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Schulbetrieb trotz Baustelle

Die laufenden Bauarbeiten verlangen der Grund- und Freien Oberschule Boxberg einiges ab. Und nicht nur das, erfuhren jetzt die Gemeinderäte.

Essenausgabe und Speiseraum wurden für die Zeit der Bauarbeiten kurzerhand in die ehemalige Schlecker-Filiale verlegt. Das hat sich eingespielt, hieß es jetzt.
Essenausgabe und Speiseraum wurden für die Zeit der Bauarbeiten kurzerhand in die ehemalige Schlecker-Filiale verlegt. Das hat sich eingespielt, hieß es jetzt. © Joachim Rehle

In vollem Gange ist die brandschutztechnische Ertüchtigung der Grundschule Boxberg. Nach der Erneuerung der Leitungen im Keller des Gebäudes ist jetzt der Trockenbau an der Reihe, werden außerdem der Einbau der Lüftungsanlage vorbereitet und in der nächsten Woche der Estrich verlegt. Danach soll die Hausanschlussstation der Heizung montiert werden, so dass das Gebäude ab der 40. Kalenderwoche wieder beheizbar wäre. Darüber informierte Bürgermeister Achim Junker (CDU) am Montag in der Sitzung des Gemeinderats.

Während der Erneuerung von Küche und Speiseraum wird für die Schulspeisung ein Interimsquartier genutzt. Schüler und Lehrer essen in der ehemaligen Schlecker-Filiale. Nach anfänglichen Bedenken habe sich das gut eingespielt. „Es klappt hervorragend“, erklärte Angela Frenzel. Die Schulleiterin der Grundschule wie auch der Schulleiter der Freien Oberschule, Ralph Berthold, waren wie schon in den Vorjahren eingeladen, den Räten über die Arbeit in ihren Häusern zu berichten.

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Rückkehr zur Normalität

Während der Corona-Schließung übermittelten die Lehrer der Grundschule per Mail, Internet und Handy den Kindern die Aufgaben. Vonseiten der Eltern habe es nur ganz wenig negative Resonanz gegeben. „Es war für alle eine schwere Zeit und hat gedauert, bis alle wieder ihren Rhythmus gefunden haben“, so Angela Frenzel. Dennoch habe man das Schuljahr ohne große Lücken beenden können. Darauf ist man auch in der Freien Oberschule stolz. Der Nochtener Ortsvorsteher Mario Weier lobte den sehr gut gelaufenen Zweischichtbetrieb. „Das war längst nicht überall so. Im Umfeld haben etliche Eltern neidisch nach Boxberg geblickt“, sagte er. Bürgermeister Achim Junker betonte, dass es wichtig sei, dass die Kinder wieder zur Normalität zurückfinden. Er habe von vielen Kindern und Eltern gehört, dass sie sich danach sehnen.

Die Grundschule „Lernoase“ begann das neue Schuljahr mit 147 Kindern in acht Klassen. In zwei ersten Klassen konnte die Schulleiterin jeweils 24 Mädchen und Jungen begrüßen. „So viele wie schon lange nicht mehr“, freute sie sich.

Kaum noch Lehrer zu bekommen

Begonnen hat auch eine neue Kollegin – als Seiteneinsteigerin. Zwar gebe es nach Aussage von Angela Frenzel im neuen Schuljahr „keine grundlegenden Änderungen“, dennoch laufe nicht alles wie zuvor. Der Polnisch-Unterricht wird mit verkürzter Stundenzahl weitergeführt. Weniger Stunden gebe es ebenso für die Inklusion. In der Oberlausitz würden viele Lehrer in den Ruhestand gehen oder anderweitig ausscheiden. Mit Ersatz sei nur bedingt zu rechnen, da der ländliche Raum nicht sonderlich beliebt ist, weiß die Schulleiterin. Die Folge in Boxberg: ein hohes Minus an Stundenzahlen zu Schuljahresbeginn. „Wenn nicht grundlegend etwas getan wird, wird sich daran auch nichts ändern“, sagte sie. Man versuche aber, das Optimale rauszuholen.

In der Freien Oberschule lernen 118 Mädchen und Jungen in sieben Klassen, die meisten aus 16 Ortsteilen der Gemeinde Boxberg, aber auch 20 Kinder aus Weißwasser und Umgebung. Den weitesten Weg hat ein Schüler aus Oßling. In die 5. Klasse neu aufgenommen wurden 19 Kinder, 18 Schüler bereiten sich auf die Abschlussprüfungen vor. Die Schülerzahl an der Freien Oberschule sei bis vor drei Jahren „ein großes Wackelding“ gewesen. Zwar habe die Gemeinde das Ihre dazugetan, „doch dass es so aufwärts geht, ist in erster Linie Sache der Lehrer“, lobte der Bürgermeister.

Unterrichtet werden die Schüler von 15 staatlich zertifizierten Lehrern. Die Hälfte von ihnen seien keine deutschen Staatsbürger. „Auf dem leergefegten Bildungsmarkt ist kaum noch jemand zu finden“, begründete Ralph Berthold. Der Trägerverein stehe zu einer für alle verpflichtenden Ganztagsschule. In einigen Fächern biete man sogar mehr Unterricht an als es von staatlicher Seite gefordert werde. Das Schulgeld sei absichtlich gering gehalten.

Digitalisierung im Mittelpunkt

Überschrieben ist das neue Schuljahr in der Grundschule mit dem Motto „Von der Kreidezeit in die digitale Zeit“, was nichts Anderes bedeutet, als dass weitere Klassenzimmer mit digitalen Tafeln ausgestattet werden. Im Umgang damit seien die Lehrer „relativ sicher“. Und wenn es tatsächlich mal ein kleines Problem gebe, wüssten die Kinder bestens Bescheid, so Angela Frenzel. In den Ferien wurden die Flure beräumt und neue Garderoben eingerichtet, wie es gemäß dem Brandschutzplan gefordert ist. Die Viertklässler, die ja die Großen sind, haben alle einen eigenen Spint.

Ralph Berthold, verwies auf Werte wie Respekt, Achtung, Gewaltlosigkeit, aber auch Kreativität. „Sie sind den Kindern nicht angeboren, müssen mitunter erst wieder freigelegt werden“, sagte er. Dabei sei allerdings ein Trend erkennbar. Kinder würden auch in der Bildung immer mehr vom Produzenten zum Konsumenten, teils sogar direkt durch die Eltern gefördert.

Was den Digitalpakt Schule angeht, ist man im Trägerverein froh, dass der Bund im Verteilerschlüssel keinen Unterschied zwischen staatlichen und freien Schulen macht. Allerdings werde man bei den Geräten für die Kinder wohl nicht um eine monatliche Beteiligung der Eltern herumkommen. Dass im Zuge des Brandschutzumbaus im Schulgebäude ein Serverraum entstanden ist, hat richtig geholfen, sagte er.

Baustelle bis nächstes Jahr

Die räumliche Situation konnte mit Gemeinde und Grundschule geklärt werden und wird sich mit dem Umbau des Kellers noch weiter verbessern. Das habe einen positiven Nebeneffekt. „Die Kinder und Jugendlichen lernen, mit Veränderungen umzugehen“, so Ralph Berthold weiter.

Einig sind sich die beiden Schulleiter in ihrem Dank für die Unterstützung der Gemeinde. Horst Jannack (Linke) gab diesen an beide Schulen zurück – für die gute und zielstrebige Arbeit. Nicht nur Corona habe einiges abverlangt, sondern auch die baulichen Maßnahmen über die vergangenen Jahre. Gebaut wird an der brandschutztechnischen Ertüchtigung noch bis nächstes Jahr – bei laufendem Schulbetrieb.

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