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Weißwasser
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Tanzworkshop im vierten Anlauf

Der Kultur Verein Rietschen organisiert den ersten deutsch-polnischen Tanz-Work-Shop in der FEMA.

Von Rolf Ullmann
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Das Üben unter der Leitung von Ariane Lips hat sich gelohnt. Die Teilnehmerinnen am Workshop zeigten am Sonnabend ihr Können in dieser Improvisation.
Das Üben unter der Leitung von Ariane Lips hat sich gelohnt. Die Teilnehmerinnen am Workshop zeigten am Sonnabend ihr Können in dieser Improvisation. © Rolf Ullmann

Rietschen. Ariane Lips, Tanzlehrerin aus Berlin, führt auf der Tanzfläche des FEMA-Saales die einzelnen Elemente des Ausdruckstanzes vor. Dann das Kommando „Action“. Die Teilnehmerinnen am Tanz-Work-Shop eifern ihr nach . Drehen, Bewegungen am Boden, und Balanceübungen wiederholen sie mehrmals, zunächst von allen gemeinsam, später nacheinander in kleinen Gruppen. Die rund zwei Stunden, die für dieses Tanztraining vorgesehen sind, vergehen wie im Flug. Zum Finale dankt Ariane Lips den Kindern, Jugendlichen sowie Frauen für ihre Ausdauer und Leistungsbereitschaft.

123 Tänzerinnen füllen die Tanzfläche allein am Sonnabend. Bereits einen Tag zuvor bewegten sich 85 Tanzbegeisterte zu Zumba-Klängen unter der Anleitung von Tanzlehrerin Sandra Puppe. Doch bis zu diesem Wochenende am Frühlingsbeginn kostete es den Organisatoren vom Kultur Verein Rietschen große Ausdauer und viel Nervenstärke. „Dreimal haben wir den Antrag auf Fördermittel formuliert und eingereicht, Wir haben den Ablauf vorbereitet und die Teilnehmer eingeladen,“ erklärt Tilman Havenstein, der Vorsitzende des Vereins. Jedoch stets waren die Mühen vergebens. Immer wieder standen die Bestimmungen des Corona-Schutzes wie eine Wand zwischen der Planung und der Realisierung des Projekts. Als die Organisatoren schon aufgeben wollten, machte ihnen Monika Mazur-Heider, Mut das Projekt zum vierten Mal anzugehen. Als engagierte Mitarbeiterin im Bereich Kleinprojektefonds im Interreg Polen-Sachsen sah sie reale Chancen, das diese Veranstaltung im Frühjahr stattfinden kann. Mit einer Förderung von 85 % durch das Programm Interreg Polen-Sachsen konnte der Workshop auf eine solide finanzielle Basis gestellt werden. Als Partner von der polnischer Seite konnte eine 25-köpfige Pfadfindergruppe aus Zgorzelec gewonnen werden. Deren Leiter, Robert Grusetzki, kam selbst mit nach Rietschen und half als Techniker bei der Arbeit der Tanzlehrerinnen. Gestützt auf eine bereits längere Zusammenarbeit mit ihm rannte Tilman Havenstein sozusagen offene Türen ein, als er ihn einlud, mit den Pfadfindern am Workshop teilzunehmen.

Als Funken und Kinderfunken erfreuen die Tänzerinnen aus der Region Jahr für Jahr das Publikum in der närrischen Jahreszeit mit ihren Darbietungen. Für sie stellt diese Veranstaltung eine willkommene Gelegenheit dar, ihr Können um einige neue Facetten zu bereichern. Dies trifft natürlich auch für einige ihrer Trainerinnen zu. So bewegten sich die jungen Damen der Karnevalsclubs sowie -vereine aus Daubitz, Rietschen, Niesky, Särichen, Uhsmannsdorf und Groß Düben auf dem Parkett der FEMA Rietschen. Einen besseren Standort konnten die Organisatoren wohl kaum finden. Denn das Kulturhaus bietet neben viel Platz auf der Tanzfläche auch die Möglichkeit zur Versorgung mit Speis’ und Trank sowie sanitäre Anlagen. Die Bäckerei Höfchen sorgt für die Bereitstellung der Verpflegung, die von mehreren Mitgliedern des Vereins für die Teilnehmer am Tanz-Work-Shop bereitgestellt wurde. Das gemeinsame Kaffeetrinken sowie die Pausen nutzen die jungen Leute aus beiden Ländern um sich näher kennen zu lernen.

In Rietschen leben derzeit 31 Flüchtlinge aus der Ukraine, die in der Gemeinde gastlich aufgenommen wurden. Einige Jugendliche von ihnen besuchten die Veranstaltung als Zaungäste. Angespornt vom Erfolg denkt der Verein über eine Wiederholung im nächsten Jahr nach.

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