merken
PLUS Weißwasser

Toilettencontainer bleibt vorerst stehen

Am Postplatz in Bad Muskau ändert sich vorerst nichts im Umgang mit der Notdurft der Gäste und Einheimischen - aber eine neue Lösung ist in Sicht.

Der Toilettencontainer auf dem Postplatz in Bad Muskau kann weitere zwei Jahre stehen bleiben. Bis dahin, so die Hoffnung der Stadtväter, steht ein Parkhaus.
Der Toilettencontainer auf dem Postplatz in Bad Muskau kann weitere zwei Jahre stehen bleiben. Bis dahin, so die Hoffnung der Stadtväter, steht ein Parkhaus. © Rolf Ullmann

Bad Muskau. Was einst als Übergangslösung und Notvariante gedacht war, steht inzwischen seit 26 Jahren. Gemeint ist die Container-Toilettenanlage am Postplatz.

Zugegeben, sie passt nicht ins Stadtbild. Auch ihr Standort, direkt zwischen Fürst-Pückler-Park und Sowjetischem Friedhof mit Ehrenmal, ist nicht unbedingt als optimal zu bezeichnen. Anderseits steht die WC-Anlage genau da, wo sie benötigt und sofort gefunden wird: am größten innerstädtischem Parkplatz, nahe Grenzübergang und Parkzugang. Hier bleibt der Containerbau auch zwei weitere Jahre. Denn der Technische Ausschuss des Stadtrates von Bad Muskau beschloss in seiner letzten Sitzung die erneute Verlängerung der „befristeten Baugenehmigung“, so die amtliche Bezeichnung, für zwei weitere Jahre.

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Es ist der 14. genehmigte Antrag auf Verlängerung. Laut Beschluss des Ausschusses soll es allerdings der letzte sein. Denn bis Ablauf der Frist im Jahr 2022, so die Planungen, soll auf dem Postplatz ein großes Parkhaus mit 185 Stellplätzen und integrierter Toilettenanlage stehen.

Parkhaus ist Premiumprojekt

Finanziert wird das rund 10 Millionen Euro teure „Premiumprojekt“ aus Mitteln von Bund und Land über das Programm Nationale Städtebauförderung, weil immer mehr Besucher in die Kur- und Parkstadt kommen. Bislang scheiterte die Umsetzung des Parkhauses, das der Beruhigung der immer prekärer werdenden Parksituation im Stadtkern von Bad Muskau dient, an den nicht vorhandenen Eigenmitteln der Stadt. Und so steht der Toilettencontainer immer noch. Da sich zudem der Plan, ab diesem Jahr den Platz für den Parkhausbau freizumachen, durch Corona verschob, steht die Containeranlage für die Notdurft noch immer und voraussichtlich auch die nächsten zwei Jahre. „Wegen der vielen Touristen können wir auf dieses WC nicht verzichten. Daher sollten wir dem Antrag des Betreibers unproblematisch zustimmen“, erklärte Bürgermeister Thomas Krahl in der Sitzung

.Auf die Anfrage von Stadtrat Bernd Beelitz, wie denn nun der Zeitplan für den Parkhausbau aussehe, konnte Bürgermeister Krahl keinen Termin für einen Baustart nennen. Alle Planungen seien wegen Corona „auf Eis gelegt“ worden. Zudem sei die für die Gestaltung und Planung gegründete Kommission wegen des virusbedingten Lockdowns sowie mehrmonatiger Heimarbeit vieler Beteiligter noch nicht arbeitsfähig. Dies bestätigte auch Lars Tschäpel von der Unteren Straßenverkehrsbehörde Bad Muskau. „Die gesamte Entwicklung ist seit Frühjahr einfach stehen geblieben“, erklärte der Mitarbeiter der Stadt.

30-Jahr-Jubiläum nicht unrealistisch

Für Einheimische und Gäste, aber auch den WC-Betreiber ist die beschlossene Verlängerung der befristeten Baugenehmigung somit erst einmal von Vorteil. Sollte es jedoch schneller oder innerhalb der kommenden zwei Jahre mit dem Parkhausbau klappen, müssen auch sie sich darauf einstellen, dass es übergangsweise kein öffentliches WC im Stadtzentrum gibt. Denn der Inhaber der Toilettenanlage muss laut Stadtchef Thomas Krahl drei Monate vor Baubeginn seine WC-Anlage zurückbauen und alle Medien abmelden.

Wann es für das Parkhaus am Postplatz und somit den Rückbau des WC-Containers losgeht, kann in der Bad Muskauer Stadtverwaltung aktuell allerdings niemand sagen. Ein 30-Jahr-Jubiläum der einst als Provisorium gedachten Toilettenanlage ist somit nicht unrealistisch.

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser