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Weißwasser

Traumschuss in den Schlusssekunden

Die Lausitzer Füchse kommen gegen die Tölzer Löwen zum ganz späten Ausgleich – und holen auch den Zusatzpunkt.

Auch ohne Zuschauer in der Eisarena: Diese Gesichter zeugen vom beherzten Kampf. Vorn geht Thomas Reichel der Scheibe nach, dahinter baut sich der Tölzer Verteidiger Sasa Martinovic (rechts im Bild) auf.
Auch ohne Zuschauer in der Eisarena: Diese Gesichter zeugen vom beherzten Kampf. Vorn geht Thomas Reichel der Scheibe nach, dahinter baut sich der Tölzer Verteidiger Sasa Martinovic (rechts im Bild) auf. © Thomas Heide

Weißwasser. Zwei Punkte gegen die Tölzer Löwen – und das nach dem Spielverlauf. Die Lausitzer Füchse sind am Sonntagabend erfolgreich in das neue Jahr gestartet. Mit dem 3:2 (0:0, 1:1, 1:1) nach Penaltyschießen knüpften sie an den 6:0-Sieg gegen Bietigheim vom 30. Dezember an. Damit scheint der zwischenzeitliche Abwärtstrend und ein Abrutschen in den Tabellenkeller gestoppt.

Nach seiner überragenden Leistung gegen Bietigheim bekam der 19-jährige Tobias Ancicka erneut das Vertrauen von Corey Neilson geschenkt. Auch die anderen Förderlizenzspieler aus Berlin waren wieder dabei, sodass der Füchse-Coach aus dem Vollen schöpfen konnte. Ganz anders das Bild bei den Gästen aus Bad Tölz: Die Löwen waren mit gerade einmal 13 Feldspielern in die Lausitz gekommen.

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Das hieß aber nicht, dass die Gäste, immerhin als Tabellenvierter angereist, es ruhig angehen ließen. Genau wie die Füchse suchten sie im ersten Drittel sofort den Weg nach vorn. Das Ergebnis war ein sehenswertes Eishockeyspiel mit vielen Chancen auf beiden Seiten. Dass es nach 20 Minuten dennoch 0:0 stand, lag vor allem an den beiden Torleuten, die eine starke Vorstellung boten. Ancicka behielt auch in brenzlichen Eins-gegen-Eins-Szenen eine erstaunliche Ruhe und reagierte immer richtig. So nach acht Minuten, als die Löwen zu dritt konterten und Reid Gardiner den Abschluss suchte. Glück aber auch für die Füchse, dass Gardiner sich hier gegen den Querpass entschied. Auch gegen Lubor Dibelka war Ancicka wenig später mit der Fanghand zur Stelle.

Im Tor der Löwen stand mit Maximilian Franzreb der Goalie mit der besten Fangquote der Liga – und einer, den die Lausitzer Fans aus seiner Zeit in Weißwasser in sehr guter Erinnerung haben. Auch er war von Anfang an gut drauf, und die Füchse kamen trotz guter Einschussmöglichkeiten nicht an ihm vorbei. Nach fünf Minuten etwa scheiterte der auffällige Ludwig Nirschl an Franzreb, später waren Mik und Detig ähnlich glücklos. Als Fabian Dietz nach einer guten Idee von Kale Kerbashian aus spitzem Winkel einfach draufhielt, klirrte der Pfosten. Sein Treffer vom Mittwoch gegen Bietigheim schien dem jungen Mann Zutrauen gegeben zu haben.

Die Lücke gefunden, wo gar keine war

Davon war aber im zweiten Drittel erst einmal nicht mehr viel zu sehen – und das galt für die gesamte Füchse-Mannschaft. Die Löwen gewannen die Oberhand und gingen nach einem Fauxpas von Philip Kuschel in Führung. Der Verteidiger drehte sich hinter dem eigenen Tor in den Gegner, verlor das Gleichgewicht und die Scheibe, diese kam blitzschnell zu Luca Tosto, der sie im Torwinkel versenkte.

Bad Tölz blieb die stärkere Mannschaft und hatte mehrere gute Gelegenheiten. Nach 29 Minuten zeichnete sich Ancicka erneut aus, als er gegen French mit einer Flusparade per Schoner spektakulär rettete. Und dann stand es etwas überraschend 1:1. Dabei zahlte sich die Reihenumstellung von Corey Neilson aus, der den wuchtigen Martin neben den cleveren Puckverteiler Streu und Schwartz stellte, der in den entstehenden Räumen lauerte. Genauso passierte es in der 32. Minute, als Schwartz die Scheibe zielgenau ins lange Eck beförderte. Vom Innenpfosten prallte sie ins Tor.

Nirschl hatte sogar das 2:1 auf dem Schläger, zielte aber bei seinem Versuch des Tunnels zu hoch gegen Franzreb – aber an dem musst du im Eins-gegen-Eins erst einmal vorbeikommen.

Bissiger blieben jedoch die Gäste aus Bad Tölz. Top-Torjäger Max French allein hatte zahlreiche dicke Chancen, und nach 46 Minuten gelang ihm sein 15. Saisontreffer. Bad Tölz brauchte nach einem Fehler von Nick Walters drei Schüsse, um Ancicka zu überwinden. Angesichts der zwei starken Torhüter, aber auch der Ideenlosigkeit der Füchse, schien es, als würde es bei den drei Toren bleiben. Als die Füchse kurz vor Schluss mit zwei Mann mehr auf dem Eis standen – Martinovic saß auf der Strafbank und Ancicka hatte sein Tor verlassen – tat sich weiter keine Lücke auf. Eher verzweifelt zog Nicholas Ross von der Blauen Linie ab. Der Puck schlug über Franzreb, dem die Sicht versperrt war, unter der Latte ein.

Es gab Verlängerung, in der Bad Tölz, das viel Kraft gelassen hatte, die Scheibe eher sicherte. Dennoch hatten sie durch French die beste Chance. Da diese ungenutzt blieb, mussten Penaltys entscheiden. Und hier zeigte sich Weißwasser abgezockt. Erst traf Schwartz genial mit der Rückhand ins kurze Eck, und auch Dietz traf, während alle Tölzer Schützen, ebenso wie Kerbashian, leer ausgingen.

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