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Schwimmbad Mühlrose bleibt zu

Die Betreibung ist ohne Fachpersonal nicht erlaubt. Aber schon im Vorjahr sollte es die letzte Saison sein – vor der Umsiedlung des Ortsteils.

Vor 45 Jahren war das in Eigenleistung der Mühlroser erbaute Freibad eröffnet worden. Seither war es ein Anziehungspunkt für alle, die Abkühlung suchen. Ohne Fachpersonal bleibt das Bad 2021 jedoch zu.
Vor 45 Jahren war das in Eigenleistung der Mühlroser erbaute Freibad eröffnet worden. Seither war es ein Anziehungspunkt für alle, die Abkühlung suchen. Ohne Fachpersonal bleibt das Bad 2021 jedoch zu. © Joachim Rehle

Trebendorf. Eigentlich sollte das Freibad im Ortsteil Mühlrose am 1. Juli öffnen. Doch daraus wird nichts. Wie Bürgermeister Waldemar Locke (CDU) auf Nachfrage bestätigte, bleibt das Bad zu. Das liege nicht am Geld. Es sei nicht gelungen, einen Schwimmmeister zu finden. Bis zuletzt habe man gesucht – vergebens. Noch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates hatte der Bürgermeister eine mögliche Lösung in Aussicht gestellt, doch die Hoffnungen zerschlugen sich sozusagen in letzter Minute. „Das ist sehr schade“, bedauert Waldemar Locke. Er möchte sich bei allen bedanken, die die Suche nach Fachpersonal fürs Bad unterstützt haben.

2020 sicherten zwei Schwimmmeister, die sonst in der Schwimmhalle der Stadt Weißwasser beschäftigt sind, die Öffnungszeiten im Mühlroser Bad ab.
Win-Win-Situation ohne Wiederkehr

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Es traf sich da gut, dass die Bäder in Weißwasser und Forst 2020 geschlossen waren. Der Einsatz in Mühlrose ersparte den Schwimmmeistern für die Zeit der saisonbedingten Schließung der Schwimmhalle der Gang zum Arbeitsamt. Diese neudeutsch Win-Win-Situation gibt es 2021 nicht. Die Schwimmmeister aus Weißwasser stehen nicht mehr zur Verfügung: Nach knapp anderthalb Jahren Bauzeit öffnet am morgigen Donnerstag das sanierte Naturbad am Jahnteich wieder, wofür die Schwimmmeister der Stadt gebunden sind.

Zur Bewirtschaftung des Freibads Mühlrose zahlte die Stiftung „Leben in Trebendorf“ alljährlich einen Zuschuss von jeweils 5.000 Euro. 2020 war das allerdings nicht der Fall. Unabhängig davon beschloss der Gemeinderat von Trebendorf bereits 2019, für das Bad 14.000 Euro aus der Kommunalpauschale zur Entwicklung des ländlichen Raums einzusetzen. 2020 waren es etwas mehr als 12.000 Euro. Und auch in diesem Jahr hätte das Bad auf diese Weise finanziert werden sollen.

Die schwierige personelle Situation im Freibad Mühlrose ist nicht neu, worüber einige Räte mehrfach ihren Unmut äußerten. In der Vergangenheit stand die Öffnung aus genau den gleichen Gründen immer mal wieder auf der Kippe. Deshalb gab es schon vor Jahren Bestrebungen, dass sich ähnlich wie in Reichwalde, wo der Dorfclub seit 2003 das Freibad betreibt, auch in Mühlrose ein Verein den Hut dafür aufsetzt. Doch dazu kam es nie. Was wohl auch an der geplanten Abbaggerung von Mühlrose liegt.

Das Freibad im Ort war 1976 eröffnet worden. Gebaut wurde es in Eigenleistung der Einwohner von Mühlrose zur Verschönerung ihres Dorfes. Deshalb ist ein kleines Freibad auch eine jener Gemeinschaftseinrichtungen, die am Umsiedlungsstandort wieder entstehen werden. Die Bewirtschaftung eines Bades ist im Mühlrose-Vertrag für mindestens 20 Jahre festgeschrieben. Waldemar Locke würde es für sinnvoll halten, mit der Betreibung des dann neuen Bads einen Verein zu beauftragen. Eben wie in Reichwalde oder in Skerbersdorf.

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Schon im Vorjahr hatte man gemutmaßt, dass die Saison 2020 im Freibad Mühlrose die letzte sein würde. Das bestätigt sich jetzt, da das Bad 2021 geschlossen bleibt. Eine Öffnung 2022 erscheint immer unwahrscheinlicher, da nach den Worten von Waldemar Locke am Umsiedlungsstandort Neu-Mühlrose „die neuen Häuser wie Pilze aus dem Boden schießen“. Nach den Planungen für das Dorfgemeinschaftshaus folgen die für die Sportanlagen. Und im Herbst sollen dann auch die für das neue Bad beginnen.

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