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Schönheitskur für die Skulpturen

Vier Figuren aus dem 18. Jahrhundert im Kromlauer Park werden derzeit restauriert. Die Kosten liegen bei knapp 50.000 Euro.

Mitarbeiter vom Rhododendron-Park Kromlau haben in den letzten Tagen die Putten aus ihren Einhausungen, mit denen sie immer kurz vor dem Winter vor den Witterungseinflüssen geschützt werden, um die kalte Jahreszeit unbeschadet zu überstehen, geholt. Vi
Mitarbeiter vom Rhododendron-Park Kromlau haben in den letzten Tagen die Putten aus ihren Einhausungen, mit denen sie immer kurz vor dem Winter vor den Witterungseinflüssen geschützt werden, um die kalte Jahreszeit unbeschadet zu überstehen, geholt. Vi © Joachim Rehle

Deutschlands größter Rhododendron-Park ist aus dem Winterschlaf erwacht. Dies zeigt sich nicht nur an der mit den Temperaturen steigenden Zahl der Parkspaziergänger. Wieder angelaufen sind ebenfalls die Arbeiten am Rakotz-Ensemble, der in den letzten und kommenden Jahrzehnten größten und bedeutendsten Baustelle im Park.

Nachdem die bogenförmige Brücke überm Rakotzsee bereits fertig saniert ist, die Grotte wieder aufgebaut und Basaltstelengruppen restauriert sind, konzentrieren sich die Arbeiten momentan an der kleinen Rakotzbrücke und am See selbst. Laut dem Gablenzer Bürgermeister Dietmar Noack ist die kleine Brücke bereits mit Holzbalken gesichert, werden nun die Widerlager zur Stabilisierung des Bauwerks erneuert. Die Basaltstelen am neuen Fotopunkt seien freigelegt worden und könnten jetzt nach historischem Vorbild wieder errichtet werden.

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„Der seit Beginn der Bauarbeiten am Komplex abgelassene See ist mit Baggern ausgeschält worden. Es folgen Arbeiten an den Zuläufen und das Legen von Abdichtungsmatten. Danach kann der See wieder gefüllt werden.“ Der Gemeindechef geht davon aus, dass zum Saisonstart im Mai wieder Wasser im See ist und sich die Rakotzbrücke nach gut zweijähriger Bauzeit am Komplex den Besuchern wieder im Vollbogen-Spiegelbild präsentieren kann.

Eine Figur hat den falschen Kopf

Noch dieses Jahr sollen ebenfalls vier restaurierte Skulpturen im Kromlauer Park stehen. Konkret geht es um die „männliche Figur mit Fisch“, die im Bereich des Dorfteiches steht. Von Restauratoren in alter Schönheit wiederhergestellt werden zudem der „ Putto an einer Blume riechend“, das Figurenfragment „Brandenburger Tor“ sowie die Skulptur „Chronos“.

Wie zuletzt bei den Arbeiten am Rakotz-Ensemble gab es auch bei den Skulpturen unerwartete wissenschaftliche Erkenntnisse und bauliche Herausforderung. So stellten Restauratoren bei einer Vor-Ort-Begehung im Februar 2021 fest, dass die „männliche Figur mit Fisch“ sowie deren Sockel mit einer dicken Schicht Zementschlemme überzogen sind. Die Schlemme muss vor der Sanierung entfernt werden, da sie Skulptur und reich verzierten Sandsteinsockel schädigt und zerstört. „Und es wurde festgestellt, dass der Kopf nicht zur Skulptur gehört“, weiß Dietmar Noack. Zudem soll der Sockel, laut den Experten, nun für den Putto hergerichtet werden, da er für den „Mann mit Fisch“ unterdimensioniert ist. Im Gegenzug erhält der „Mann mit Fisch“ – er wird, wie die „Dame mit Fisch“, künftig am Alten Schloss stehen – einen Granitsockel, so dass er zum weiblichen Pendant passt.

Die schrittweise Sanierung der etwa ein Dutzend im Kromlauer Park stehenden Skulpturen erfolgt auf Grundlage eines denkmalpflegerischen Entwicklungskonzeptes für den Landschafts- und Rhododendron-Park. Im Rahmen der restauratorischen Zielstellungen wurden durch das Landesamt für Denkmalpflege auch die Sandsteinfiguren betrachtet. „Rund 40 Figuren aus unterschiedlichen Kunstepochen, vorrangig dem 18. Jahrhundert, soll es zurzeit der Parkentstehung gegeben haben“, weiß Mandy Klau von der Gemeindeverwaltung. Da die meisten in der Zeit des Zweiten Weltkrieges ganz oder teilweise zerstört wurden oder wegkamen, seien historische Standorte nur zum Teil ermittelbar gewesen. „Es gibt auch keine historischen Belege, woher die Figuren, die vermutlich zusammengekauft wurden, wirklich stammen oder wo beispielsweise «Chronos» stand, der viele Jahre eingelagert war und nach seiner Sanierung nun einen festen Standplatz erhalten wird.“

Es gibt doch mehr Fördermittel

Was wissenschaftlich, denkmalpflegerisch, genehmigungs- und finanztechnisch sowie konzeptionell schon 2019 erarbeitet wurde, wird nun also an vier Figuren umgesetzt. Gesamtkosten: rund 50.000 Euro. Die werden aus Mitteln des Landesamtes für Denkmalpflege und der deutschen Stiftung Denkmalpflege aufgebracht.

Wie Bürgermeister Dietmar Noack in der Gemeinderatssitzung am Dienstag mitteilte, stünden die Chancen gut, dass die für Mehrkosten durch Granitsockel und zusätzliche Restaurierungsarbeiten eingeplanten 3.500 Euro Eigenmittel der Gemeinde mit gefördert werden. Der Beschluss der Gemeinderates zur Vergabe der Restaurierungsarbeiten an den vier Skulpturen fiel, verständlicherweise, damit einstimmig aus. Das galt auch für die Aufhebung eines anderen Ratsbeschlusses bezüglich eines zu zahlenden Eigenanteils bei der Figurenrestaurierung. Er entfällt, weil der Kostenpunkt doch gefördert wird.

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