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Skerbersdorfer machen Bushaltestelle flott

Das Wartehäuschen wird durch Bürger saniert. Es ist nicht das einzige ehrenamtliche Projekt in den Neiße-Dörfern.

Sebastian Kliemann reparierte ehrenamtlich die Dachrinne am Buswartehaus Skerbersdorf.
Sebastian Kliemann reparierte ehrenamtlich die Dachrinne am Buswartehaus Skerbersdorf. © Sabine Larbig

Skerbersdorf. Tagelang hat Sebastian Kliemann auf der Leiter gestanden, um die Dachrinnen rund um das Wartehäuschen an der Bushaltestelle im Ortszentrum zu reparieren und auszutauschen. Der Skerbersdorfer ist zwar gelernter Dachklempner. Die Reparaturarbeiten erledigt er jedoch freiwillig und als Mitglied des örtlichen Freizeitzentrum-Vereins. „Es ist doch nicht verkehrt in dem Ort, in dem man wohnt, auch etwas zur Verschönerung beizutragen“, begründet Sebastian Kliemann seinen Einsatz.

Verein und Bürger packen mit an

Der junge Mann ist einer von vielen Einwohnern und Vereinsmitgliedern in Skerbersdorf, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, gemeinsam den Schandfleck im Ort zu beseitigen. Denn wer hier bislang auf den Bus warten musste, fand alles andere als ein schönes Umfeld vor. Abgesehen von Dreck und Unrat waren die großen Scheiben des Massivbaus seit langem eingeworfen, die Sitzbank zerstört, Wände beschmiert und eben auch die Dachrinnen kaputt. Bis auf die Fassade, die noch erneuert werden muss, ist davon inzwischen nichts mehr zu sehen. Bürger, Vereinsmitglieder und viele Senioren hatten in den letzten Wochen gemeinsam kräftig angepackt und das Bushaus gesäubert, Sitzgelegenheiten geschliffen und gestrichen, die Fenster ausgetauscht und Wände gemalert.

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„Ich hoffe, dass – wenn wir mit allem fertig sind – nicht wieder irgendjemand auf die Idee kommt, hier alles kaputt zu schlagen oder zu beschmieren“, meint Sebastian Kliemann, der mit dieser Hoffnung nicht alleine steht. Auch der Krauschwitzer Bürgermeister Tristan Mühl wünscht sich, dass das neu gestaltetet und sanierte Bushaus in Skerbersdorf lange ein Schmuckstück bleibt. So, wie er es sich für die Buswartehäuser in allen Ortsteilen erhofft. Denn auch sie werden in nächster Zeit aufgehübscht und repariert. Es ist eine von vielen Forderungen, die Einwohner der Neiße-Dörfer schon lange haben.

12.450 Euro für Ortsteilprojekte

Bisher scheiterten Projekte wie Schutzhütten in Klein Priebus und Pechern, ein Grillplatz in Werdeck, eine Ortstafel in Brand, ein Geländer am Karpfenteich, Platzgestaltung in Skerbersdorf, ein Tor für eine Kirche und sanierte Bushäuschen am fehlenden Geld in der Gemeinde . Das ist nun da: aus der Pauschale des Freistaates Sachsen, durch die alle sächsischen Kommunen von 2018 bis 2020 jährlich 70.000 Euro zur freien Verwendung erhalten.

In Krauschwitz, sagt Bürgermeister Mühl, entfallen so fünf Euro auf jeden Einwohner. Dies bedeute, dass in diesem Jahr 12.450 Euro den Ortsteilen zustehen. Wie und wo die Gelder verwandt werden, dazu hat der Ortschaftsrat in Absprachen mit Bürgern, Institutionen und Vereinen in den letzten Monaten eine Prioritätenliste erstellt. Bei einigen größeren Vorhaben werden Gelder als Eigenmittel für zu beantragende Fördermittel eingesetzt. Anderswo wurden, um auch mit kleineren Summen möglichst viel machen zu können, Partner gesucht, die ehrenamtlich bei der Umsetzung der Vorhaben helfen.

In Pechern hilft Heimatverein mit

„Für das Bushaus Skerbersdorf standen beispielsweise nur 600 Euro zur Verfügung. Das hätte nie gereicht, um Firmen zu beauftragen. Durch die Hilfe der Bürger reichte es, weil nur Material gekauft werden musste“, weiß Bürgermeister Tristan Mühl. Solche partnerschaftlichen Lösungen seien daher auch anderswo vorgesehen. In Pechern, so der Bürgermeister, werde der Heimatverein bei der Bushaltestelle mithelfen.
Was die Anteile von Krauschwitz an der Kommunalpauschale betrifft, so flossen und fließen sie unter anderem in Projekte wie die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, Möbel für die Kita Sagar, den Erwerb einer einstigen Bahntrasse, den Abriss vom Deutschen Haus und mehr.

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