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Teure Fotos in Rietschen

An der Ortsdurchfahrt, der B 115, hat der Kreis jetzt einen Blitzer aufgestellt. Darum bemüht hatten sich Anwohner und Gemeinde schon viel länger.

In Rietschen steht seit dem 27. Mai ein neuer seltsamer beidseitiger Blitzer an der B 115 gegenüber der Kita und der Apotheke.
In Rietschen steht seit dem 27. Mai ein neuer seltsamer beidseitiger Blitzer an der B 115 gegenüber der Kita und der Apotheke. © André Schulze

Rietschen. Für Aufsehen bei Fahrzeugführern sorgt seit einigen Tagen ein Blitzer inmitten von Rietschen. Eine Vorinformation, dass eine solche Geschwindigkeitsmessanlage aufgestellt würde, hatte Bürgermeister Ralf Brehmer (SPD) nicht. Auch er entdeckte das Corpus Delicti wie andere Bürger beim Vorbeifahren. Eine „Marke Eigenbau“ genervter Anwohner, wie es sie zum Beispiel in Halbendorf schon gab, um Raserei zu minimieren, sei es nicht, so der Gemeinde-Chef.

Es handle sich tatsächlich um einen offiziellen Blitzer. Ralf Brehmer ist froh, dass er da steht. Das gibt er unumwunden zu. „Seit dem Jahr 2000 bemühen wir uns darum, dass im Bereich der Kita einer aufgestellt wird – zur Sicherheit der Kinder und Anwohner“, begründet er. Seit langem hatten sich Anwohner und Gemeinde bemüht, wegen des hohen Verkehrsaufkommens eine 30er-Zone einrichten zu lassen. Dem stehen jedoch verkehrsrechtliche Gründe entgegen: Die Ortsdurchfahrt ist eine Bundesstraße – die B 115.

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Der neue Blitzer, der das Rasen in Rietschen jetzt unterbinden oder zumindest einschränken soll, ist immerhin ein Anfang. „Langfristig verfolgt die Gemeinde das Ziel, den Durchgangsverkehr komplett aus dem Ort zu bekommen“, erklärt der Bürgermeister. Gehofft werde in diesem Zusammenhang auf den geplanten Bau der B 178n-Nordverlängerung in Form einer vierspurigen Bundesstraße. Damit, so Ralf Brehmer, verliere die B 115, die direkt durch Rietschen führt, insbesondere für den Lkw- und den Durchgangsverkehr von und zu Autobahnzubringern an Bedeutung. Das würde zu einer generellen Verkehrsberuhigung im Ort führen. Möglicherweise könne die Bundesstraße 115 dann sogar zurückgestuft werden, so die Hoffnung der Rietschener Bürger und ihres Gemeinde-Chefs.

Seit dem 27. Mai ist der Blitzer in Betrieb. Wie von Landkreis-Sprecherin Julia Bjar zu erfahren war, ist das laserbasierte Messsystem TraffiStar S350 in einem Kfz.-Anhänger integriert. Die Semistation S350, wie der Blitzer in Rietschen offiziell heißt, könne sowohl den Messbereich der 30 km/h als auch der 50 km/h abdecken.Nach Angaben von Julia Bjar sind weitere Standorte für Blitzer im nördlichen Kreis geplant. „Der nächste Standort wird in Bad Muskau sein. Die genaue Position steht noch nicht fest“, teilte sie mit. (sab/cok)

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