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So geht es für Muskaus Marktapotheke weiter

Wie Fachapotheker Rüdiger Halbauer aus gesundheitlichen Gründen einen Nachfolger gesucht – und jetzt gefunden hat.

Die Marktapotheke Bad Muskau ist eine der ältesten Apotheken in Deutschland. Zum 1. Juli ging Inhaber Rüdiger Halbauer in den Ruhestand. Zuvor ist es ihm gelungen, mit Arthur Wacowski einen Nachfolger zu finden.
Die Marktapotheke Bad Muskau ist eine der ältesten Apotheken in Deutschland. Zum 1. Juli ging Inhaber Rüdiger Halbauer in den Ruhestand. Zuvor ist es ihm gelungen, mit Arthur Wacowski einen Nachfolger zu finden. © Sabine Larbig

Das 30-jährige Jubiläum der Marktapotheke Bad Muskau unter seiner Leitung, das hätte Fachapotheker Rüdiger Halbauer mit seinem Team am 1. August 2021 begehen können. Doch dazu kommt es nicht. Zum 1. Juli ging der 61-Jährige aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Die Zukunft der für die Versorgung von Einwohnern und Gästen so wichtigen einzigen Apotheke in der Stadt schien mehr als ungewiss. Jetzt kommt die überaus frohe Botschaft für die Mitarbeiter, für Kunden und Patienten gleichermaßen: Zum 1. September übernimmt ein neuer Chef die Leitung der Marktapotheke.

Ende Mai hatte das Ganze noch recht vage, bestenfalls vorsichtig optimistisch geklungen. Er habe eine mündliche, jedoch noch keine schriftliche Zusage, bestätigte Rüdiger Halbauer gegenüber TAGEBLATT. Sieben Wochen später teilt er nun mit: „Ab dem 1. September 2021 bekommt die Apotheke einen neuen Inhaber, Herrn Apotheker Arthur Wacowski.“ Dieser sei in Deutschland aufgewachsen, hat eine deutsche Approbation und zehn Jahre in einer Apotheke in Dortmund gearbeitet. „Die junge polnische Familie möchte hier in der Kur-, Park- und Grenzstadt ihren neuen Lebensmittelpunkt gestalten“, so Rüdiger Halbauer weiter. Er ist froh, dass die intensive Suche nach einem Nachfolger nun doch ein glückliches Ende gefunden hat. Nicht nur, weil damit die Versorgung von Einwohnern und Touristen mit Medikamenten und Serviceleistungen gesichert ist. „Dem Kurort bleibt somit seine historische Apotheke erhalten“, freut er sich.

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Die Apotheke war 1656 gegründet worden, davon zeugt auch die Jahreszahl über der Tür. Damit ist sie eine der ältesten Apotheken in Deutschland überhaupt. In ihrer 365-jährigen Geschichte lagen ihre Geschicke in den Händen zahlreicher Apotheker. Die älteren Bürger der Stadt werden sich sicher noch an Werner Manno erinnern. Bis Oktober 1957 war er der letzte private Inhaber.

Nach der Verstaatlichung der Apotheke wurde er deren Leiter und blieb es bis 1984. Am 5. Juni 1987 wurde die Apotheke in „Leske-Apotheke“ benannt – zu Ehren des Naturforschers Nathanael Gottfried Leske (1751 – 1786). Der war als Sohn des sorbischen Pfarrers in Bad Muskau geboren worden und später Professor für Naturgeschichte an der Universität Leipzig. Er bereiste viel die Oberlausitz und befasste sich als Geologe mit deren Landwirtschaft. Damit ist er einer der bedeutenden Söhne der Stadt. Am 22. Oktober dieses Jahres jährt sich sein Geburtstag zum 270. Mal.

Zum 1. August 1991 erwarb Rüdiger Halbauer die Apotheke von der Treuhand. Als neuer Inhaber gab er ihr den Namen Marktapotheke. Sie etablierte sich in der Stadt – auch dank der individuellen Beratung, ergänzender Gesundheitsangebote und vieler Aktionen rund um Gesundheit und Leben. Dabei habe sich „das vertrauensvolle Miteinander zwischen unseren Bürgern und dem Team der Apotheke gefestigt“, ist von Halbauer zu erfahren.

Bereits Februar dieses Jahres hatte er angekündigt, aus gesundheitlichen Gründen einen Schlussstrich ziehen zu wollen. „Das ist definitiv. Ich habe immer Spaß an meiner Arbeit gehabt, es gab stets ein gutes Miteinander mit dem Team, den Kunden, den Bürgern, der Stadt. Aber als Einzelkämpfer ist es schwer, war es schon lange eine Gratwanderung und nun sind die Batterien leer“, hatte er seinen Entschluss begründet. Dem vorausgegangen war unter anderem, dass im vorigen Jahr zwei Angestellte aus Polen wegen der Corona bedingten Grenzschließung längere Zeit nicht zur Arbeit kommen konnten sowie hohe Auflagen des Gesundheitsamtes. In der zweiten Corona-Welle mussten der Chef und fast alle Mitarbeiter in Quarantäne. Nur durch den hohen persönlichen Einsatz einer befreundeten Apothekerin konnte der Betrieb überhaupt aufrechterhalten werden. Danach aber war für Rüdiger Halbauer der Punkt erreicht, dass er aufhören müsse, „weil die Kraft nicht mehr reicht“.

Inzwischen wurde bekannt, dass der Apotheker schwer erkrankt ist. Dennoch sollte bis zur offiziellen Übergabe an den neuen Inhaber die Marktapotheke – zwar eingeschränkt – aber immerhin offenbleiben. „Das Team hat mit viel Engagement und Apotheker-Vertretern die letzten Wochen gemeistert“, lobt Rüdiger Halbauer und bedankt sich ausdrücklich dafür.

Nach dem Verkauf der Marktapotheke an seinen Nachfolger Arthur Wacowski, wozu die Behörden grünes Licht geben müssen, sieht der Noch-Inhaber nach der langen Geschichte der Apotheke nun auch deren Zukunft gesichert. „Freuen wir uns mit unseren Kunden, Patienten und einfach allen Menschen unserer Region auf eine Zukunft der Kur-und Parkstadt mit der schönen, historischen Marktapotheke Bad Muskau“, blickt er voraus. (mit sab)

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