandenen und sehr gut gepflegten Spielplatz sagen, auf dem ich regelmäßig mit den Enkeln bin, die hier toll spielen können und sich wohlfühlen“, wendet sich eine Krauschwitzerin schon beim ersten Radstopp an die Räte. Die freut das Lob und werden es an den Pächterverein Krausch-witzer Neißeland weiterleiten. „Ohne das Vereins-Engagement wären wir längst nicht soweit“, bekennt Gemeinderat Thomas Najork (CDU) und wirbt gleich die Werbetrommel für den Verein, der engagierte Mitglieder sucht und noch viel mehr im einstigen Stadion vor hat. So sollen noch Parkplätze und Sanitäranlagen kommen. „Das ist wichtig, weshalb Verwaltung und Räte die Vorhaben auf dem Schirm haben und unterstützen wollen.“ Detlef Roitsch (CDU) verweist in dem Zusammenhang auf die angrenzende Erlebniswelt. „Besucher vom Abenteuer- und Mehrgenerationen-Spielplatz können über das Drehkreuz auch das Gradierwerk nutzen. Ich finde, das ist eine tolle Ergänzung, wenn das Bad nach Corona wieder öffnen darf.“

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Weniger freundlich wurden die Räte an den nächsten Stationen empfangen. „Setzen Sie sich mal dafür ein, dass die Papierkörbe am Netto nicht ständig voll sind, überquellen und Müll rumfliegt“, fordert eine Bürgerin. Ein anderer Einwohner fragt nach, wie es mit dem ortsprägenden Barbara-Turm auf dem Gelände der Keula-Hütte weitergeht. Andere wollen wissen, wann die Ruine des Deutschen Hauses endlich verschwindet. Die Räte können nicht auf alle Beschwerden und Anfragen sofort Auskunft geben, versprechen aber, die Anliegen an die Eigentümer weiterzuleiten. Ein weiterer auf die Radlergruppe aufmerksam gewordener Krauschwitzer kritisiert den Zustand der Heinrich-Heine-Straße: „Hier sind Altenpflegeheime und viele Anwohner. Doch die Straße ist eine Katastrophe. Sie kann kaum zu Fuß, geschweige denn mit dem Rollator oder dem Rollstuhl genutzt werden.“ Die Räte kennen das Problem. „Die Straße müsste grundhaft ausgebaut werden. Doch das ist wegen des Berges schwierig, aufwendig und sehr teuer“, erläutert Rätin Monika Prinz (Pro Kind).

Es liegt, wie immer, am Geld ...

Die Finanzlage der Gemeinde, das zeigte sich bei der Tour, ist generell ein Hindernis für die schnelle Beseitigung von Problem-Ecken. „Es gibt auf Grund der Gemeindegröße und ihrer finanziellen Lage eine Prioritätenliste, nach der Geldmittel bereitgestellt und Schwerpunkte abgearbeitet werden“, erläutert Thomas Najork. Dies betreffe die Verbesserung des Zustands von Straßen, Wegen und Plätzen ebenso wie größere Investitions- und Bauvorhaben. Geht es nach Verwaltung und Räten, so soll möglichst bald der Platz an der Geschwister-Scholl-Straße/Ecke Schäferstraße befestigt und rund um die alte Eiche neu gestaltet werden. Doch noch, so die Räte einstimmig, gäbe es kein passendes Förderprogramm. Ohne Förderung sei das Vorhaben aber nicht machbar.

Wie die Wünsche von Eltern und Erziehern nach Parkplätzen neben beziehungsweise hinter der Kita in der Schäferstraße zeitnah umgesetzt werden können – auch daran arbeiten Räte und Verwaltung in Krauschwitz. Bisher wird vor der Kita wild geparkt, selbst vor der Feuerwehr-Zufahrt. Erzieher dürfen auf einem Privatgrundstück stehen. Eine Notlösung. Aber, und das erschwert alles: Werden Parkplätze gebaut, muss gleichzeitig eine Regenentwässerung her, damit Regenwasser nicht weiter die Straße runter schießt. „Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, wird die Schäferstraße zur Spielstraße“, blickt Thomas Najork voraus. Auch das ist ein Vorhaben, das nicht nur Eltern und Erzieher wollen. Klappt alles, bleibt trotzdem ein Problem: die mit Pollern gesperrte Brücke über die Legnitzka hinter der Kita . Die sollte längst saniert sein. „Leider lässt es der Baugrund nicht zu. Nun suchen wir fieberhaft nach einer anderen Möglichkeit“, erklärt Detlef Roitsch.

Rettungswache macht sicherer

Froh zeigen sich alle Räte dagegen über den Bau der neuen Rettungswache am Containerstandplatz an der Brückenstraße. „Wir sind froh, dass wir als Gemeinde dem Landkreis ein Grundstück für den Neubau anbieten konnten, das noch dazu so ideal für Bürger und Retter liegt“, meint Monika Prinz. „Wenn die Rettungswache steht, können endlich auch Rettungszeiten für die Neißedörfer eingehalten werden“, erwähnt Heike Krahl (Die Linke). Einen weiteren Vorteil sieht Frank Frenzel (AfD) in den besseren Arbeitsbedingungen der neuen Rettungswache, die den Standort in Bad Muskau ersetzen wird.

Bevor der Technische Ausschuss am Sonnabend seine etwa vierstündige Radtour durch Krauschwitz an Bendels Kreuzung beendete, hatten die Räte auf ihrer Mängelliste auch die sanierungsbedürftige Heine-, Turner- und Hammerstraße, den Breiten Weg und den Eichenweg aufgenommen – sowie erneut den Radwegbau an der B 115 nach Bad Muskau und die geplante Parkplatzbefestigung vorm Gasthaus „Zur Linde“, wobei die Gemeinde den Pächter unterstützen will. Empfehlen werden die Räte auch, den Amselweg mit Pollern für den Autoverkehr zu sperren. „Straße und Brücke sind sehr eng und es wird über den Weg illegal Müll im Biotop abgelagert“, begründet Heike Krahl. Protokolliert wurde aber auch, wo Bürger ihren Pflichten als Eigentümer nicht nachkommen. Etwa im Heideweg, wo Hecken und Bäume öffentlichen Verkehrsraum behindern.

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