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Sendemast soll Mobilfunkempfang verbessern

Während Selbstständige in Halbendorf schon lange darauf warten, sind Andere strikt dagegen. Dieses Stimmungsbild zeigte auch eine Einwohnerversammlung.

© Daniel Schäfer

Halbendorf. Ende nächsten Jahres könnte am Klein Dübener Weg in Halbendorf ein Funkmast für besseren mobilen Empfang sorgen. Die Basisstation besteht aus einem 50 Meter hohen Stahlgitterturm, zuzüglich der Antenne und der Systemtechnik. Der Bauantrag ist gestellt. Was es damit auf sich hat, darüber konnte man sich jetzt in einer Einwohnerversammlung informieren.

Die sollte eigentlich schon Mitte März stattfinden, war wegen Corona jedoch von der Telekom abgesagt worden. Die Unterlagen wurden der Gemeinde Groß Düben in digitaler Form zur Verfügung gestellt, damit sich die Bürger informieren konnten. Etliche Einwohner sahen trotz allem Gesprächsbedarf: Manche, weil noch Fragen offengeblieben waren. Einige aber auch, weil sie den Mast nicht so sang- und klanglos hinnehmen wollten. Deshalb bestand die Gemeinde Groß Düben darauf, die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Das war jetzt der Fall.

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Zweiter Anlauf für den Standort

Bodo Weilandt, Kommunalbeauftragter Mobilfunk für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen der Deutschen Telekom Technik GmbH, war extra aus Leipzig angereist, um sich den Fragen der Bürger zu stellen. In seinem kurzen Vortrag erläuterte er zunächst die Voraussetzungen für ein lückenloses Mobilfunknetz und ging dabei auch auf die Frequenzbereiche ein. Die liegen bei der seit 2010 verwendeten LTE- Übertragung zwischen 700 und 3.500 MHz, was dem Frequenzbereich der fünften Generation des Mobilfunks (5G) entspricht. Er selber habe mit seinem Handy über LTE keine Verbindung gekriegt, stellte der Telekom-Vertreter im Saal des Landschulheims fest. Alltag für die Halbendorfer – und aus ihrer Sicht zugleich augenscheinlicher Beleg für die Notwendigkeit des Vorhabens.

Nach einem Vorab-Check bekommt die jeweilige Kommune ein sogenanntes Suchkreisschreiben und kann dann eigene Standortvorschläge unterbreiten. Ein solches war im November 2017 in der Verwaltungsgemeinschaft Schleife eingegangen. Der ursprünglich favorisierte Standort inmitten von Halbendorf kam jedoch wegen der Nähe zur Wohnbebauung nicht infrage. Im August 2018 wandte sich die Telekom abermals an die Verwaltungsgemeinschaft – nunmehr mit der Absicht, den Mobilfunkmast am Klein Dübener Weg aufstellen zu wollen. Die Entfernung zur Wohnbebauung beträgt 1,1 Kilometer. Das sei weit genug weg, habe allerdings zur Folge, dass wegen der Entfernung auch künftig nicht alle Bereiche in Halbendorf allerbesten Empfang haben werden. „Das ist der Preis für den Standort außerorts“, so Bodo Weilandt. Andererseits könne von da aus zugleich die Mobilfunkversorgung in Richtung Kromlau verbessert werden. „Sonst hätte man dort ebenfalls einen Mast bauen müssen“, sagte er. Der in Halbendorf wird jetzt höher als ursprünglich geplant, um über die Baumwipfel zu kommen.

Der Funkmast wird für 5G vorgerüstet. Allerdings sei 5G im ländlichen Raum für die Telekom bislang noch kein Thema. „In den nächsten zwei bis drei Jahren noch nicht“, hieß es. Generell sehe er aber keinen Grund, warum der Mast in Halbendorf nicht gebaut werden sollte.

Enttäuscht über zuwenig Resonanz

Für jeden Standort sei vorab eine spezielle Bescheinigung einzuholen. Diese werde nur erteilt, wenn sich in einem klar definierten Bereich um den Mast herum „Menschen ohne Bedenken dauerhaft aufhalten“ dürfen. Wenn die Grenzwerte eingehalten werden, ist Mobilfunk sicher, verwies der Telekom-Vertreter auf das Bundesamt für Strahlenschutz. Überdies werde die Einhaltung der vorgegebenen Grenzwerte von den Behörden kontrolliert.

Diese Argumentation aber konnte die Gegner des Funkmastbaus nicht beruhigen. Sie sehen eine potenzielle Gefahr durch Strahlung. „Es gibt noch keine Langzeitergebnisse. Warum verschließt man sich den gesundheitlichen Bedenken?“, warf eine Halbendorferin ein und bezog sich auf eine Schweizer Studie. Eine andere Einwohnerin entgegnete, dass es für jedes Problem Studien dafür und ebenso dagegen gebe. Sie selber arbeite von Zuhause aus und sei deshalb auf die Verbesserung des Mobilfunkempfangs angewiesen. Corona habe gezeigt, wie wichtig ein gut funktionierendes digitales Netz ist. Sie bekam Unterstützung von einem Bürger, der den besseren Empfang als Standortvorteil für Halbendorf sieht. „Viele Selbstständige brauchen das“, erklärte er.

Während einige strikt gegen den Bau sind, kann es Anderen nicht schnell genug gehen. Insofern gab die Veranstaltung die Stimmungslage im Ort wieder. Bodo Weilandt sah sich jedoch vielen leergebliebenen Stühlen gegenüber. Nur 13 Bürger waren gekommen. „Wir hätten uns mehr Interesse gewünscht“, hieß es auch aus dem Ortschaftsrat. Dessen Mitglieder zeigten sich enttäuscht über das geringe Interesse.

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