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Schulweg wird noch länger – und gefährlicher

Sorgen um Trebuser Grundschüler: Die geplante neue Buslinienführung sorgt in der Gemeinde Rietschen für erheblichen Unmut.

Wenn die Schüler in Dunkelhäuser umsteigen müssen, müssen sie die Straßenseite wechseln. Das ist gefährlich, weil etliche Fahrzeugführer an dieser Stelle zu schnell unterwegs sind.
Wenn die Schüler in Dunkelhäuser umsteigen müssen, müssen sie die Straßenseite wechseln. Das ist gefährlich, weil etliche Fahrzeugführer an dieser Stelle zu schnell unterwegs sind. © Rolf Ullmann

Rietschen. Nur wenige Stunden vor Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung in Rietschen landete ein Brief aus dem Ordnungs- und Straßenverkehrsamt des Landkreises Görlitz auf dem Schreibtisch des Bürgermeisters der Gemeinde Rietschen. Der Inhalt des Schreibens ließ Ralf Brehmer (SPD) zunächst den Kopf schütteln, ehe sich bei ihm und später auch bei den Gemeinderäten Unmut breitmachte. Denn in dem Schreiben wird mitgeteilt, dass sich im Bereich der Linien 71 und 74 eine Veränderung der Linienführung nicht realisieren lässt.

Für die Grundschüler aus Trebus, welche die Gerhart Hauptmann Schule in Daubitz besuchen, bedeutet dies, dass sie mit Inkrafttreten des neuen Busfahrplanes ab 1. Januar 2022 in Dunkelhäuser in einen anderen Bus umsteigen müssen. Dieser befördert sie über Spree, Hähnichen und Quolsdorf zu ihrem Schulstandort in Daubitz.

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Für die Schüler der 1. bis 4. Klasse verlängert sich damit der ohnehin lange Weg zu ihrer Lernstätte weiter. Außerdem müssen die Mädchen und Jungen die Straße zwischen Uhsmannsdorf und Rothenburg überqueren. Gerade in der dunklen Jahreszeit ist dies nicht unproblematisch. Bei einer Verspätung des Busses, in dem sie weiter befördert werden sollen, harren sie in der Dunkelheit und der Kälte aus. Das wiederholt sich dann am Nachmittag nach Schulschluss erneut.

Wenn die Gemeinde Rietschen eine Gefährdung der Schüler sieht, könnte, beziehungsweise müsste, sie diese verkehrsrechtlich prüfen lassen. Dabei wäre ihr die Verkehrsbehörde gern behilflich, heißt es vom Landkreis. Im Weiteren wird die Gemeinde Rietschen darauf hingewiesen, dass es möglich wäre, die Haltestelle zu verlegen. Die Baulast trägt die Gemeinde. Die Kosten für den Grunderwerb, für Abriss und Neubau der Haltestelle können beim Zvon geltend gemacht werden, der das Projekt mit 90 Prozent fördert.

Diese Vorgehensweise ist für Bürgermeister und Gemeinderäte aber schon deshalb nicht realisierbar, da sich der Ortsteil Dunkelhäuser auf dem Gebiet der Stadt Rothenburg befindet. „Die Zuständigkeit der Gemeinde endet an ihrer Gemarkungsgrenze“, stellte Ralf Brehmer klar. Er schlug vor, wenn schon umgestiegen werden muss, dann sollte dies in Hähnichen erfolgen. Dort existiert eine Buswendeschleife – noch aus der Zeit, als in der Grundschule Hähnichen unterrichtet wurde. Das heißt, die Schüler müssten keine Straße überqueren, um zur anderen Bushaltestelle zu gelangen.

Auch der Vorschlag des Amtes, dass die Gemeinde auf eigene Kosten einen Bus oder einen Mietwagen für die Beförderung der Schüler von Trebus zur Grundschule Daubitz anmietet, stieß auf Ablehnung im Gemeinderat. Immerhin kalkuliert das Ordnungs- und Straßenverkehrsamt für die Beförderung der rund 20 Schüler bei 190 Schultagen etwa 24.000 Euro pro Jahr ein. „Das ist ebenso unrealistisch, wie mein Gegenvorschlag diese Summe von der Kreisumlage der Gemeinde abzusetzen“, sagte der Bürgermeister. Er werde sich mit der Bitte um eine nochmalige Prüfung an die Behörde im Landratsamt wenden. „Als Gemeinde werden und müssen wir an dieser Problematik dranbleiben“, bekräftigte Ralf Brehmer.

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