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Skerbersdorf: Alles klar für die Badesaison

Im Freizeitzentrum öffnen sich am 26. Juni endlich die Türen für Besucher. Das gilt nicht nur fürs Freibad.

Jana Marko (vorn) und Jeanette Junge sind seit einigen Jahren im Verein „Freizeitzentrum Skerbersdorf“ (FZZ) aktiv. Sie sind für die Vermietung des Geländes zuständig und machen freiwillig in der Putzkolonne mit. In diesem Jahr sitzen sie, wegen der
Jana Marko (vorn) und Jeanette Junge sind seit einigen Jahren im Verein „Freizeitzentrum Skerbersdorf“ (FZZ) aktiv. Sie sind für die Vermietung des Geländes zuständig und machen freiwillig in der Putzkolonne mit. In diesem Jahr sitzen sie, wegen der © Sabine Larbig

Skerbersdorf. Obwohl es weit über 30 Grad warm war, konnten Jana Marko und Jeanette Junge im Freibad Skerbersdorf nur für das Foto entspannt mit den Beinen im Wasser baumeln – obwohl die jungen Frauen aktiv im Verein Freizeitzentrum Skerbersdorf (FZZ), der das Freibad samt Areal betreibt, mitarbeiten und fast jeden Tag im Freibad sind. Baden ist bis zur Saisoneröffnung kommenden Sonnabend trotzdem tabu.

Zwei Jahre Corona-Staub

Nicht nur, weil die Badesaison lange wegen der Pandemie in Frage stand und nach dem späten Startschuss vom Freistaat das Becken erst saniert, neu gestrichen und befüllt, Wasser beprobt und freigegeben werden musste. Die Skerbersdorferinnen hätten auch keine Zeit zum Planschen gehabt. Sind sie doch im Verein für die Vermietung von Bad, Sport- und Spielplätzen, Vereinsheim, Schutz- und Begegnungshütte zuständig. Und sie gehören zur neunköpfigen Putztruppe, den „WC-Enten“, wie sie sich scherzhaft nennen. Die reinigen alles vor, während und nach der Saison – sowie im Sommer täglich die Sanitäranlagen im Bad.

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Eine schweißtreibende Aufgabe. Besonders dieses Jahr, weil der Corona-Staub der zweijährigen Zwangspause aus dem Gelände und der Baudreck aus der im Frühjahr 2021 fertiggestellten Schutzhütte raus musste. „Aber es macht riesigen Spaß, im Verein mitzuarbeiten, sonst würden wir’s ja nicht tun“, bekennt Jeanette Junge. Und Jana Marko sagt: „Wir sind froh, dass nach Corona endlich wieder was los geht.“ Der Verein fördere den Zusammenhalt im Dorf.

Vom FZZ-Gelände profitieren Einwohner, Kindergärten, Schulklassen und Touristen. „Gerade Oder-Neiße-Radtouristen machen bei uns Rast, erfrischen sich im Bad, bleiben eine Nacht im Zelt oder jetzt in der Schutzhütte. So kam übrigens die Idee für ihren Bau.“ Übernachtungen, Familienfeiern und Gruppenbesuche sind im FZZ trotz verspätetem Saisonstart sehr gefragt. „Bis zu den Sommerferien gibt es im Vermietungs- und Buchungskalender keine freien Termine mehr“, weiß Jana Marko.

Maximal 60 Gäste zugleich

Baden ist dagegen im Freibad Skerbersdorf ohne Anmeldung, außer bei Gruppen, möglich. Doch jeder Badegast wird registriert. Eine Corona-Auflage. „Da bei unserer Objektgröße maximal 60 Gäste zeitgleich im Gelände sein dürfen, müssen wir sie registrieren“, begründet Matthias Marko, stellvertretender Vereinsvorsitzender.
Überhaupt habe Corona die Vereinsarbeit stark beeinträchtigt. Nicht nur, weil Einnahmen und Feste ausfielen. Auch, weil das Vereinsleben nur per Telefon und PC lief und selbst beim Aufbau des Piratenspielplatzes und dem Bau der Schutzhütte nur in kleinen Gruppen mit Maske und Abstand gearbeitet werden durfte. „Die Hütte war wegen der Leader-Finanzierung, aber auch baulich, echt ein enormer Kraftakt für unseren kleinen Verein. Umso mehr freut es uns, dass unsere Eigenleistungen und die Arbeit der beauftragten Fachfirmen trotz Corona klappten“, so der Vizechef. Dem gegenüber sei der Saisonstart „relativ normal“ verlaufen.

Alle sind dabei geblieben

Trotz der Widrigkeiten blieben die rund 40 Vereinsmitglieder bei der Stange. „Das ist nicht selbstverständlich und dafür ein großes Dankeschön vom Vorstand“, erklärt Matthias Marko. Den Dank gibt es noch persönlich. Spätestens bei der Einweihung der Schutzhütte, die als Begegnungszentrum auch für öffentliche Veranstaltungen von Gemeinde und Vereinen zur Verfügung steht. Bislang fiel die Einweihung der Hütte Corona zum Opfer. Auf das Fest freuen sich Einwohner und Vereinsmitglieder deshalb schon jetzt genauso wie auf das Sommerfest am 14. August. Das ersetzt das traditionelle Schanzenspringen, das aus organisatorischen Gründen ausfällt, integriert aber gleichzeitig das im Mai wegen Corona abgesagte Piratenfest. „Es wird also eine Mischung aus Kinder- und Volksfest“, verrät Matthias Marko.

Matthias Marko, stellvertretender Vereinsvorsitzender, freut sich über das neue Piratenschiff auf dem Spielplatz. Es entstand, wie auch die neue Radlerhütte, während der Corona-Zeit.
Matthias Marko, stellvertretender Vereinsvorsitzender, freut sich über das neue Piratenschiff auf dem Spielplatz. Es entstand, wie auch die neue Radlerhütte, während der Corona-Zeit. © Sabine Larbig
Christoph Kahle (rechts) aus dem thüringischen Erfurt kommt regelmäßig in die Lausitz, besucht in Klein Priebus seine Familie und ist im Sommer mit den Enkeln gerne im Freibad Skerbersdorf.
Christoph Kahle (rechts) aus dem thüringischen Erfurt kommt regelmäßig in die Lausitz, besucht in Klein Priebus seine Familie und ist im Sommer mit den Enkeln gerne im Freibad Skerbersdorf. © Sabine Larbig

Vorfreude auf die Saison

Beim Fest können Christoph Kahle aus Erfurt und seine Enkel leider nicht mitfeiern. Sie machen im Juli Urlaub in Klein Priebus, dem Heimatort von Kahle, wollen dann aber bei schönem Wetter regelmäßig ins Skerbersdorfer Bad gehen. Opa Christoph informierte sich deshalb beim letzten Kurzbesuch bei Bruder und Schwester auch im Bad über die Öffnungszeiten. „Ich war wegen Corona schon fast zwei Jahre nicht mehr hier. Und weil ich beim Vorbeifahren das Schild «Bad ganzjährig geschlossen» las, wollte ich wissen, ob es wirklich so ist“, erzählt der Erfurter, der sich nun auf die Saison ebenso freut wie der Verein und die Menschen in Skerbersdorf und dem Umland. Denn Bad und Verein beleben nicht nur den Ortskern.

Kontakt über 035775 419336 oder
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